FeedZittwersamen
TierreichBrockhaus 1882

Zittwersamen oder Wurmsamen (Semina Cinae s. Santonici, Flores Cinae) heißen die noch nicht vollständig entwickelten Blütenköpfchen und Blütenstiele mehrerer orient. Beifußarten (s. Artemisia), die kleine aromatisch-kampferartig riechende und höchst widerlich schmeckende Kügelchen darstellen und gepulvert, mit Honig, Sirup oder Glyzerin gemischt, ein vorzügliches Mittel zum Abtreiben der Spulwürmer und der kleinen fadenförmigen, bei Kindern so häufig im Mastdarm vorkommenden Pfriemenwürmchen (Oxyurus vulgaris) abgeben. Die wirksamen Bestandteile sind vorzüglich eine eigentümliche Substanz, das Santonin (s.d.), ein ätherisches Ol und ein Bitterstoff. Im Handel unterscheidet man verschiedene Sorten von 3. Am meisten schätzt man den levantischen oder aleppischen Zittwersamen, bei dem die Blüten schon deutlich zu erkennen sind; er stammt vom Vahlschen Beifuß (Artemisia Vahliana). Stärker ist jedoch der barbarische Zittwersamen, die noch ganz unentwickelten Blütenknospen des geknäuelten Beifußes (A. ramosa). Eine dritte Sorte, der russische oder indische Zittwersamen, kommt aus der Tatarei und dem südöstl. Rußland und stammt von verschiedenen Beifußarten (K. pauciflora, A. monogyna, A. Lercheana). Zu Verfälschungen des Z. dienen besonders die Blüten inländischer Beifußarten und des Rainfarns (Tanacetum vulgare). ituni, Stadt, soviel wie Lamia. itz, ein feiner, bunter Kattun. itzen (Mammae), beim menschlichen Weibe Brüste (s. d.), ist die Benennung für den gesamten Apparat zur Ernährung der neugeborenen Jungen der Säugetiere. Sie bestehen aus den Milchdrüsen und deren Hautumhüllung und sind meist mit besondern kegelförmigen Verlängerungen, den Brust- oder Zitzenwarzen, versehen, welche von den saugenden Jungen in das Maul genommen werden. Fast ausnahmslos sind die Z. in paarigen, aber sehr schwankenden, sich nach der Anzahl der zch ve: richtenden Zahlen vorhanden: zwei finden sich bei Mensrester Affen, Fledermäusen, Elefanten, pflanzenressenden Waltieren, und zwar an der Brust, gleichfalls zwei bei Pferden und den meisten Schafen an den Weichen, und bei pflanzenfressenden Waltieren unmittelbar neben der Scham. Vier Z. bangs die Rinder, eine vedeutende Anzahl, in zwei ängsreihen am Bauche angeordnet, die Schweine, Raubtiere, Nager, Insektenfresser und die meisten Beuteltiere; bei dem Coypu (Myopotamus coypus) sind sie auf den Rücken hinaufgerückt; bei den Beutlern liegen sie im Beutel und saugen sich die Jungen an ihnen fest. Normalerweise sind sie nur im weiblichen Geschlecht recht entwickelt und funktionsfähig, und bildet sich in ihnen zur Zeit des Gebärens die Milch, welche nach dem Entwöhnen der Jungen wieder verschwindet; durch regelmäßiges Melken, wie bei Haussäugetieren, kann die Milchabsonderung, die Laktation, aus dem normalen periodischen Zustande in einen dauernden übergeführt werden. Beim männlichen Geschlecht sind die Z. rudimentär; doch sind Fälle von milchgebenden Böcken und auch von Männern bekannt. Über das Sekret der Z. s. Milch. 3Ziu, s. Tyr.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 932Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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