Zelle (zoolog.). Nachdem die Beschaffenheit der Z. bei den Pflanzen festgestellt war, versuchte man sie auch im tierischen Körper nachzuweisen, stieß aber dabei auf unerwartete Schwierigkeiten. Man fand nur wenige Gewebsbestandteile (wie die Knorpelzellen, die Epithelien), auf welche die Definition der Pflanzenzelle paßte, dagegen eine große Zahl anderer, welche offenbar die Bedeutung der Z. besaßen, ohne doch sämtliche Merkmale derselben aufzuweisen. Die farblosen Blutkörperchen z. B. besitzen zwar ein kernhaltiges Protoplasma, aber keine Membran wie die Pflanzenzellen; die roten Blutkörperchen bestehen bloß aus homogenen Klümpchen, entsprächen also kernlosem Protoplasma. Später erkannte man, daß auch bei den Pflanzenzellen die starre Membran nicht wesentlich der Z. angehöre, und so konnte denn eine größere Übereinstimmung zwischen der tierischen und pflanzlichen Z. festgestellt werden. Ebenso wenig wie für die Form konnte man für die Bedeutung der tierischen Z. eine völlige Übereinstimmung mit der pflanzlichen Z. nachweisen, insofern es wenigstens nicht gelungen ist, alle fertigen Gewebe auf Produkte der Z. zurückzuführen. Der Begriff der tierischen Z. ist daher ein mit der Entwickelung der nbart wandelbarer und willkürlicher geblieben, und hat sich dementsprechend auch fortwährend verändert. Eine wichtige Eigentümlichkeit der Z. ist ihre große, fast durchweg mikroskopische Kleinheit, vermöge deren die Gesamtheit der Z. eine außerordentlich große Oberfläche darstellt. So besitzen die Blutkörperchen des Menschen eine Gesamtoberfläche von 2816 am (etwa 30000 Quadratfuß). Auf der Thätigkeit der Z. beruht der Stoffwechsel und die gesamte Ernährung der Tiere und Pflanzen; im Gehirn sind es die Ganglienzellen, auf denen die seelischen Thätigkeiten beruhen. Es ist gelungen, aus verschiedenen Substanzen (Leim u. dgl.) sog. künstliche Z. herzustellen, welche einzelne Erscheinungen zeigen, die denen der Z. auffällig gleichen; 800 sind diese Z. lediglich tote Modelle. Es gibt niedere Tiere und Pflanzen, deren rrr. Leib eine einzige Z. ist. Bei der hohen Wichtigkeit der Z. ist an Stelle der Humoral- und Solidarpathologie die Cellularpathologie (. d.) getreten. Bahnbrechend für die auf der Zellenlehre beruhende neuere Histologie waren Th. Schwanns Mikroskopische Untersuchungen über die Übereinstimmung in der Struktur und dem Wachstum der Tiere und der Pflanzen (Berl. 1839).