Xystos hieß bei den Griechen ein bedeckter Säulengang in den Gymnasien, in welchem während des Winters die Leibesübungen vorgenommen wurden, den man jedoch auch zum Lustwandeln benutzte. Die Römer nannten X. auch eine unbedeckte Terrasse vor ihren Landhäusern, auf welcher man zur Erholung sich erging. Im Mittelalter bezeichnete man als X. auch einen langen, bedeckten Gang in Häusern, besonders den Kreuzgang der Klöster. den, haben es in verschiedener Geltung; im Französischen fällt es in der Aussprache mit i zusammen (zum Unterschiede in der Orthographie i grec, griech. i, genannt); im Englischen bedeutet es bald i, bald ei (3. B. daily, sprich däli, täglich; sky, sprich skei, Himmel); in den skandinav. Sprachen dient es für ü, z. B. dänisch syve (sieben), sprich suve. In früherer Zeit wurde der Buchstabe auch in der deutschen Orthographie viel verwendet, auch die Diphthongen ei, ai häufig als ey, ay geschrieben, ein Gebrauch, der, als ganz unnötig, gegenwärtig allgemein aufgegeben ist. Das alte Zeichen Woder Vist ein dem phöniz. Alphabet, dem sonst das griechische entnommen ist, von den Griechen hinzugefügr⸗ neu erfundener Buchstabe. ls Abkürzung steht y in der Mathematik für die zweite unbekannte Größe (neben x für die erste). Auf ältern franz. Münzen bezeichnet Vden Prägort Bourges. In der Chemie ist Vdas Zeichen oder Symbol für Yttrium. Y cholländ. Het Ij) oder das Ma (ausgesprochen Ei oder Eia), ein Meeresarm, der aus der südwestl. Spitze der Zuidersee in die niederländ. Provinz Nordholland eintritt. Jetzt ist das YJ größtenteils in Ackerland verwandelt und nur der im Nov. 1877 eröffnete Neue Nordseekanal in der Mitte des ehemaligen Meerbusens übriggelassen worden, welcher gegen Westen bis in die Nordsee südlich von Wijk aan Zee verlängert wurde. acht, s. Jacht. ack oder Grunzochse (Bos s. Poëphagus grunniens, Tafel: Wiederkäuer, Fig. 7), eine auf den Gebirgen Tibets und den Hochflächen Mittelasiens heimische Büffelart mit langem, seidenartigem Haar, worunter sich die Füße beinahe verstecken, und runden, rückwärts gebogenen Hörnern. Die Y. leben herdenweise, teils wild, teils gezähmt; die alten Stiere sind gewaltige Tiere, ungemästet bis 700 kg schwer, die Kühe um die Hälfte leichter, geben jedoch treffliche Milch. Das alljährlich abgeschnittene Haar wird zu Zeugen verwebt, die langen weißen Schweifhaare dienen zur Verfertigung sehr dauerhafter Stricke, zu Fliegenwedeln, türk. Roßschweifen u. dgl. Man findet die Y. häufig in Tiergärten; sie werden in Tibet und der Mongolei als Last⸗ und Reittiere vielfach benutzt. Die Einführung in Europa als Haustiere, die in Frankreich versucht wurde, hat sich als gLänzlich unvorteilhaft erwiesen. adkin, Fluß, s. Pedee. agni-Dagh, Berg, s. Jagni-⸗Dagh. ajurveda, s. unter Veda. aksa, ehemalige Stadt am Amur, s. Albasin. akub-Chan, Emir von Afghanistan, geb. 1849, folgte seinem Vater Schir-Ali (s. d.) nach dessen am 21. Febr. 1879 zu Mezarischeriff erfolgtem Tode unter schwierigen Verhältnissen. Nachdem sein Vater im Sept. 1878 eine engl. Gesandtschaft abgewiesen, hatten engl. Truppen 21. Nov. die Grenzen Afghanistans überschritten, 20. Dez. Dschellalabad und 11. Jan. 1879 Kandahar besetzt, sodaß Schir-Ali schon 13. Dez. 1878 Kabul verlassen und auf russ. Gebiet geflohen war. Sogleich nach seiner Thronbesteigung richtete Y. 26. Febr. 1879 ein Schreiben an den Vizekönig von Indien, infolge dessen Friedensverhandlungen eingeleitet wurden. Der Emir begab sich selbst in das engl. Lager zu Gundamak, wo er 8. Mai eintraf und 26. Mai den Frieden unterzeichnete, der den Engländern die Pässe zwischen Indien und Afghanistan überließ und den Aufenthalt eines brit. Residenten in Kabul gestattete. Am 1. Juni begann der Rückmarsch der brit. Truppen und 24. Juli traf eine brit. Gesandtschaft unter Major Cavagnari in Kabul ein, wo 13.Aug.ein Aufstand ausbrach. (S. Afghanistan.) Die brit. Gesandtschaft wurde 3. Sept. nach tapferm Widerstande ermordet, und 24. Sept. überschritten brit. Truppen abermals die Grenze. Y. erschien 27. Sevt im brit. Lager bei Kuschi, wurde aber, nachdem Kabul besetzt, gegen Ende Dezember nach Indien geschickt und dort interniert. Am 22. Juli 1880 wurde an seiner Stelle Abd-ur-Rahmän zu Kabul auf einem vom General Roberts berufenen Durbar afghan. Fürsten zum Emir von Afghanistan ausgerufen, weil man die Überzeugung gewonnen hatte, daß Y. durch sein unentschiedenes, wenn nicht treuloses Verhalten an der Ermordung der brit. Gesandtschaft Schuld trug. Nale-College, eine der ältesten und die zweitbedeutendste amerik. höhere Lehranstalt zu Newhaven im Staate Connecticut, 1790 gegründet und nach ihrem Beschützer, Gouverneur ale, benannt. Sie hat vier Fakultäten: eine theologische, eine medizinische, eine juristische und eine philosophische. Der regelmäßige Kursus ist 3 Jahre in der theol., 3 Jahre in der mediz., 2 in der jurist. und 4 Jahre in der philos. Fakultät. Das College hat (1886) 114 Professoren und Instruktoren und 1076 Studenten (110 im theol., 28 im mediz., 62 im jurist. und 904 im philos. Departement), 1 Museum (Peabody museum of natural history), 1 Observatorium, 1 chem. Laboratorium, 3 Bibliotheken mit 173000 Bänden, 1 Gemäldesammlung u. s. w. Naleschloß, ein von dem Amerikaner Hale erfundenes Sicherheitsschloß, s. unter Schloß. Yama (der Bändiger) ist in der ind. Mythologie der Gott des Todes und der Beherrscher und Richter der Verstorbenen. Im Veda gilt er neben seiner Schwester Yami als der erste Mensch, der als solcher auch zuerst in die Unterwelt gelangte und dort allen seinen Nachfolgern die Stätte bereitet hat. Seine beiden Hunde hüten den Eingang zum Paradies. In der spätern Mythologie ist er der gefürchtete Todesgott, der die Seelen der Menschen mit einem Strick fesselt und in die Unterwelt führt; zugleich ist er als einer der Welthüter der Beherrscher des Südens. Dambo, Hafenplatz von Medina, s. Janbo. Damswurzel, s. Dioscorea. anaon oder Nanan, ein kleines zu Frankreich gehörendes Territorium an der Ostküste von Vorderindien, breitet sich von der Stelle unweit der Mündung des Flusses Godavary, wo sich von diesem der Goringafluß abscheidet, ungefähr 14 km aufwärts von dort an dem Godavary aus. Y. wird von dem Distrikte Godavary der Präsidentschaft Madras des indobrit. Reichs eingeschlossen. Die Bevölkerung dieser franz. Faktorei beträgt 5647 Seelen. Der Hauptort Y. ist unter 21 38 nördl. Br. und 95 4“ östl. L. von Greenwich gelegen. angaro, s. Dschändscharo. angetse-kiang wird von den meisten europ. Geographen der bedeutendste Fluß von China und ganz Asien, von den Chinesen selbst aber nur der unterste Teil seines Stromlaufs genannt. Der Y. entspringt mit mehrern Armen ungefähr unter 36 nördl. Br. und 91 östl. L. von Greenwich von den südl. Abhängen des Kuen-lün in dem an China unterworfenen Alpenlande Khoku-Nor, strömt zuerst in südöstlicher, hierauf in fast ganz südl. Richtung, indem er das Nun-linggebirge durchbricht, bis nahe an die Nordostgrenze von Birma, wendet sich hierauf gegen Osten, nimmt an seiner linken Seite den von dem Bain-Karagebirge herabkommenden Näh-lung auf und macht nun einen Bogen gegen Norden und erhält von hier an, während er bis dahin Kin-scha genannt wird, den Namen Ta-kiang, d. h. großer Fluß. Als solcher wendet er sich gegen Osten, um alsdann in nordöstl. Richtung, nachdem er noch, ebenfalls auf seiner linken Seite, die Nebenflüsse Min, Kia-ling und Han aufgenommen hat, nach mannigfachen Krümmungen seiner Ausmündung, nördlich von Suchan und Shanghai in das ostchines. oder Tong-hai genannte Meer zuzueilen. Die ganze Länge seines Laufs wird auf 5083 km, sein Flußgebiet auf 1940 197 qkm geschätzt. Der Y. durchströmt, außer den Landschaften Khoku-Nor und Kham, die chines. Provinzen Nun-nan, Sset-schuan, Hupe, Ngang-Waßn und Kiang-sou und bildet die wichtigste asserstraße von China, eine der wichtigsten von anz Asien. Bis gegen 1400 km aufwärts ist der ). für europ. Seeschiffe selbst ersten Ranges fahrar. Der Y. hat viel höhere Ufer als der Hoangho, und gibt deshalb nur selten und ausnahmsweise zu so verwüstenden Überschwemmungen Veranlassung wie dieser. Beide Ströme stehen durch den Kaiserkanal miteinander in Verbindung. Hankee (sprich Jänk'i) ist der Name, den man in den Vereinigten Staaten von Amerika selbst den Bewohnern Neuenglands, in Europa aber den Nordamerikanern im allgemeinen gibt, um im Scherz ihre guten und übeln Eigenschaften zugleich zu bezeichnen. Im Bürgerkriege von 1861 bis 1865 wurden von den aufständischen Südländern die der Bundesregierung treu gebliebenen Bürger, resp. der ganze unionistische Norden, als Y. bezeichnet. Das Wort Y. soll aus dem Munde der Indianer stammen, welche das engl. Wort English oder das franz. Wort Anglais wie Yengees oder Yengee aussprachen. Nach Thierry ist es eine Korruption von Jankin, ein Kosename von John, welcher den engl. Kolonisten Connecticuts von den holländ. Ansiedlern von Neuyork beigelegt wurde. Nankee Doodle, das älteste Nationallied der Nordamerikaner, war schon zur Zeit Karls I. bekannt und soll ursprünglich von den königl. Cavalieren I50 Spott auf Cromwell gesungen worden sein, als er auf einem kleinen Pferde in die Stadt Oxford ritt und dabei auf seinem Hute eine einzige Feder trug. In den Vereinigten Staaten wurde die Melodie zum ersten mal im Juni 1755 gesungen, als General Braddock die Kolonisten sammelte, um mit ihnen die vereinigten Franzosen und ndianer anzugreifen. Als der Regimentsarzt Rich. chuckburg die Kolonisten in ihren alten, zerrissenen Uniformen heranmarschieren sah, dachte er an den Ritt Cromwells und machte die Knittelverse zu der alten Melodie. Seit jener Zeit ist das Lied Y. ein beliebtes Nationallied. In den letzten Jahren ist das äußerst geistlose Lied von Hail, Columbiao, dessen Verfasser der 1842 verstorbene Advokat Joseph Hopkinson ist, von The star-spangled bannero, verfaßt von Francis Scott Key (gest. 1843), von My country, 't is of theeo, verfaßt von Sam. Francis Smith u. s. w., verdrängt worden. ankton, Hauptstadt von Dakota (s. d.). Dapurä, Nebenfluß des Amazonenstroms, s. Caqueta. [simeto. Naraeuy, Staat in Venezuela, s. u. Barqui-Bard heißt das englische, auch in den Vereinigten Staaten von Amerika übliche Ellenmaß von drei engl. Fuß ⸗ 0,91436 m. Das Vard of land (Dard Landes, Hufe) ist ein engl. Feldmaß von Lians oder 145 200 Quadrat-Längenyards arkand, Stadt in Centralasien, s. Jarkend. (Groß-Y.), Municipal-sund Seestadt in der engl. Grafschaft Norfolt, Station der Linien London-Cambridge-Ely-Norwich-Y., Ipswich-Woodbridge-Beccles-Y. und Norwich-Acle-V. der Great-Easternbahn, sowie der Linie Lynn-Melton Constable-H. der Eastern and Midlandbahn, auf einer Landzunge am linken Ufer des Rare, unterhalb der Einmündung des Bure in denselben, nur 2,4 km oberhalb der Mündung (mouth) des 91 8 in die hier durch Untiefen und Sandbänke sehr gefährliche Nordsee, ist mit der gegenüber in der Grafschaft Suffolk gelegenen Vorstadt LittleF-Harmouth (Klein-Y.) oder Southtown (Südstadt) durch eine Kettenbrücke verbunden, deren Zerreißen 1835 vielen Menschen den Tod gab. Der Fluß bildet den sehr geräumigen Hafen, der durch zwei in die See auslaufende Dämme von je 137 und 229 m Länge gegen Versandung geschützt und für Schiffe von 200 Tons zugänglich, sowie durch Batterien verteidigt ist. Die Quais sind mit Baumalleen bepflanzt und am Südende durch eine 42, m hohe Nelson-Säule geschmückt. Die Stadt ist von alten Wällen und Mauern umgeben, Resten der von Eduard I. angelegten Festungsmauer. Innerhalb der jetzigen Mauern besteht N. aus vier Parallelstraßen, welche durch mehr als 150 enge Gäßchen miteinander verbunden sind. Die Stadt hat mehrere durch Alter und Architektonik ausgezeichnete Gebäude. Erwähnenswert sind die unter Wilhelm II. erbaute große Nicholaskirche, 72,8 mlang, 34 m breit, mit einer berühmten Orgel und an der Westseite mit vier achteckigen Türmen; ferner das Rathaus (Guildhall), das Stadthaus (Townhalh), das große Zollhaus, das in großartigem Stil ausgeführte Irrenhaus für Offiziere, das Fischerhospital, das Zuchthaus, die Kaserne, mehrere Markthallen, die Kornbörse, das Theater, das neue Museum, der Konzertsaal. Auch besitzt Y. eine Bibliothek, eine Lateinschule, mehrere Versorgungshäuser und seit neuerer Zeit ein wohleingerichtetes, stark besuchtes Seebad, und zählt (1881) 46 211 E., von denen viele mit dem Fange und dem Einsalzen von Heringen und Makrelen beschäftigt sind, für welchen Erwerbszweig Y. der Hauptsitz in England ist. Außerdem bestehen Schiffswerfte, Segeltuchfabriken, Seilerbahnen, Eisengießereien, Salz-⸗ und Seifensiedereien, Brauereien und Gerbereien, auch Seide-, Woll⸗ und Baumwollmanufakturen. Y. ist der Seehafen für Norwich (s. d.). Der Handel bringt bedeutende Quantitäten Gerste, Malz und Fische zur Ausfuhr. Die Stadt, Sitz eines deutschen Vizekonsuls für Y. und Blakeney, steht im Verkehr mit den Mittelmeerhäfen, und nächst London und Hull hat sie den bedeutendsten Handel mit den Häfen Nordeuropas. Darrow, s. unter Shields. Hasavakette, Gruppe der Fidschi-Inseln (s. d.). Yatagan oder Handschar, orient. kurzes Schwert mit konver gekrümmter, zweischneidiger Klinge; ein Seitengewehr dieser Art wurde bisher von den Franzosen als Haubajonett benutzt, ist aber in neuester Zeit durch das leichtere Degenbajonett verdrängt worden. Yates (Edmund Hodgson), engl. Novellist, geb. im Juli 1831 zu London, wurde im Generalpostamt angestellt, wo er allmählich zum Chef des Bureau für verloren gegangene Briefe emporstieg. Seine schriftstellerische Laufbahn eröffnete Y. 1854 durch die gemeinsam mit Frank Smedley herausgegebene Skizzen⸗ und Gedichtsammlung MMirth and metre by two merry meno und das in demselben Jahre erschienene Skizzenbuch My haunts aud their frequenterso; 1857—58 gab er mit R. B. Brough die Wochenschrift Our Miscellanys heraus. Zugleich war Y. Mitarbeiter an Dickens' (Allthe Lear Roundy, sowie Theaterkritiker der Daily Newsv. Bekannt wurde er zuerst 1858 durch seine Fehde mit Thackeray, der auf Grund eines ihn betreffenden, persönlich gehässigen Artikels Y.“ Ausstoßung aus dem Garrick-Klub forderte und dadurch in Streit mit Dickens geriet, der für Y. Partei ergriff. Seine eigene Version dieses Vorfalls gab Y. in der Broschüre: Mr. Thackeray, Vates and the Garrick Clubo (1859). Im J. 1860 erschien von ihm Lite and corréspondence of C. Mattheys the eldero (des Schauspielers), 1861 das Stizzenbuch After office hoursv. Y. zeigt sich in diesen Schriften als in der Schule von Dickens und Thackeray gebildeten Feuilletonisten. In seinen später erschienenen zählreichen Romanen tritt vor allem der die sensationelle Behandlung als charakteristisch hervor. Die bekanntesten sind: Broken to harnesso (1865), Running the gauntletv (1866), „Kissing the rodo (1866), Black sheepo (1867), The rock aheado (1868), (Wrecked in portv (1869), A righted wrongo (1870), Dr. Wain- (1871), The impending swordo (1874). Im J. 1872 gab Y. seine Stelle im Generalpostamt auf; 1872 — 73 hielt er Vorlesungen über engl. Litteratur in den Vereinigten Staaten. Nach seiner Rückkehr 1874 begründete er die Wochenschrift The Worldo, die eine weite Verbreitung fand. Im J. 1885 wurde Y. wegen eines in der Worlde enthaltenen Libells auf Lord Lonsdale zu viermonatlichem Gefängnis verurteilt; 1885 erschienen seine „Personal reminiscenceso (2 Bde.).