Ziebland (Georg Friedr.), ausgezeichneter Baumeister, geb. 7. Febr. 1800 zu Regensburg, erhielt in München durch Joh. Maria Quaglio eine tüchtige Vorbildung und begann 1812 unter Fischers Leitung seine Studien auf der dortigen Akademie, die er erst 1824 verließ. Um diese Zeit lieferte er mehrere Programmarbeiten, auf welche hin König Ludwig ihn zu einer Reise nach Italien unterstützte, wo er sich 1827 — 29 aufhielt. Neben dem Studium der Basiliken war besonders die Dekorationsmalerei von Pompeji sein Augenmerk, nach deren Vorbild er den Entwurf zu dem Wandschmucke für die dem König Ludwig gehörende Villa Malta in Rom zu fertigen hatte, welcher dann unter Mart. Wagners Leitung ausgeführt wurde. Nach seiner Rückkehr im Herbst 1829 wurde er der Bausektion des Ministeriums zugeteilt und zugleich Mitglied des Baukunstausschusses in München. Nachdem er 1831 das Lokal der Steuerkatasterkommission im Rundbogenstil und hierauf das in altdeutschem Stil gehaltene Denkmal zu Aibling erbaut hatte, übertrug man ihm den Plan zu dem ehernen Baldachin zu der Fürstengruft in der Theatinerkirche zu St. Cajetan in München. Die Ausführung dieses Werks kam unter seiner Leitung im reichsten Rundbogenstil 1842—43 in der königl. Erzgießerei zu Stande. Inzwischen war 12. Okt. 1835 der Grundstein zu der dem heil. Bonifacius geweihten Basilika gelegt worden, welche Z. 1848 vollendete. Nach dem Tode Ohlmüllers erhielt Z. den Auftrag zur Vollendung des Baues der Mariahilfkirche in der Vorstadt Au, sowie die artistische Beaufsichtigung der Burg Hohenschwangau, welche durch die unter seiner Leitung geführten Neubauten beträchtlich erweitert wurde. Z. starb in München 24. Juli 1873.