Woltmann (Alfr. von), namhafter Kunsthistoriker, Enkel des vorigen, geb. zu Charlottenburg 18. Mai 1841, studierte in Berlin und München, promovierte zu Breslau im Herbst 1863 und lebte von da an in Berlin, wo er im Sommer 1867 an der Universität als Privatdocent wirkte. Im Herbst 1868 folgte er einem Rufe an das Polytechnikum in Karlsruhe als ord. Professor der Kunstgeschichte; in gleicher Eigenschaft ging er Ostern 1874 an die Universität Prag und im Herbst 1878 an die Universität Straßburg. Sein Hauptwerk ist das Buch „Holbein und seine Zeite (2 Bde., Lpz. 1866-68; 2. Aufl. 1874 — 76). Andere Arbeiten W.s sind: „Die deutsche Kunst und die Reformationo (Berl. 1867), »Fürstl. Fürstenbergische Sammlungen zu Donaueschingend (Karlsr. 1870), Die Baugeschichte Berlinso (Berl. 1872). Den fünften Band von Schnaases «Geschichte der bildenden Künste bearbeitete er für die zweite Auflage gemeinschaftlich mit dem Verfasser (Düsseld. 1872). Ferner verfaßte er eine „Geschichte der deutschen Kunst im Elsaß » (Lpz. 1876) und die kunstgeschichtliche Einleitung zu dem von M. Pangerl herausgegebenen Buch der Malerzeche in Prage (in den „Quellenschriften für Kunstgeschichtes, Bd. 13, Wien 1878). In den ⸗Publikationen des Allgegemeinen Vereins für deutsche Litterature (Berl.) erschien 1878 die Sammlung von Studien „Aus vier Jahrhunderten niederländ.⸗deutscher Kunstgeschichtes. Auch begann W. mit Woermann eine auf drei Bände berechnete «Geschichte der Malerei (Lpz. 1879), die nach seinem 6. Febr. 1880 in Mentone erfolgten Tod Woermann fortsetzte.