FeedYoung (Edward)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Young (Edward), engl. Dichter, geb. 1681 (oder 1684) zu Upham in Hampfhire, erhielt seine Erziehung in der Westminsterschule und widmete sich zu Oxford dem Studium der Rechte. Mit dem Herzog von Wharton ging er 1717 nach Irland, trat, bereits über 40 J. alt, in den geistlichen Stand, wurde 1727 Kaplan Georgs II. und erhielt 1730 die Pfarrei zu Welwyn in Hertfordshire. Er verheiratete sich hier, verlor aber seine Frau und seine beiden Stiefkinder bald nacheinander, und dies veranlaßte ihn, seine berühmten «Night-thoughtsv (Lond. 1742—46 u. öfter) zu schreiben, ein Gedicht, auf welches sein Ruf sich hauptsächlich gründet. Das Werk hat keinen Zusammenhang und jedes der neun Bücher, aus denen es besteht, ist unabhängig von den andern. Die Sprache ist gesucht und schwülstig. Doch ist nicht zu leugnen, daß die „Night-thoughtsv viele treffliche Stellen enthalten, in denen wahres Gefühl zum Ausdruck kommt. Außerdem schrieb Y. noch einige unbedeutende Trauerspiele und eine Satire: «Love of Fame, the universal passiono (1725—28). Er starb 12. April 1765. Gesamtausgaben von Y.s Werken erschienen 1741 (2 Bde.), 1757 und 1762 (in je 4 Bdn.). Hierzu fügte Reed nach Y.s Tode aus dessen Nachlasse noch 2 Bände hinzu. In Deutschland fand Y. durch Eberts Übersetzung der Rachtgedankeno (5 Bde., Braunschw. 1769 —71; 2. Aufl. 1790—95) Eingang und lange Zeit hindurch zahlreiche Verehrer. Neuere Übersetzungen besorgten Benzel-Sternau (Frankf. 1825), Schmidt(Dresd. 1825) und Clise von Hohenhausen (Kassel 1844). Doung (Edward), Afrikareisender, geb. 23. Okt. 1831, war engl. Marineoffizier und befuhr 1862— 63 mit Livingstone den Zambesi und Schirestrom. Im Dez. 1875 umschifste er den ganzen Ryassasee, gründete an dessen Ufer die Station Livingstonia und entdeckte das Livingstonegebirge; 1877 tehrte er nach England zurück. Er schrieb: «Nyassa, adventures in Central-Africas (Lond. 1877). Yonng (Thomas), engl. Gelehrter, geb. 13. Juni 1773 zu Milverton in Somersetshire, widmete sich zuerst den Naturwissenschaften, dann den orient. Sprachen. Später studierte er Medizin zu London und seit 1794 zu Edinburgh, wurde Mitglied der Royal-Society und ging 1795 nach Göttingen. eoech 5 lebte er als Fellow in Cambridge, ließ sich jedoch bald als Arzt in London nieder, übernahm auch die Professur der Naturwissenschaften an der Royal-Institution, die er jedoch 1804 wieder auf-Aumte um sich ganz der Arzneikunde i widmen. nter seinen Schristen sind die vorzüglichsten: syllabus of a course of a natural and experimental philosophys (Lond. 1802), worin er zuerst eine Erklärung der wichtigsten Phänomene des Sehens gab und das Gesetz von der Interferenz des Lichts aufstellte; & course of lectures on natural philosophy and the mechanical artso (2 Bde., Lond. 1807), sein Hauptwerk, und Elementary illustration of the celestial mechanics of Laplace (Lond. 1821). Einige Papyrusrollen, die er 1814 erhielt, und die Rosettesche Inschrift veranlaßten ihn, 1815 seine „Remarks on Egyptian papyri and on the inscription of Rosettas herauszugeben; auch schrieb er Aecount of some recent discoveries in hieroglyphical literature (Lond. 1823) und „Egyptian dictionarys (Lond. 1829). Y. starb 10. Mai 1829. Eine Sammlung seiner Miscellaneous workso (4 Bde., Lond. 1855) erschien von Peacock und Leith erst lange nach seinem Tode. Vgl. Memoirs of the life of Thom. V.„ (Lond. 1831). Doungstown, Stadt und Sitz von Mahoning County im nordamerik. Staate Ohio, liegt am Mahoning-Flusse, an verschiedenen Eisenbahnen und zählt (1880) 15 435 E. Die Stadt liegt in einer reichen Ackerbaugegend, welche viel Eisen und Kohlen 7al ist ein bedeutender Handelsplatz und hat 7 Walzwerke, 11 Hohöfen und 2 Eisengießereien. Ppern, frz. Npres, früher oin Wendand. im gleichnamigen Bezirkder belg. Provinz Westflandern, an der kanalisierten Pperlee, Station der Linien Ostende-Y. der Belgischen Staatsbahnen und Courtrai-Poperinghe und Roulers-Y. der Flandrischen Ostbahn, in fruchtbarer Gegend gelegen, war einst der Sitz der ausgebreitetsten Tuchfabrikation, zählt aber nur noch (1884) 15 711 E., die großenteils mit der Verfertigung von Spitzen und Baumwollwaren, sowie mit Bleichen sich beschäftigen. Ein Überbleibsel aus der Blütezeit der Stadt sind die stattlichen, im 13. Jahrh. begonnenen, neuerdings mit den Standbildern von 31 flandr. Grafen von Puyenbroek und im Innern mit trefflichen Freskomalereien von Guffens und Swerts geschmückten Tuchhallen, die jetzt als Rathaus dienen. Die Wände des ersten Stocks sind seit 1876 mit 12 Gemälden in Wachsfarben von 5. Pauwels ausgeschmückt. In der ot. Domkirche des heil. Martin liegt Cornelius Jansen, der 1638 gestorbene Gründer der nach ihm benannten Kirchensekte, begraben. Y. nahm im 14. Jahrh. Anteil an dem Aufstand gegen den Grafen von Flandern unter Philipp van Artevelde; die Aristokratie gewann nach der Schlacht von Rosebeke (1382) die Oberhand und Y. wurde 1383 von den Gentern belagert; von da rührt der Verfall der einst 200000 E. zählenden Stadt. Die Festungs-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XVI. werke wurden 1781 geschleift, 1815 wiederhergestellt, aber in neuester Zeit gänzlich aufgegeben. Vpsilanti, Stadt in Was egr ar ounty im nordamerik. Staate Michigan, liegt am Huron-Flusse, der Michigan-Central⸗, der Detroit⸗, Hillsdale-Southwestern-Eisenbahn, zählt (1880) 4984 E., ist eine Handels⸗ und Fabrikstadt und hat mehrere ahl⸗, Papier⸗ und andere Mühlen, verschiedene Lehrerseminar. psilantis (Hypsilanti, grch. NVMHNve) ist der Name einer berühmten byzant, Aaerbß deren erster Ursprung mit dem byzant. Abgesehen der Komnenen (s. d.) zusammenhängt. Abgesehen von den ältern Gliedern 395 seit 1461 aus Trapezunt nach Konstantinopel übergesiedelten Hauses, sind folgende hervorragendere Männer zu nennen: Alexander Y. (der Altere) wurde Pfortendolmetscher und dann Hospodar, zuerst 1774—77 in der Walachei, 1787 in der Moldau und 1796 —98 wieder in der Walachei, wo er das Staatswesen und die Postanstalten reorganisierte und viele Schulen und Krankenhäuser errichtete. Man verdankt ihm ferner das erste Gesetzbuch in der Walachei. Sein hochbegabter, andauernd mit Plänen zu künftiger Befreiung der Griechen sich tragender Sohn Konstantin Y. wurde 1796 Pfortendolmetscher, 1799 Hospodar der Moldau und 1802 der Walachei. Durch die eru Diplomatie bei der Pforte als ein Parteigänger Rußlands verdächtigt, wurde er 30. Aug. 1806 abgesetzt und floh nach Siebenbürgen; die Türken zogen sein Vermögen ein, verhafteten seinen 80jährigen Vater, der Ende Januar 1807 hingerichtet wurde, Konstantin da-Rart kehrte nach Ausbruch des Kriegs zwischen ussen und Türken am 24. Dez. 1806 an der Spitze von russ. Truppen nach Bukarest zurück, wo er eine griech. Legion bildete, und nahm an den Unternehmungen des russ. Kabinetts gegen die Pforte warmen Anteil, zog sich aber nach dem Tilsiter Frieden, durch die russ. und franz. Politik beseitigt, 1807 nach Kiew zurück und starb dort 24. Juni 1816. Alexander NM.(der Jüngere), Sohn des vorigen, geb. 12. Dez. 1783, trat 1809 als Offizier in die kaiserl. russ. Garde zu Pferde. Im Aurolge eines zösischen Kriege von 1812 ward er infolge eines gegen die Franzosen in Polock mit Kühnheit ausgeführten Überfalls Major bei den grodnoer Husaren und machte als solcher mit Auszeichnung den Feldzug in Deutschland mit, in welchem er bei Dresden 27. Aug. 1813 durch einen Kartätschenschuß die rechte Hand verlor. Später stieg er zum Obersten und Adiutanten des Kaisers Alexander I. auf, und 1817 erhielt er den Grad als Generalmajor und das Kommando einer Husarenbrigade. Zu jener Zeit hatten die Pläne der Hetärie (s. d.) zur Befreiung Griechenlands bereits eine bestimmtere Richtung gewonnen, und nachdem Kapodistrias für seine Person die Anträge der Hetärie abgelehnt, nahm Y. am 15. Juli 1820 das Anerbieten der Hetäristen, an ihre Spitze zu treten, an und eröffnete 7. März 1821 in den Donaufürstentümern den Aufstand der Griechen gegen die Pforte. Die Schlacht bei Dragaschan vernichtete 19. Juni 1821 jede Hoffnung der Hetäristen, und Y. suchte seine persönliche Sicherheit in Osterreich. Er ward darauf teils in Munkacz in Ungarn, teils in Theresienstadt in Böhmen unch Wer gehalten, und als er im Herbst 1827 durch Vermittelung des Kaisers Nikolaus die 4Z1 erhielt, war seine Gesundheit so angegriffen, daß er 1. Aug. 1828 in Wien starb. Dimitrios Y.,des vorigen Bruder, geb. 25. Dez. 1793, hat sich ebenfalls in russ. Kriegsdiensten, vorzüglich im Feldzuge von 1814 me ach ausgezeichnei. Mit seinem Bruder in die Pläne der Hetärie eingeweiht, übernahm er im April 1821 den Auftrag, im Namen seines Bruders in Griechenland an die Spitze des Aufstandes zu treten, der bereits in Morea ausgebrochen war, und landete am 21. Juni zu Astros. Anfang des J. 1822 wurde er von der Nationalversammlung zu Epidauros zum Präsidenten der Nomotheten erwählt. Er erhielt auch (15. Juli) das Kommando des Belagerungskorps vor Tripolitsa, vermochte aber keinen nachhaltigen Einfluß auf die Führer der Aufständischen zu gewinnen. Als im Juli 1822 der türk. Feldherr Dramali Machmut Pascha mit bedeutender Heeresmacht in den Peloponnes eingedrungen war, besetzte Y. mit einigen hundert Mann die antike Citadelle von Argos, hielt hier mit seltener Kühnheit den Feind auf, und gab dadurch den griech. Heerführern die Möglichkeit, die Vernichtung des türk. Heers in den Engpässen zwischen Argos und Korinth, die im August stattfand und an welcher Y. Anteil nahm, herbeizuführen. Auch trat N. bei den Mühlen von Lerna dem Siegeslaufe des RNuß der Pascha mit Kühnheit und Erfolg entgegen. tach der Ankunft des Präsidenten Kapodistrias im Jan. 1828 kehrte Y. wieder auf den Schauplatz der öffentlichen Angelegenheiten zurück. Er übernahm den Oberbefehl über die Truppen in Ostgriechenland und lieferte den Türken 24. Sept. 1829 bei Petra in Böotien das letzte Gefecht des Kriegs, nahm jedoch später, unwillig über die Art, wie Augustin Kapodistrias als Generalinspektor der Truppen in die Militärangelegenheiten eingriff, 1. Jan. 1830 seine Entlassung. Als im April 1832 eine Ausgleichung der Parteizerwürfnisse durch die Wahl einer aus sieben Mitgliedern bestehenden Regierungskommission versucht ward, trat Y. auf Kolettis Betrieb in dieselbe ein, starb aber 16. Aug. 1832 zu Nauplia. — Fürst Gregor Y. (geb. 17. Sept. 1835, Gesandter Griechenlands in Wien und in Paris, wo er 20. Febr. 1886 starb), war ein Sohn von Gregor Y. (gest. 12. Juli 1835), welcher Bruder von Alexander und Dimitrios Y. war, und hinterließ zwei Söhne, die 1877 und 1881 geborenen Prinzen Emanuel und Theodor N. ule Priarte, span. Dichter, s. Iriarte. Driarte (Charles Emile), franz. Schriftsteller spanischer Herkunft, geb. 5. Dez. 1832 zu Paris, wurde früh beim Staatsministerium angestellt und erhielt die Stelle eines Inspektors der Oper. Bald aber, nachdem er schon an mehrern Blättern mitgearbeitet und den Feldzug der Spanier in Marokko mitgemacht, entsagte er seinem Amt und widmete sich ganz der Schriftstellerei. Er veröffentlichte: „La société espagnoles (1861), (Sous la tente, souvenirs du Maroce (1862), Les cercles de Pariso (1864), (Paris grotesque, les célébrités de la ruep (1864), (Goya, sa viè et son œuνres (1867), „Portraits cosmopolites, Tableaux de la guerren (1870), Les Prussiens à Paris et le 18 Mars (1871),6Campagne de France (1871), Les princes d'Orléanso (1872), Le puritain, scènes de la vie parisiennen (1873), Bosnie et Herzégovine (1876), WLes bords de ILAdriatique et le Monteriarte (Iriate; Ignacio), der berühmteste span. Landschaftsmaler, geb. 1620 zu Azwizia in der Provinz Guipuzeoa, erlernte die Malerei bei dem ältern Herrera zu Sevilla. Da er aber kein Talent für schast. Die ipar hatte, widmete er sich der Landschaft. Die span. und ausländischen Sammlungen sind reich an Werken von ihm. Y. ist ein Maler von Phantasie; seine Kompositionen sind von roßen und gewaltigen Formen; seine Beleuchtung hat etwas Magisches; seine 6 Landichg ist mehr enial als sorgfältig. Seine Landschaften ohne Higuren, diejenigen ausgenommen, welche Murillo staffirt hat, stehen viel höher im Werte als die mit Figuren. Er starb zu Sevilla 1685, wo er Sekretär der Akademie war. run, span. Stadt, s. Irun. burg. senburg, Fürsten und Grafen von, s. Isensop (Hyssopus officinalis L.) ½ ein zur Familie der Labiaten gehörender Halbstrauch des südl. Europa, welcher teils als Zierpflanze, teils als Gewürzkraut häufig in Deutschland in Gärten kultiviert wird und sich verwildert auch hin und wieder auf Schutt alter Burgen findet. Er bildet Stenger mut fußhohe oder höhere Büsche, deren Stengel mit zahlreichen lineallanzettförmigen, drüsig-punktierten, sehr aromatischen Blättern besetzt sind und in aus einseitswendigen Scheinquirlen zusammengesetzte Trauben dunkelblauer (selten weißer) Blumen auslaufen. Die Blüten besitzen einen röhrigen Kelch mit fünfzähnigem Saum und eine Blumenkrone mit ausgerandeter, wenig gewölbter Oberlippe und dreilappiger Unterlippe, aus welchen die zweimächtigen Staubfäden hervorragen. Der 5 ist reich an ätherischem Ol, weshalb er aromatisch riecht und schmeckt. Der Y. erträgt den deutschen Winter gut, gedeiht ohne besondere Pflege auf einem kräftigen Gartenboden und läßt sich durch metken. O der Stöcke im Spätsommer leicht vermehren. Das Kraut war früher unter dem Namen Herba Hyssopi offizinell und wurde gegen Magenleiden angewendet, dasselbe ist auch jetzt noch als Hausmittel in Gebrauch, weshalb die Pflanze besonders auf dem Lande häufig kultiviert wird. Yssel (spr. Eissel) heißen verschiedene Gewässer im Königreich der Niederlande. Die Neue oder Nieuwe-Assel, ein kanalisierter Arm des Rheins, der von Drusus gegrabenen Fossa Drusiana entsprechend, führt aus dem Rhein nahe oberhalb Arnheim 26 km nordostwärts nach Doesburg, wo er sich mit der Alten oder Oude-Yssel vereinigt, welche, deutsch schlechthin Issel genannt, aus Westfalen kommt, daselbst über Isselburg und Anholt fließt, dann nach Gelderland übertritt und wenig schiffbar ist. Das vereinigte Wasser, im Mittelalter Sala oder Isala genannt, wendet sich in dem ursprünglichen Bett des untern Laufs der Alten unter dem Namen Y. oder Ysselstroom nordwärts über Zütphen und Deventer, bildet von da an die Grenze zwischen Gelderland und Overyssel und geht nach einem Laufe von 90 km westlich von Zwolle, bei Kampen, mit mehrern Armen und einem sich stets erweiternden Delta in die Zuidersee, nachdem sie rechts aus Westfalen die Berkel und die Schip-Beek aufgenommen hat. Die Y. bildet einen der fünf Hauptmündungsarme des Rheins, ist 146 km lang, bei Zütphen 100, bei Kampen über 220m breit und wird von Dampfbooten befahren. — die Nederyssel, auch Kleine oder Hollän7 Yssel genannt, ist ein schiffbarer Arm des Leck, der von 4 280 bei Vianen abzweigt, westwärts durch die Provinz Utrecht über Ys selstein Stadt von 3400) und Montfoort, dann durch die Provinz Südholland über Oudewater nach Gouda fließt, zuletzt südwärts in die Maas, oberhalb Rotterdam und gegenüber der Insel Ysselmonde, mündet. Von der erstgenannten Y. hat die niederländ. Provinz Overyssel den Namen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 816Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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