Zodiakallicht oder Tierkreislicht nennt man einen weißlichen Lichtstreifen am Himmel, den man besonders im H Herbst um die Zeit der Nachtgleichen im März und September) kurz nach Untergang oder vor Aufgang der Sonne, und feuh ime Frühling abends im Westen, im Herbst rüh im Osten, wahrnimmt. Die Form desfelben gleicht bei uns einer schief (unter einem Winkel von 64) auf dem Horizont stehenden Pyramide, deren Basis ungefähr den Ort einnimmt, wo die Sonne untergegangen, und deren Achse nach der hrend der Etrei Sonne selbst hin gerichtet ist. Während der Streifen bei uns schief nach Süden gewendet, steht er unter dem Aquator fast senkrecht auf dem Horizont; auf der südl. Halbkugel neigt er sich entgegengesetzt nach Norden. Die erste bekannte Beobachtung desselben scheint um 1660 in England gemacht zu sein; aber erst Domenico Cassini, der es im Frühling 1683 beobachtete, ergründete alle Umstände und machte die Astronomen darauf aufmerksam. In der heißen Zone ist die Erscheinung ungleich auffallender und prachtvoller als in höhern Breiten und das ganze Jahr sichtbar. Die Ursache derselben ist noch gegenwärtig sehr rätselhaft. Da der lichte Streifen nahe mit der Ebene des Sonnenäquators zufammenfällt, so sucht Mairan (in seinem Werke über das Nordlicht, Par. 1731) darzuthun, daß das Z. nichts anderes sei als die Sonnenatmosphäre, welche durch die Lan drehung der Sonne so stark abgeplattet, daß sie nur wie ein Streifen erscheine. Aber schon Laplace zeigte (in der Mécanique céëlestep), wie unhaltbar Mairans Hypothese sei, da die Sonnenatmosphäre nicht abgeplatteter als im Verhältnis von 2 zu 3 und also nicht ausgedehnter als bis ½ der Merkursweite sein könne, während das Verhältnis der beiden Achsen des Z. wenigstens wie 1 zu 5 ist und letzteres sich erwiesenermaßen bis über die Erdbahn hinaus erstreckt. Nach andern Hypothesen besteht dieses Licht in dem durch die Nähe der Sonne verdichteten Ather, oder in Kometenmaterie, die bei dem Durchgang dieser Himmelskörper durch das Perihel abgesetzt wurde. Sehr wahrscheinlich ist die Ursache dieses Lichts ein sehr abgeplatteter Ring von dunstartiger Materie, welche zwischen der Venus⸗ und Marsbahn frei im Weltraum schwebt, eine Meinung, für welche sich auch A. von Humboldt entschied. Jones, ein Amerikaner, der das Z. in Japan viel beobachtete, bielt es für einen Ring um die Erde. Vgl. Heis, Zodiakallicht-Beobachtungen in den 29 Jahren 1817—75 (Köln 1875).