FeedZizyphus Juss.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Zizyphus Juss., eine zur Familie der Rhamneen gehörende Gattung von Sträuchern und Bäumen der tropischen und subtropischen Zone, welche sich durch saftige, bei manchen Arten eßbare Steinfrüchte mit knochenhartem, zwei⸗ bis dreifächerigem Steinkern auszeichnen. Hierher gehört der Judendorn (Z. vulgaris Lamh.), dessen Renit unter den Namen franzö sische oder itaienische Brustbeeren, Jujuben und welsche Hagebutten (Baccae Jujubae s. Zizyphi) ehedem als einhüllendes und reizmilderndes Mittel anewendet wurden. Sie haben ein gelblichweißes leisch von schleimigem und sehr süßem Geschmack und werden im Orient, wo, wie auch in Südeuropa und Nordafrika, der Judendorn wild wächst, allgemein gegessen. Der Judendorn ist ein sparrig verästelter Strauch mit hin und her gebogenen stacheligen Zweigen, zweizeilig angeordneten, fast sitzenden, eilänglichen, dreinervigen, feingesägten Blättern und kleinen gelben, in den Blattwinkeln ehäuft stehenden Blüten. Eine andere, in Südspanien, Sicilien und Nordafrika wachsende Art, Z. Lotus ., durch längere Stacheln und größere Früchte vom gemeinen Judenbort verschieden, ist eine Zeit lang für den echten Lotusbaum der homerischen Lotophagen gehalten worden. Von einem gleichfalls Et dieser Gattung gehörenden Strauch, dem sog. Christus dorn, Z. spina Christi der in Palästina, besonders im Jordanthal und am Toten Meere vorkommt, soll der Sage nach die Dornenkrone Christi geflochten worden sein. Bioczoo s. Ciechanow. mannschaft, eines Kreis- und Bezirksgerichts, in Ostgalizien, liegt an einem Nebenflusse des Bug, in flacher Umgebung, ist Station der Linie Lemberg-Tarnopol der Karl-Ludwigsbahn und zählt (1880) 8347 E., meist Ruthenen. Zun, chem. Zeichen oder Symbol für Zink. Zuna, Fluß im russ. Gouvernement Tambow, mündet nach einem nördl. Lauf von 320 km links in die Mokscha (Nebenfluß der Oka) und ist von Molschansk an schiffbar. Zunaim, früher Znaym (slaw. Znojmo), Stadt im südl. Teile der österr. Markgrafschaft Mähren, Hauptort einer Bezirkshauptmannschaft, liegt in einer angenehmen, fruchtbaren Gegend auf einem Berge am linken Ufer der Thaja an der Nordwestbahn (Wien-Tetschen), die hier durch Zweigbahn nach Grußbach mit der Nördlichen Staatsbahn verbunden ist, hat vier Vorstädte und zählt (1880) 12254 E., die meist Deutsche (circa 90 Proz.) sind. Die Stadt besitzt drei schöne Plätze. Unter ihren Bauwerken sind hervorzuheben: die von Kaiser Karl IV. 1348 erbaute got. Pfarrkirche des her Nikolaus, das 1222 gegründete Dominikanerkloster, das Rathaus mit neunspitzigem Turm (80 m hoch), die ehemalige herzogl. Burg (jetzt Kaserne), das deutsche Vereinshaus; ferner der Heidentempel, der für das älteste Baudenkmal Mährens (aus dem 10. Jahrh.) gilt, der 45 m hohe, auf Steinpfeilern ruhende Thaja-Viadukt der Nordwestbahn, ein Obelisk zum Andenken an den bei Vicenza (1848) gefallenen Jägerobersten Karl von Kopal, ein Denkmal des Romanschriftstellers Charles Sealsfield (enthüllt 23. Okt. 1881) u. s. w. Von Unterrichtsanstalten besitzt Z. ein Staats-Obergymnasium, eine Landes-Oberrealschule, Fachschule für Thonindustrie, landwirtschaftliche Lehranstalt. Das imposante Gebäude des ehemaligen Prämonstratenserstifts Klosterbruck, in der Nähe der Stadt, ist jetzt Kaserne. Gerberei, Geschirr⸗ und Essigfabrikation, Handel mit Getreide und Obst bilden die wichtigsten Erwerbsquellen der Bewohner. Z. war ehemals eine der vornehmsten Zupanburgen des Landes und Sitz eines Herzogtums, welches unter der Oberhoheit Böhmens stand. Der (Shntad 3. wurde 1145 im Kampfe des Herzogs Konrad II. von Z. gegen Wladislaw von Böhmen zerstört. König Ottokar I. von Böhmen berief deutsche Ansiedler nach Z., gründete durch Urkunde vom J. 1226 die Stadt Z. und stellte dieselbe in die Reihe der königl., mit besondern Privilegien begabten Städte. In neuerer Zeit wurde die Stadt durch das Gefecht zwischen dem Nachtrab des Erzherzogs Karl und den Franzosen unter Marmont 11. Juli 1809 historisch, sowie durch den tags darauf zwischen Osterreichern und Franzosen abgeschlossenen Waffenstillstand von Znaim, dem 14. Okt. der Friede zu Wien folgte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 932Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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