Winer (Georg Benedikt), namhafter prot. Theolog, geb. zu Leipzig 13. April 1789, studierte daselbst, habilitierte sich bei der theol. Fakultät 1817, wurde 1818 außerord. Professor, ging 1823 als ord. Professor der Theologie nach Erlangen, wurde 1832 in gleicher Eigenschaft nach Leipzig zurückgerufen, wo er bis zu seinem Tode, 12. Mai 1858, erfolgreich wirkte. Seine ersten Arbeiten sind den Grundsprachen des Alten Testaments gewidmet, wovon seine „Grammatik des bibl. und targumischen Chaldäismus (Lpz. 1824; 2. Aufl. 1842) nebst dem «Chaldäischen Lesebuchv (Lpz. 1825; 2. Aufl. durch Fürst 1864) und seine Bearbeitung von Simons Lexicon manuale Hebraicumv (Lpz. 1828) zeugen; später auch der Untersuchung der orient. Bibelübersetzungen. Doch wendete er sich bald der neutestamentlichen Sprache zu, deren Gesetze er zuerst genauer ergründete. Seine Hauptschrift ist die auch in fremde Sprachen übersetzte „Grammatik des neutestamentlichen Sprachidiomso (Lpz. 1822; 7. Aufl., besorgt von Lünemann, 1867), an welche seine lateinische Auslegung des Galaterbriefs (Lpz. 1821; 4. Aufl. 1859) und zahlreiche akademische Programme sich anreihten. Außerdem ist besonders das 4 Biblische Realwörterbuchv (2 Bde., Lpz. 1820; 3. Aufl. 1845—47) zu nennen. Seine Komparative Darstellung des Lehrbegriffs der verschiedenen christl. Kirchenparteien» (Lpz. 1824: 3. Aufl., durch Preuß, Berl. 1866) gibt den Stoff faßlich und übersichtlich, dringt aber nicht sehr tief. Eine Frucht emsigen Gelehrtenfleißes ist sein „Handbuch der theol. Litteraturv (Lpz. 1825; 3. Aufl. 1837—40, in 2 Bdn., wozu ein Ergänzungsheft 1842).