Wolzogen (Karl Aug. Alfr., Freiherr von), deutscher Dichter und Schriftsteller, geb. 27. Mai 1823 zu Frankfurt a. M., der älteste Sohn des Generals Ludwig von W., erhielt seine Gymnasialbildung zu Halle und Roßleben, widmete sich seit 1841 zu Berlin und Heidelberg jurist. Studien, arbeitete dann einige Zeit im praktischen jurist. und administrativen Staatsdienst und unternahm 1852 —53 eine Reise durch Italien, die Schweiz, Frankreich, Spanien, Belgien, England, Schottland und Holland. Nach der Rückkehr arbeitete er als Regierungsasfessor im Ministerium des Innern, bis er Ende 1854 an die Regierung nach Breslau versetzt wurde, wo er 1863 zum Regierungsrat aufrückte. Seit Sept. 1867 wirkte er als Hoftheaterintendant zu Schwerin und ward 1868 großherzogl. Kammerherr. Er starb 13. Jan. 1883 zu San-Remo. W. veröffentlichte: Fr. von Schillers Beziehungen zu Eltern, Geschwistern und der Familie von W.» (Stuttg. 1859), Aus Schinkels Nachlaßo waltung mit Rücksicht auf seine Verfassunge (Berl. 1854), Reise nach Spanieno (Lpz. 1857), 4«Geschichte des reichsfreiherrl. von Wolzogenschen Geschlechtso (2 Bde., Lpz. 1859) u. s. w. Auch schrieb er die Lustspiele Nur kein Ridiculo (Berl. 1864) und «Die untalch, Braute (Berl. 1870), das Schauspiel «Sauntalaß (Schwer. 1869) und bearbeitete mehrere dramatische Werke für die Bühne. Sein Sohn, Hans Paul von W., geb. zu Potsdam 13. Nov. 1848, widmete sich philos. und linguistischen Studien und verfaßte Der Nibelungenmythus in Sage und Litteratur (Berl. 1876), «Poetische Lautsymbolik (Lpz. 1876) und erläuternde Schriften zu Richard Wagners Operntexten, besonders zu seiner Nibelungentrilogie.