Yoruba, Joruba, in der Haussasprache und auf ältern europ. Karten Harriba genannt, war bis zum Beginn des zweiten Viertels des 19. Jahrh. ein ansehnliches Königreich in Afrika mit der Hauptstadt Oyo (Ojo), welches sich zwischen Dahome und Benin ausbreitete, im Nordosten und Osten bis zum Niger reichte und im Süden sich fast bis zu den Küsten der Bai von Benin erstreckte, seit jener Zeit aber den größten Teil an die Fulbe (Fellatah) des Reichs Gando verloren und sich überhaupt in mehrere Einzelherrschaften zersplittert hat. Den eigentlichen Kern der Bevölkerung bildet das Negervolk der Y. Eu Sierra Leone Oku, in ihrer eigenen Sprache aber Eyo genannt), welches auf etwa 3 Mill. Köpfe geschätzt wird und vorzugsweise das gebirgige Innere bewohnt. Die Y. sind in neuerer Zeit teilweise zum Islam übergegangen, teilweise aber auch zum Christentum; es bestehen 11 Missionsstationen. Die Vorubasprache, welche in mehrern Dialekten gesprochen wird und mit dem benachbarten Nufe -Rupe) auf der Ostseite des Niger verwandt ist, haben besonders die Missionare Crowther (ein Neger) und Bowen bearbeitet. Der wichtigste Handelsartikel ist das Palmöl, welches vorzugsweise über die engl. Seeplätze Lagos und Badagry zur Ausfuhr gelangt. In der eigentlichen Landschäft der Y., einem Rest des alten Voruba-Reichs, liegt die Hauptstadt Ago-Oja, auch wohl Ojo, mit 70000 E. Ibadan, 50 Km südlich von Ojo, hat 50000 E. Vgl. außer den Reiseberichten von Bowen (1857), May (1858), Delany, «Official report of the Niger valley exploring partyv (Neuyork 1861): Rohlfs, «Quer durch Afrikar (Bd. 2, Lpz. 1875).