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ErdkundeBrockhaus 1882

Durango, Staat Mexikos, ders üdwestlichste Teil der ehemaligen Intendantschaft D. oder Neu-Biscaya, welche auch das jetzige Chihuahua und einen Teil von Coahuila umfaßte, bildet den nördl. Teil der Hochebene von Anahuac (s. d.), welcher im all-Aaerban wohlbewässerte und zur Viehzucht wie zum Ackerbau geeignete Hochflächen und Hochthäler umschließt. Der Nordosten des Departements gehört u der Bodensenke des Bolson de Mapimi. Größere lüsse fehlen. Das Klima ist, wie die Bodenerhebung, mannigfaltig, im ganzen jedoch gesund, die Luft, außer zur Regenzeit, trocken, der Winter kalt, nicht frei von Eis und Schnee. Die Gebirge sind reich an Metallniederlagen, die aber meist noch wenig bearbeitet und neuerdings in ihrem Ertrage noch sehr abgenommen haben. Der Staat zählt auf 95275gEm (1875) 190846 E. Die weiße Einwohnerschaft besteht größtenteils in den Nachkommen von Einwanderern aus den gewerbthätigsten Provinzen Spaniens (Biscaya, Navarra und Catalonien), die den einfachen und arbeitsamen Sinn ihrer Vorfahren bewahrt und auch ihr Blut von der Mischung mit indianischem sehr rein erhalten haben. Die Indianer, aus denen die große Mehrheit besteht, leben teils in eigenen, von frühern Missionaren gestifteten Ortschaften, teils schwärmen sie, von Jagd und Raub lebend, im Lande umher. Die Spanier fanden hier drei ganz voneinander verschiedene Sprachen redende Völker vor: die Tepehuas, die Acakhas und die Chuhimeken, jede in zahlreiche Stämme zerfallend. Diese Sprachen leben noch jetzt im Lande, stehen aber hinter dem Spanischen weit zurück. Die Hauptproduktion des Landes besteht in den Erzeugnissen der Landwirtschaft, ehemals insbesondere in der durch die Indianereinfälle fast zu Grunde gegangenen Viehzucht. Pferde, Rindvieh, vortreffliche Maultiere und besonders Schafe werden nach den südlichern Landesteilen ausgeführt. Weizen, Mais und Hülsenfrüchte, Bohnen und Chili-Pfeffer, die wie die europ. Garten⸗ und Baumfrüchte gut gedeihen, baut man nur zum eigenen Bedarf. Ausgedehnt dagegen sind die Pflanzungen von Maguey zum Behuf der Destillation von Branntwein (Mezical), sowie die von Baumwolle am Rio de Nazas für die Fabriken von Zacatecas und San-Luis-Potosi. Gold findet sich reichlich in Sta.⸗Maria del Oro. Der Handelsbetrieb D.s ist nicht unbedeutend, weil die große Straße von Mexiko nach dem Norden durch D. führt. Der Staat ist in 12 Partidos geteilt, die in 30Municipalidades oder Kommunen zerfallen. Die Hauptstadt Durango oder Guadiäna, zu Ehren des ersten Präsidenten der mexik. Konöderation (Don Guadelupe Victoria) auch Ciudad de Victoria genannt, auf einer wasserarmen, wenig angebauten Hochfläche 1928 m hoch gelegen, 805 km im NW. von Mexiko, wurde 1559 von Alonzo de Pacheco unter dem cPpauberih Velasco als Militärposten gegründet, blieb aber lange ein unbedeutender Ort, der sein Aufblühen erst der Entdeckung der reichen Minen von Guarisamey verdankt. Die Stadt war noch 1783 nur ein Dorf; aber der reiche Bergwerksbesitzer Zambrano machte durch Aufwendung von Millionen daraus eine prächtige Stadt, eine der schönsten im nördl. Mexiko. Sie ist der Sitz der höchsten Behörden der Provinz und Residenz eines Bischofs, hat eine Kathedrale, mehrere andere Kirchen und Kapellen, ein ospital liges Jesuitenkollegium, eine Münze, ein Hospital, eine bedeutende Tabaksfabrik, sowie einige andere industrielle Anlagen und zählt (1880) 27 119 E. In der Nähe (1 Km) liegt der Cerro del Mercado, welcher ganz aus Magneteisenstein (mit 65—75 Proz. Eisen) besteht und jetzt abgebaut wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 661Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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