FeedZeichensprache
AllerleiBrockhaus 1882

Zeichensprache, ursprünglich jegliche Art der Mitteilung, welche nicht mittels der Sprache, d. h. durch Töne vor sich geht, dann aber speziell diejenige Art der Gedankenmitteilung, welche durch die verschiedenen Gesten der Hand und der Finger im Verhältnis zu den übrigen Körperteilen zu Stande kommt. Die Z. ist sehr alt und findet sich heinahe bei allen Völkern des Erdballs wieder. Dieselbe vertritt entweder (3. B. bei Taubstummen) die gänzlich abwesende Tonsprache, oder sie soll 63., B. bei Dieben, Geheimbündlern) durch Umgehung der Tonsprache bloß den Eingeweihten verständlich sein, oder soll sie (z. B. im Verkehr von Individuen, welche sich sprachlich gar nicht oder sehr schwer verständigen können) die Tonsprache unterstützen oder erseten. Manchmal (3. B. in Klöstern, deren Insassen das Gelübde des Schweigens auferlegt ist) dient die Z. dazu, eine gegenseitige Verständigung ohne Übertretung des Gebotes zu ermöglichen. Trotz des großen Spielraums, welcher sich hier anscheinend der Willkür darbietet, bewegen sich die Gesetze der 3Z. in bestimmten Schranken und zeigen die verschiedenen Systeme eine oft frappante Ahnlichkeit untereinander. In neuester Zeit hat der nordamerik. Colonel Garrick Mallery mit der Z. der nordamerik. Indianer sich viel beschäftigt und seine Forschungen in einer Arbeit: Sign langnage among North-American Indians, compared with that among other peoples and deaf-muteso (Washingt. 1881), niedergelegt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 852Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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