Zeit in Holland einheimisch war, brachte daselbst zeitig zahlreiche und bedeutende Zeitschriften hervor. Doch sind darunter die zu unterscheiden, welche in franz. Sprache geschrieben und von Franosen herausgegeben wurden und eigentlich einen Iweig der franz. Litteratur bilden. Dahin gehören unter andern Bayles 1684 gegründete Nouvelles de la république des lettresꝰ, Basnages Histoire des ouvrages des savantso (1687 1709), Lecleres Bibliothègue universelles (1686-93) u. s. w. Von weniger universeller Bedeutung waren die Zeitschriften in holländ. Sprache. Voran steht zeitlich der 1692 begonnene „Boekzaal van Europer, der später mehrmals seinen Titel änderte und eingegangen ist. Lange Zeit galt der «Allgemeene konst- en letterboder, gegründet 1788, für die beste holländ. litterarische und kritische Zeitschrift. Seit 1860 ward sie verschmolzen mit dem 1855 errichteten Nederlandsche Spectator, einem litterar.Wochenblatte. Die erste Stelle unter denvielen periodischen Schriften nimmt die 1837gegründete Monatsschrift De Gidse (Führer) ein, in welcher litterarische, polit. und soziale Gegenstände behandelt werden. Neben dem (Gidso verdient Erwähnung De Tijdspiégele, welcher ein litterarischtritisches Journal ist und zugleich die liberalen Prinzivien in der prot. Theologie vertritt. Die gediegenste kath. Zeitschrift ist die zweimonatliche Dietsche Warander, welche aber hauptsächlich dem niederländ. Altertum ihre Aufmerksamkeit schenkt. Unter der verhältnismäßig sehr großen Anzahl der Fachzeitschriften sind hervorzuheben: der Ekonomisto (1852), die Nieuwe Bijdrageno für Rechtsgelehrtheit und Gesetzgebung, die Zeitschrift für Staathuishoudkunde en Statistieko (1842), die KThemisv; für vaterländische Geschichte und Altertumskunde die Bijdragen voor vaderlandsche geschiedenis en oudheidkunder, von Fruin (früher von Nijhoff); für Kirchengeschichte das Archief voor Nederl. Kerkgeschiedeniso (Fortsetzung des Kerkhistorisch Archiefo, von Moll, früher von Kist u. Royaerds); für Naturwissenschaft die „Tijdschrift voor entomologies; eine populärnaturhistor. Monatsschrift ist das Album der Natuuro (1851). Unter den Zeitschriften, welche die Besprechung kolonialer Angelegenheiten sich zur Aufgabe gestellt haben, verdienen hervorgehoben zu werden die Tijdschrift voor Nederlandsch Indié (1848), die Bijdragen voor Taal-, Land- en Volkenkunde van Nederlandsch Indiç (1853), der Indische Gidso (1879), die Revue coloniale internationales (1885). Die zahlreichen gelehrten Gesellschaften lassen ihre Verhandlungen mehr oder weniger regelmäßig in ihren eigenen ournalen erscheinen. Anfang 1886 kamen in den Niederlanden 489 Tages⸗ und Wochenblätter und etwa 90 halbmonatliche und andere Zeitschriften heraus. Vgl. R. van der Meulen, De couranto (Leid. 1885). 8) In Schweden erschien als erste regelmäßige Zeitung die Ordinari Post-Tydendero (1645—51 und 1663—73), welcher der Svenska Mercuriuso (1674—78 und 1681—85), die Relationes curiosae (1682), der Svenska Post-Ryttareno und einige andere im 17. Jahrh. folgten. Dalins «Arguso (1732—34), nach dem Muster von Addisons eSpectatoro, gewann großes Ansehen. Die erste schwed. Zeitung in franz. Sprache war die 6Gazette francaise de Stockholmo (seit 1742), welcher 1772 der Mercure de Suèdes folgte. Obgleich »Stockholms Posteno, die 1778 von Kellgren und Lennren begründet worden war, sich neben ihrem beletristischen Inhalt auch an Besprechung und Beurteilung polit. Neuigkeiten des Auslandes wagte, so blieb doch die Tagespresse ohne allen sichtbaren Einfluß, bis der Kampf zwischen Klassikern und Romantikern die geistige Bewegung auch auf das polit. Gebiet hinüberführte. Besonders wichtig wurden für die innern Angelegenheiten des Staats der 1820 von Scheutz und Johansson gegründete „Argusv. Nach Beendigung des Reichstags 1828 30, von wo die schwed. Presse einen vorherrschend polit. Charakter annahm, begann Crusenstolpe im royalistischen Sinne das Fäderneslandetv, das aber bald aufhörte, während Hjerta, der erste namhafte Vertreter der schwed. Presse, seit Dez. 1830 das radikale Aktonbladeto herausgab und bald zum ausschließlichen Organ der Opposition erhob. Lehteres war bis in die neuere Zeit die einflußreichste Zeitung Schwedens, die seit dem Regierungsantritt des Königs Oskar 1. aber aufgehört hat, Oppositionsblatt zu sein. Cbenfalls sehr verbreitet ist Dagligt Allehandap, das seit 1767 erschien, oft die Farbe wechselte und jetzt unter der Benennung Nya Dagligt Allehandas besonders das konservative Handelsinteresse vertritt. Die offiziöse Zeitung ist Post- och Inrikes Tidningaro, welche 1834 — 44 unter dem Titel 4 Sveriges Statstidningo erschien. Ministerielle Blätter waren vor 1848 die «Svenska Minervap (seit 1830) und „Svenska Bieto, die seit 1839 an der Spitze der Ihuneidl Blätter stand, aber mit Karl XIV. Johann einging. Unterhaltungsblätter sind: Ny Illustrerad Tidningo, «Söndags-Nisser und Kaspery. Unter den Provinzialblättern sind 6Göteborgs Handels- och Sjöfarts-Tidningo, «Göteborgs Posteno, «Sydsvenska Dagbladeto und „Ostgöta Korrespondenteno (letzteres Blatt redigiert von dem Novellisten Ridderstad, in Linköping erscheinend) beachtenswert. Die litterarische Journalistik entstand in Schweden schon im Anfang des 18. Jahrh. (Acta Literaria Suecio, von 1720 ab). Aber ein regeres Leben begann erst mit dem 19. Jahrh. Die neuen Ideen, welche sich von Upsala aus, wo 1807 der Aurorabund gestiftet war, verbreiteten, suchte das von Wallmark geleitete KJournal för Litteraturen och Theaterno (1809 — 13; Fortsetzung: «Allmünna Journaleno, 1813 —23) zu bekämpfen. Als jedoch 1809 die Presse zur Freiheit gelangt, wurden, um der Herrschaft des franz. Geschmacks entgegenzuwirken, von seiten der sog. Phosphoristen der Pohyfemy (1809—12) in Stockholm, von Askelöf, und der Phosphoruso (1810 13) in Upsala, von Atterbom gestiftet, von seiten der Goten aber die Iduna (1811 —24 und 1845) begründet. Als Fortsetzung des Phosphorusv erschien die Svensk Litteratur-Lidningo (181324), an der Geijer, Palmblad und Hammarsfjöld thätigen Anteil nahmen. Nachher erschienen zu Upsala 1818—31 die „Sveay und 1841—50der«Freyn. Unter den litterarischen Zeitschriften der neuern Zeit sind hervorzuheben Lidskritt för Litteraturp (1851-52) von Malmström und Bergstedt, KSvensk Tidskrifto (1865 — 76) von Nyblom, Klockhoff, Forssell und Hjärne (Fortsetzung: «Ny Sveusk Tidskritto), Framtideno, «Svensk Mänadsskrifto, Nordisk Lidskritto u. a. Im J. 1886 erschienen in Schweden 404 Zeitungen und Zeitschriften, davon 126 in Stockholm, 21 in Gothenburg, 17 in Upsala, 12 in Lund u. s. w. lm. 3 erschienen 18 Zeitungen, davon 8 in Stockholm. Illustrierte Zeitschriften gibt es etwa 20, worunter die cSxenska Familjejournaleno. Den ersten Band einer Geschichte der schwed. Presse gab E. à änenn heraus. 9) In Dänemark beginnt die Litteratur der Zeitungen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. mit „Europeische wochentliche Zeitunge (seit 1663, in deutscher Sprache), welcher alsbald Bordings in Alexandrinern verfaßte «Danske Mercurmuso (seit 1666) und Extraordinaires Relationeso (seit 167²) folgten. Doch blieb die polit. Presse bis 1830 ohne Charakter und ohne Einflußz Bis dahin hatten das