Wolff (Wilh.), vorzüglicher Tierbildner, daher zum Unterschiede gleichnamiger Künstler der Tierwolffo genannt, geb. 6. April 1816 in Fehrbellin, trat ins Gewerbeinstitut zu Berlin und wurde als Pensionär des Instituts nach Paris in die berühmte Soyersche Gießerei gesandt. Bald aber löste er dieses Verhältnis und trat, nachdem er ein Jahr lang sich auf eigene Hand weiter gebildet hatte, in die Stiglmayrsche Gießerei zu München ein. Nach anderthalb Jahren wandte er sich wieder nach Berlin und gründete hier eine eigene Gießerei, in der er besonders die Silbergießerei betrieb. Nachdem er die Anstalt zur Blüte gebracht, überließ er diese seinem Bruder und gab sich selbst ganz dem künstlerischen Schaffen hin. Im J. 1852 lieferte er die Kolossalbüste Herders für Mohrungen, die Statue Kurfürst Joachims II. Hektor für Köpnick (1853), die Bronzestatue der Kurfürstin Luise Henriette für Oranienburg (1858), Kolossalbüsten von Sebastian Bach, Franz Kugler, nebst vielen Porträtmedaillons und Porträtstatuetten. In der Darstellung des Tierlebens zeigt sich W. als gründlicher Kenner des Organismus der Tierwelt und ihres Charakters. Seine Gestalten oder Gruppen, von kolossaler Größe bis herab zur kleinen Ausführung für Silberguß, sind voll Naturwahrheit und Leben. Aus der großen Anzahl der Arbeiten in diesem seinem Spezialfache sind namentlich hervorzuheben: ein Büffel im Kampfe mit Wolfshunden (1846); ein Löwe, durch eine Schlange aufgeschreckt (1848); ein Kurshund, lebensgroß (1850); die Staroperation, komische Gruppe von Tieren, in Bronze für König Friedrich Wilhelm IV. ausgeführt, mit epigrammatischer Inschrift von Heyse (1852); der Löwenritt nach Freiligrath; Reiherbeize (Relief); eine Reihergruppe für einen Brunnen im schweriner Schloß (1855); zwei kolossale schreitende Löwen für das Schloß in Muskau (1858); eine mit Panthern spielende Bacchantin, ein Drittel Lebensgröße, voll Reiz und Frische; eine Sauhetze, lebensgroß für Zinkguß (1862); eine Springbrunnengruppe, Nymphe mit einem Schwan (1864); lebensgroße Gazellen (1866); klagender Löwe an der Leiche der Löwin, kolossale Bronzegruppe, seit 1877 im Tiergarten zu Berlin u. s. w.