Wagrien hieß vormals der östl., zwischen Ostsee, Trave und Schwentine belegene Gau des Herzogtums Holstein, welcher durch seine Naturschönheiten (die sog. Seenplatte) ausgezeichnet ist. Ursprünglich gehörte dazu auch die Insel Femern. In der Urzeit hatten wahrscheinlich hier die er-Dienste der Nerthus vereinigten german. Vö kerschaften ihren Hauptsitz. Während der Sachsenkriege räumte Kaiser Karl d. Gr. 804 W. der slaw. (wend.) Völkerschaft der Abodriten ein, die noch drei Jahrhunderte lang ihre Unabhängigkeit und ihr Heidentum behaupteten. Ihre Hauptstadt Oldenburg (wend. Stargard) war ein wichtiger Stapelplatz des Ostseehandels, zeitweilig 947 1163 auch Sitz eines Bischofs. Aber seit dem 15. Jahrh. mehr an 5 der Hafen, und Oldenburg verlor immer mehr an Bedeutung. Ein zweiter wend. Fürstensitz war Plön. Die Bemühungen der einheimischen Fürsten Gottschalk (ermordet 1066) und Heinrich (gest. 1124), in W. das Christentum einzuführen, Echus keinen bleibenden Frfolg. Unter Heinrichs chutz begann der Apostel W.s, Vicelin (gest. 1155), seine Missionsthätigkeit. Endlich 1139 eroberten die Holsteiner W., das seitdem mit Holstein vereinigt blieb und ganz germanisiert ward. Nach der Purg. Einteilung umfaßt W. die Kreise Oldenurg, Plön, Segeberg (größtenteils) nebst kleinern Teilen der Kreise Kiel und Stormarn der preuß. Provinz Schleswig-Holstein; außerdem das oldenb. Fürstentum Lübeck und (großenteils) das Gebiet der Freien Hansestadt Lübeck. Das (lerst im 16. Jahrh. entstandene) Wappen Wis zeigt einen sil ernen Stierkopf, zwischen dessen Hörnern das holst. Nesselblatt, im roten Felde.