Zea oder Kea, im Volksmunde gewöhnlich Tschia, bei den Alten Keos (s. d.) genannt, eine der Cykladischen Inseln Griechenlands, bildet mit den Inseln Thermia und Seriphos eine Eparchie des Nomos Kyklades, hat eine ovale Gestalt und ein Areal von 103 qkm, ist bergig, doch im höchsten Punkte, dem heil. Eliasberg, nur 568 m hoch und gehört zu den fruchtbarern Inseln des Archipelagus. Die Insel erzeugt Weizen, starken Rotwein, Feigen und andere Südfrüchte, Honig, Baumwolle, Seide und besonders viel Velanidia, d. i. Galläpfel oder Knoppern. Die Südfrüchte, besonders die Citronen, sind vorzüglich und werden größtenteils nach Athen, Euböa und der Türkei ausgeführt. Die Baumwolle wird zu groben Stoffen verarbeitet; die Seide findet ihren Absatz nach Athen und Syra, der Wein größernteils nach den Küsten des Festlandes. Den Hauptartikel der Ausfuhr nach Europa und Kleinasien bilden die Knoppern. Die Mennige, welche im Altertum den wichtigsten Ausfuhrartikel der Insel, besonders nach Attika, bildete, wird jetzt nicht mehrdaselbst fabriziert. Die Einwohner, (1879) 4311, sind fast alle Landbauer und leben alle in der Stadt Zea oder Tschia, auf der Stelle der alten Stadt Julis, bei der man einen aus dem Felsen gehauenen kolossalen Löwen sieht. Vgl. Miliarakis, (Beschreibung der Kykladeno (neugrch., Athen 1880).