FeedGetriebe
TechnikBrockhaus 1882

Getriebe (frz. commande, pignon; engl. driving-gear, pinion) nennt man häufig in der Maschinentechnik die besser mit dem Namen Bewegungsmechanismus (s. d.) oder Triebwerke (s. d.) bezeichneten Bestandteile einer Maschine, welche zur Übertragung der Bewegung von kraftaufnehmenden Teilen auf das Werkzeug dienen. Unter G. versteht man ferner die in den Uhren vorkommenden kleinen Zahnräder, sowie auch im Mühlenbau die Zahnräder mit kreiscylindrischen Zähnen; endlich im Bergbau eine gewisse Auszimmerungsart zur Ver-Loltern von Grubenbauen, aus einigen starken Hölzern und dahinter einer Verkleidung von Schwarten, Brettern oder Pfosten bestehend. etriebene Arbeit nennt man denjenigen Zweig der Skulptur, welcher sich mit dem Heraustreiben erhabener Figuren aus einer Metallplatte beschäftigt. Die dazu angewandten Metalle sind meist Gold, Silber, Kupfer und Eisen, die Arbeit selbst zerfällt nach den Werkzeugen in zwei Arten. Die schwierigere, nur von einem Künstler aus-Biech an ist das Treiben mit Bunzen, wobei das lech auf eine Pochscheibe gelegt und die Figur nach und nach durch Hämmern gebildet wird; mit dem Ciseliereisen pflegt dann von oben in die rechte Seite wieder hineingearbeitet zu werden. Man kann auf diese Weise ein flaches Relief herausbringen, aber auch völlig runde Figuren, wie sie 3. B. sich auf dem goldenen Salzfaß Benvenuto Cellinis (s. Tafel: Bildnerei VI, Fig. 1) zu Wien belice un Die leichtere, auch einem Handwerker mögiche ist das Treiben mit Stanzen, welche schon die ganze Darstellung in Relief enthalten, sodaß das Blech nur daraufgelegt zu werden braucht; über demselben wird dann eine Bleiplatte angebracht und mit gleichmäßig fortgesetztem Hämmern allmählich dem Blech die Darstellung eingeprägt. Gegenwärtig pflegt man statt des Hämmerns oft das Pressen anzuwenden und dabei fabrikmäßig zu verfahren. Die Blütezeit der getriebenen Arbeit war das 16. und 17. Jahrh., aus welcher Epoche noch zahlreiche silberne Pokale, Becher und andere Geähe mitunter von höchst ausgezeichneter Arbeit, in privaten und öffentlichen Sammlungen erhalten sind. Der sehr erleichterte Metallguß hat in neuerer Zeit mehr und mehr ihre Stelle eingenommen. Doch kommt man neuerdings vielfach wieder zum Treiben als zu einer edlern Technik zurück. Dies gilt sowohl in der Goldschmiedekunst wie bei den rößern Eisenarbeiten, bei Gittern, ahren Kroneuchtern u. s. w., wo das are vonß ren als das solidere und mehr künstlerische von den Architekten dem Guß bei weitem vorgezogen wird. Eine genaue Beschreibung des Verfahrens bei der getriebenen Arbeit im 16. Jahrh., namentlich in der feinern Goldschmiedekunst, gibt Benvenuto Cellini in seinem Trattato dell' orificerias (Flor. 1856; deutsch von Brinckmann, Lpz. 1867).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 933Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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