FeedXeranthemum annuum
ErdkundeBrockhaus 1882

Xeranthemum annuum, die Papierblume, s. unter Immortellen. RXeres de la Frontera, amtlich Jerez de la Frontera, Stadt (Ciudad) in der span. Provinz Cadix, auf einer Höhe, 3,7 km vom rechten Ufer des Guadalete, anmutig in einer weiten, hügeligen, schön bebauten, größtenteils mit Weingärten bedeckten Gegend an der andalus. Heerstraße und der Eisenbahn Sevilla-Cadir gelegen, die hier nach Sanlücar de Barrameda und Bonanza abzweigt, mit breiten, gutgepflasterten Straßen, modernen und zum Teil palastähnlichen Häusern, regelmäßigen Plätzen, schönen Promenaden, hat zehn Kirchen, unter welchen die große im Renaissancestil erbaute Colegiata mit prachtvoller freskengeschmückter Kuppel und die im reichsten got. Stile ausgeführten San Miguel und Santo Domingo hervorragen, ein Gymnasium, ein Theater und einen Stiergefechtscirkus und zählt (1877) 64 533 E. Die Stadt ist sehr alt und hieß angeblich celtiberisch Aesta, als röm. Kolonie Hasta Regia. Zur Gotenzeit war sie Bischofssitz unter dem Namen Assidona. Geschichtlich berühmt ist sie durch die siebentägige Schlacht im Juli 711, in welcher die Araber unter Tarik über die Westgoten unter Roderich siegten, und welche jenen ganz Spanien in die Hände lieferte. Die Stadt war zur Zeit der Mauren, denen sie 1265 durch Alfons X. von Castilien entrissen wurde, unter dem arab. Namen Scherisch bereits bedeutend und blieb es auch später. Nur 7 km entfernt liegt am Guadalete die wegen ihrer herrlichen Lage, schönen Renaissancearchitektur und geschmackvoll geschmückten Kirche sehenswerte, aber jetzt verödete und verwahrloste Kartause, in deren Klostergebäuden ein königl. Gestüt untergebracht ist. Berühmt ist X. besonders wegen seines Weinbaues und vorzugsweise in den Händen engl. Häuser befindlichen Weinhandels. Der Xereswein, einer der geschätztesten Weine Spaniens, wird hauptsächlich nach England (etwa 60 Proz.), wo man ihn Sherry nennt, und nach Amerika versandt. Man gewinnt ihn in zwei Sorten, als Moscatello und als Pedro Ximenes oder Paraxete, welcher letztere der beste ist. Kereswein, s. u. Keres de la Frontera.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 805Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6