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GeschichteBrockhaus 1882

Xerxes, pers. Königsname, im Altpersischen Khsayärsà. Der erste und allein weltbekannte König dieses Namens war der Sohn König Darius' I., Sohn des oren u und der Atossa, Tochter des Cyrus. Geboren nach der Thronbesteigung des Darius (521), also gegen 519 v. Chr., wurde X., durch seiner Mutter Intriguen, den drei ältern Söhnen des Darius mit einer Tochter des Gobryas vorgezogen. K. bestieg nach des Darius Tode 486 den Thron und unterwarf zuerst Agypten, das sich empört hatte, durch einen einzigen Feldzug. Hierauf rief er seine Großen zusammen, um mit ihnen die schon zweimal von seinem Vater versuchte Eroberung Griechenlands zu beraten. Nach dreijähriger Vorbereitung sammelte X. das größte Heer, welches die Geschichte kennt, Troß und Weiber eingeschlossen, mehr als 1½/ Mill. aus allen Teilen seines unermeßlichen Reichs. Das Landheer vereinigte sich bei Kritalla in Kappadocien; die Flotte von 1200 phöniz. und kleinasiat. Schiffen erwartete ihn in Doriscus in Thrazien. Verschiedene Hindernisse, die des Darius Expedition erschwert hatten, wurden beseitigt, selbst die Erdzunge zwischen dem Berge Athos und dem macedon. Festlande soll durchstochen worden sein. Um das Landheer nach Europa überzusetzen, ließ er anfangs zwei Brücken bei Sestos über den Hellespont schlagen, und als diese bei einem Sturme zerstört wurden, soll er, nach Herodots Erzählung, befohlen haben, die Baumeister zu enthaupten, dem widerspenstigen Meere 300 Geißelhiebe zu geben und ein Paar Fußeisen in dasselbe zu versenken. Nachdem X. selbst von Sardes her nach Abydos gekommen war, ließ er nach einer großen Heerschau auf zwei neuverfertigten Brücken die Heeresmasse nach Europa hinübersetzen; dieser Zug soll sieben Tage gedauert haben. Das Heer zog durch Thrazien, Macedonien und Thessalien, bis es am Engpasse Thermopylä (s. d.) den ersten heldenmütigen Widerstand der 300 Spartaner des Leonidas fand (480). X. forcierte den Engpaß durch den Verrat des Ephialtes, zog durch Hellas direkt nach Attika und verbrannte Athen. Die pers. Flotte lieferte unterdessen den griech. Schiffen bei dem Vorgebirge Artemisium im Norden von Euböa ein unentschiedenes Treffen. Sodann sandten die Perser 200 Schiffe um Euböa herum in den Euripus, um den griechischen in den Rücken zu fallen. Ein zweites unentschiedenes Seetreffen bei Artemisia atte den Rückzug der Griechen in den Attischen keerbusen zur Folge, wo sie sich bei Salamis (s. d.) sammelten. Hier zwang Themistokles (s. d.). die Griechen 23. Sept. 480 v. Chr. durch List zu einer Seeschlacht, die mit der Niederlage und dem Rückzuge der Perser endete. X. zog sich nachKleinasien zurück und brachte den Winter in Sardes zu, während nius zurückgelassen. Im Sept. 479 aber wurde dieses Heer durch Aristides und Pausanias bei Platää fast vernichtet, auch an demselben Tage die pers. Flotte durch die Griechen unter Xanthippus und Leotychides bei Mykale in Kleinasien geschlagen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 805Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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