FeedZacatecas
ErdkundeBrockhaus 1882

Zacatecas, einer der Binnenstaaten von Mexiko, der ehemals eine wegen ihrer reichen Silberminen berühmte span. Intendanz und mit Xalisco (s. d.) zusammen das Königreich Neu-Galicien bildete, grenzt im N. an Coahuila, im O. an San-Luis Potosi, im S. an Xalisco und Aguas Calientes und im W. an Xalisco und Durango und zählt (1882) auf 65 354 qkm 422 506 E. Das Gebiet des durchgängig öden und menschenarmen Staats ist fast ausschließlich Hochland. Am einförmigsten ist das über 2100 m hohe Plateau, welches die Mitte des Staats einnimmt. Der Boden ist im allgemeinen sehr dürr. Der Regen bleibt zuweilen jahrelang ganz aus, und heftige Nordwinde mehren die Dürre. Die Gewässer treten nur als unbedeutende Bäche auf. Im Norden der Hauptstadt befinden sich neun kleine Seen, deren Wasser salzsaure und kohlensaure Soda in Überfluß enthält und eine wichtige Salzproduktion gewährt. Der großen Höhe wegen hat der Staat, obgleich er noch innerhalb der Tropen liegt, im allgemeinen ein kaltes Klima. Unerheblich sind Ackerbau und Industrie, der Staat ist in dieser Beziehung von seinen Nachbarn Inallap Mehr Bedeutung hat der Handel, indem alle von Mexiko nach Durango und andern nördl. Staaten gehenden Waren Z. passieren. Der einzige Reichtum des Staats besteht in seinen Metallschäzen, namentlich in den Silberminen, durch welche Z. seit alten Zeiten die bedeutendste Bergbauprovinz Neuspaniens gewesen. Die ersten Silberminen wurden hier schon 1548 entdeckt. Die drei berühmtesten Grubenreviere von 3Z., Fresnillo und Sombrerete haben seit der Mitte des 16. Jahrh. eine ganz erstaunliche Masse von Silber geliefert, von 1610 (bis wohin die Nachrichten zurückreichen) bis 1810 wenigstens 670 Mill. Pesos. Obgleich auch in Z. der Bergbau durch die Revolution sehr gelitten, bearbeitet man doch noch jetzt die Gruben daselbst mit günstigem Erfolge, sodaß dieser Staat nach Guanaxuato die größte Silberproduktion hat. Von 1810 bis 1867 wurden in der Münze von Z. 216 Mill. Doll. geprägt. Die Bewohner sind meist nur in einige wenige größere Ortschaften zusammengedrängt. Große Strecken im Norden und Nordosten sind fast ganz unbevölkert, die Indianerbevölkerung zum großen Teil verdrängt. In kirchlicher Beziehung steht Z. unter dem Bischof von Xalisco. Die Hauptstadt Zacatecas, nach Guanaruato die berühmteste Bergwerksstadt Mexikos, 2400 müber dem Meere in einem Thale gelegen, schon 1588 zur Ciudad erhoben, zählt 30000 E. Die Stadt hat viele Kirchen und Klöster, eine prächtige Hauptparochialkirche, auf der höchsten Stelle der Stadt, einen Regierungspalast, ein Zollhaus, eine Münze, einen aeehr eine Getreidehalle, eine Cigarrenfabrik, eine gelehrte Bildungsanstalt, eine der bedeutendsten Bibliotheken Mexikos im Aadalnne un kloster Colegio de Nuestra Senora de Guadalupe und ein Theater. Es besteht ein starker Transitohandel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 822Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6