FeedWindvogel
MusikBrockhaus 1882

Windvogel, soviel wie Brachvogel. Windwage (an der Orgel) ist ein Instrument zur Bildung einer Wassersäule, in welcher und an welcher die Dichte der eingeschlossenen Luft gemessen werden kann. Die W. wurde 1685 durch Christian Förner erfunden und später durch Töpfer verbessert; ihre einfachste Einrichtung ist folgende: Eine mit zwei aufrecht stehenden Schenkeln gebogene Glasröhre wird mit Wasser gefüllt, sodaß dieselbe in beiden Schenkeln gleich hoch steht. Solange der Luftdruck derselbe bleibt, wird das Wasser horizontal in beiden Röhren stehen bleiben. Wenn aber die eine Säule nur dem atmosphärischen Drucke ausgesetzt ist, die andere Säule aber mit einem Luftdruck in Verbindung steht, der stärker oder schwächer wie der atmospärische ist, dann wird das Wasser in dieser steigen oder fallen. So ist aus diesen Gründen die Dichte des Orgelwindes der Wassersäule gleich, welche über dem Wasserspiegel, den das Wasser bei gleichem atmosphärischen Luftdruck bildete, emporragt. Die W. ist ein Gefäß aus Zinnblech; eine knieförmig gebogene Röhre ist in dem untern Deckel eingelötet, während eine andere Röhre zum Einschütten des Wassers in die Röhre dient. Zwischen den beiden Röhren befindet sich eine Messingtafel, auf welcher ein Maßstab angebracht ist, der in 40 Grade eingeteilt ist. Um nun zu wissen, wie viel Grad Wind eine Orgel hat, wird die Röhre, durch welche das Wasser gegossen wird, in einen Windkanal eingeschraubt; steigt nun das Wasser bis 38, so heißt es: die Orgel hat eine Windstärke von 38.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 685Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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