Zählwerke, Zählapparate oder Zähler (frz. compteur; engl. counter) sind im allgemeinen alle Mechanismen, welche zum selbstthätigen Zählen von Zeit, Bewegung, Geschwindigkeit, Weg u. s. w. dienen, also Uhren, Schritt⸗, Hub⸗, Stück⸗ und Tourenzähler, Wegmesser, Wassermesser, Gasmesser, Tachometer, Rechenmaschinen u. s. w. Im engern Sinne dagegen versteht man unter Z. gewöhnlich nur die mechanischen Vorrichtungen zum Zählen auf und nieder gehender oder rotierender Bewegungen von Kraft⸗ und Arbeitsmaschinen, Hubzähler und Tourenzähler, welche in einigen Anordnungen mit Registrierapparaten verbunden sind, von denen die innerhalb einer gewissen Zeit erfolgenden Hube (. B. die Auf⸗ und Niedergänge des Kolbens einer Dampfmaschine) oder Touren (z. B. die Umdrehungen einer ArderLeniumnahgel zur Kontrolle des Ganges oder der Leistung abgelesen werden können. Die nachstehenden Fig. 1 u. 2 zeigen einen Hubz 10 ler der gebräuchlichsten Konstruktion, welcher auch als Tourenzähler dienen kann. Fig. 1 stellt den Apparat im Betriebszustand dar, wobei der Hebel H mit einem auf und ab gehenden Maschinenteil derart in Verbindung gebracht wird, daß er diese Bewegung mitmacht. Auf der Vorderseite des metallenen Kastens erscheint in der ersten rechtsseitigen Offnung bei jedem Hub, in der zweiten bei jedem zehnten, in der dritten bei jedem hundertsten, in der fünften bei jedem zehntausendsten Hub eine neue Ziffer, sodaß, bei Null angefangen, die Hub * jederzeit ablesbar ist. Soll der Apparat als Tourenzähler dienen, so wird der Hebel Hsentfernt und ein Stift von hinten an die Achse des vordern Rades ins Werk gesteckt. Verbindet man alsdann den Stift mit dem Mittelpunkt der Welle, deren Umdrehungen gezählt werden sollen, so wird das Zählwerk in twegung gesetzt und funktioniert wie beim Hubzählen. Aus Fig. 2, welche den Mechanismus bei abgehobenem Gehäuse zeigt, ist zu erkennen, wie ein durch die Bewegung des Hebels H oseillierender Bügel mit zwei entsprechenden Zacken abwechselnd in ein sternförmiges Rad eingreift und dieses dreht. Durch entsprechende Zahnradübersetzung wird diese Rotationsbewegung auf die Zahlenscheiben für die Einer, Zehner, Hunderter u. s. w. 94½5 derselben Fabrik dargestellt, dessen vorstehende Spitze in den Körner der betreffenden Welle gesteckt wird, sodaß die kleine Welle des Apparats, auf der eine Schnecke sitzt, mithenommen wird. Die Schnecke bewegt ein Getriebe, durch welches sich zwei Zeiger auf dem Zifferblatt drehen, an deren Stellung die Anzahl der Umdrehungen abgelesen werden kann. ahlwörter (numeralia) heißen die Worte, welche die einzelnen Glieder der Zahlenreihe ausdrücken, ein, zwei u. s. w., und die von ihnen abeleiteten Worte, welche der Zahl eine bestimmte Bedeutungsfärbung hinzufügen, z. B. die Aufeinanderfolge: erster, zweiter u. s. w. Die Numeralia, welche die einfache Zahlenreihe angeben, heißen Cardinalia, die, welche die bestimmte Ordnung anzeigen, Ordinalia; manche Sprachen haben auch einfache Z. für andere Zahlenverhältnisse, z. B. das Lateinische Multiplicativa: semel, bis u. s. w. einmal, zweimal, wo das Deutsche sich durch ein Substantivum, »Malo, hilft; ferner Distributiva Verteilungszahlen): singuli, bini u. s. w. =je ein, zwei. Die Zahlreihe der indogerman. Sprachen at ursprünglich einfache Worte für 1—10 und 100, die den einzelnen Sprachen dieser Sprachfamilie gemeinsam sind, dagegen ist ein gemeinsames Wort und 99, wie zwischen 101 und 999 werden gebildet durch Ableitung und Zusammensetzung oder syntaktische Verbindung der Zahlen von 1—10 und 100. Das Gotische z. B. zeigt dies deutlich; fdvörtaihun, unser evierzehno, ist eine Zusammenrückung der beiden Z. fidvör (pier) und taihun (zehn), fidvör-tigjus, unser 1 ist ein wie jedes andere Wort gezähltes tigus (zehn), also avier Nur unser Kelfe und azwölfe, gotisch ain-lit, tya-lit sind anderer Entstehung, beruhen aber auch auf Zusammensetzung mit eeino und azweir. ahn. en, s. 1 6 ern. ahn. Die Zähne (dentes) des Menschen, 32 an der Zahl, gehören zu den Knochen, obgleich sie sich von den übrigen Knochen durch ihren Bau etwas unterscheiden. Sie sind zu einer Hälfte in die Zahnzellen (alveoli) des Oberkiefers, zur andern in die des Unterkiefers eingesenkt und werden teils durch diese enganschließenden Knochen und die noch dazwischen liegende doppelte Schicht Knochenhaut, teils durch das Zahnfleisch (gingiva), ein schwammiges, gefäßreiches, aber nervenarmes Zellgewebe, welches, mit zarter Schleimhaut bedeckt, auf den Kieferrändern aufsitzt und die Zahne einfaßt, in ihrer Stellung festgehalten. Jeder besteht aus der Krone, die aus dem Zahnfleische frei in die Mundhöhle hervorragt und mit dem Zahnschmelze oder Email (substantia dentis vitrea), einer porzellanartigen, äußerst harten, latten, in verschiedener Dicke aufgetragenen und halbdurchsichtigen Masse, bedeckt ist, dem Halse, welcher noch außerhalb der Zahnzelle vom Zahnfleische umgeben wird und etwas dünner als die Krone ist, und der Wurzel, welche spitz endend in der Zahnzelle sitzt und einfach oder der 3 sein kann. Den beiden letztern Teilen fehlt der Zahnschmelz, und sie bestehen nur aus dem 3 oder Dentin, sehr feinen, in einer harten strukturlosen Grundsubstanz eingebetteten Röhrchen, und der Wurzelrinde oder dem Cement, welcher die Wurzeloberflächen überzieht und in seiner Zusammensetzung der der die Jah entspricht. Nach ihrer Gestalt teilt man die Zähne ein in Schneidezähne (dentes incisivi), mit platter, meißelförmiger Krone und einfacher Wurzel, von denen in jedem Kiefer zwei Paar vorn in der Mitte stehend gefunden werden, Eck- oder Spitzzähne langulares oder canini), mit längerer, dickerer und pyramidalisch ausgehender Krone und einfacher Wurzel, welche, im ganzen vier an der Zahl, die vorigen einfassen, Backzä yne oder kleine Stockzähne (buccales), je vier in jedem Kiefer, mit niedrigern Kronen und doppelten oder einfachen Wurzeln, und Mahl- oder Stockzähne (molares), je sechs in jedem Kiefer, mit breiter, mehrhöckeriger Krone und zwei bis drei divergierenden Wurzeln. Die beiden Eckzähne des Oberkiefers werden wegen der Länge ihrer Wurzeln auch Augenzähne genannt. In jedem Z. befindet sich eine Höhle (eavum dentis), welche sich bis in die Krone erstreckt und mittels eines in der Spitze der Wurzel ausmündenden Kanals einen Nerven, eine Arterie und eine Vene aufnimmt, die in ihren Verschlingungen den weichen nervenreichen Zahnkeim oder die Zahnpulpa (aucleus oder matrix dentis) bilden, durch welchen die Höhle ausgefüllt und der Z. ernährt wird. Die ähne sind un der Mohr und dienen als solche der erkleinerung der Nahrungsmittel, tragen aber auch wesentlich zu einer deutlichen Aussprache, so- wie zur Formation des Gesichts bei, indem sie den Backen und Lippen ihre Rundung geben, welche durch ++. Verlust gleichfalls verloren geht. Entwickelung der Zähne dar. Die ersten Spuren der Zähne finden sich schon gegen Ende des weiten Monats des Embryolebens als kleine mit aeen erfüllte Säckchen in den nur aus einer inne auf den Kieferrändern bestehenden Zahnellen. Die Umgebungen des aus der Flüssigkeit ich entwickelnden Zahnkeims beginnen im fünften Monat die Verknöcherung, welche, von der Krone ausgehend, im siebenten Monat nach der Geburt bei dem Hervorbrechen der ersten Zähne mit der Bildung der Wurzel endigt. Diese ersten oder nennt man Sben Maebnn (dentes infantiles oder temporarii oder deécidui). Ihrer sind, da die 12 hintersten fehlen, nur 20, und sie kommen so hervor, daß die Schneidezähne beginnen und die Backzähne endigen und der erste Zahnausbruch lerste Dentition) mit Ende des 2. Lebensjahres geschlossen ist. Im 7. oder 8. Lebensjahre beginnen diese Zähne infolge einer Res und we ihrer Wurzeln nach und nach auszufallen und werden durch andere nachwachsende und in ihrer Struktur bedeutend festere ersetzt. Während dieser Periode (zweite Dentition), welche im 13. oder 14. Lebensjahre endigt, brechen auch von den drei hintersten Backzähnen jeder 56r und Seite die zwei vordersten Dentt. sodaß der Mensch zu Ende derselben 28 Zähne esitzt, welche sich erst zwischen dem 20. und 30. Lebensjahre durch Hervorbruch der vier äußersten Backzähne, Weisheitszähne genannt, zu ihrer Normalzahl vervollständigen. Nach und nach nutzen sich die Zähne ab, sodaß die Krone oft auch ohne Zahnkrankheiten im 1. op Alter bis über die Hälfte verloren gegangen ist, während sich die Zahnzellen mit Knochenmasse füllen, welche die Wurzeln herausdrängt und so das Ausfallen der Zähne veranlaßt. Unvollständige Anzahl, Überzahl, Verwachsung und sonstige Mißbildung oder ein dritter Wechsel der Zähne werden zuweilen beobachtet. Von den einzelnen Entwickelungsstufen der Bahne ist besonders die erste, das Hervortreten der Zähne beim Säugling, das Zahnen (dentitio), oft von mehr oder minder erheblichen Beschwerden begleitet, die jedoch weniger im Zahnungsvorgange selbst, als vielmehr in allgemeinen Schwächezuständen, in rhachitischer oder skrofulöser Disposition ihren Grund haben. (S. Zahnen der Kinder.) Vgl. Owen, «Odontographys (Lond. 1840); Giebel, Odontographiev (Lpz. 1854); Waldeyer, „Unterfuchungen über die Entwickelung der 3.(Danzig 1864); Holländer, «Die Anatomie der Zähne des Menschen und der Wirbeltierer (Berl. 1877); Baume, „Odontologische Forschungen (Lpz. 1882). Die wichtigsten Grundsätze der Zahnpflege oder Zahndiätetik lassen sich dahin zusammenfassen, das Beißen auf allzu harte Gegenstände, so- wie plötzlichen Temperaturwechsel in der Mundöhle sorgsam zu vermeiden, weil dadurch leicht isse und Spalten im Zahnschmelz mit ihren Fol-P entstehen, saure und scharfe Flüssigkeiten (Essig, flanzensäuren u. dgl.), sowie Zucker und zuckerhaltige Substanzen von den Zähnen möglichst fern zu halten und stets für die gründlichste Reinhaltung des Mundes besorgt zu sein. Man spüle nach jeder Mahlzeit den Mund sorgfältig mit Wasser oder desinfizierendem Mundwasser (Lösungen von aurem Natron u. a.) aus und reinige die Zähne Bah und abends vermittelst einer nicht zu harten