Wolff (Pius Alex.), ein auch als dramatischer Schriftsteller bekannter deutscher Schauspieler, geb. 3. Mai 1782 zu Augsburg, war ursprünglich für den Gelehrtenstand bestimmt, ging aber 1803 nach Weimar zum Theater. Er wendete sich besonders der Tragödie zu. Als Hamlet, Posa, Max Piccolomini, Weißlingen, Orest und später als Tasso erwarb er sich einen bedeutenden Ruf. Später zeichnete er sich auch im Komischen aus. Auch trat er als dramatischer Dichter auf. Er schrieb das Lustspiel Cäsariov, welches mit Beifall aufgenommen wurde; die Dramen «Pflicht um Pflichto und Treue siegt in Liebesnetzend (1828); die später von Weber in Musik gesetzte «Preciosav; das Singspiel «Adele von Boudoyo; die Lustspiele Der Mann von funfzig Jahreny (1830) und (Der Kammerdiener» (1832). eit 1816 war W. Mitglied des königl. Theaters in Berlin. Er starb auf der Rückreise aus Ems zu Weimar 28. Aug. 1828. Mit Levezov gab er das „Dramaturgische Wochenblatte heraus, in welchem sich manche gediegene Aufsätze von ihm finden. Vgl. Martersteig, Pius Alexander W. (Lpz. 1879). Seine Gattin, Amalie, geb. Malcolmi, geschiedene Becker, eine nicht minder ausgezeichnete dramatische Künstlerin, geb. 11. Dez. 1783 zu Leipzig, betrat 1791 zu Weimar die Bühne. Erst mit Schauspieler Becker und, von diesem geschieden, mit W. verheiratet, wurde sie zugleich mit letzterm am königl. Theater zu Berlin angestellt. Mit einer hohen, wohlgebildeten Gestalt vereinigte sie eine ausdrucksvolle Gesichtsbildung und eine edle, würdevolle Haltung. So eignete sich ihr Wesen besonders für das Trauerspiel, in welchem sie die ersten Heldinnen mit Erfolg darstellte. Höchst anmutsvoll waren ihre Darstellungen rein naiver und idealer weiblicher Gestalten, z. B. als Iphigenia in Goethes Drama, Stella, Maria Stuart, Fürstin in der (Braut von Messinas, Klärchen in«Egmonto, Adelheid in »Götz von Berlichingenv, Leonore Sanvitale in «Tassoy und Eboli in «Don Carlos v. In späterer Zeit spielte sie Rollen wie Sappho, Elisabeth in Maria Stuarte, sowie auch in Schau⸗ und Lustspielen Rollen, wie Frau Feldern in cHermann und Dorothea, Frau Stürmer im „Oheim »‚ mit größter Meisterschaft. Im J. 1844 trat sie in den Ruhestand. Sie starb 18. Aug. 1851.