Wölfflin (Eduard), klass. Philolog, geb. zu Basel 1. Jan. 1831, studierte seit 1849 hier und in Göttingen, wurde nach einer Reise nach Paris 1854 Unterbibliothekar und Gymnasiallehrer, sowie 1856 Privatdocent in Basel, 1861 Gymnasialprofessor in Winterthur, 1869 außerord., 1870 ord. Professor in Zürich, 1875 ord. Professor in Erlangen, 1880 in München. Seine frühern Hauptschriften sind nach seiner Dissertation De L. Ampelii libro memorialis (Gött. 1854), die Ausgabe des Ampelius (Lpz. 1854), die erste der Sprüche und Anekdoten des sog. Cäcilius Balbus (Bas. 1854), die um viele Kapitel vermehrte des Polyän (Lpz. 1860; 2. Aufl. 1886) und die durch die Ausscheidung unechter Zusätze für die Kritik grundlegende des Publilius Syrus (Lpz. 1869). Es folgte die Ausgabe von Buch 21—23 des Livius (Lpz. 1873; 3. Aufl. 1884) und der Nachweis der fortschreitenden Entwickelung der Sprache des Tacitus in dessen Schriften (im «Philologuso, Bd. 24, 25, 26, 27). Später machte W. sich vorzugsweise um die Erforschung der Geschichte der lat. Sprache bis zu deren Übergang in die roman. Sprachen verdient. Dahin gehören die Schriften Küber das Vulgärlateind (im Philologuso, Bd. 34), Lat. und roman. Komparation» (Erl. 1879), «Die allitterierenden Verbindungen der lat. Sprachev (in den „Sitzungsberichteno der Bayrischen Akademie, Münch. 1881), aüber die Geminationo (Münch. 1882). Seit 1884 gibt W. das «Archiv für lat. Lexikographie und Grammatiko (Lpz. 1884 fg.) heraus, für welches etwa 250 Mitarbeiter die gesamte Litteratur bis auf Karl d. Gr. excerpieren, während der Redactor und andere Philologen die so gewonnenen Materialien verarbeiten.