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TierreichBrockhaus 1882

Zoologischer Garten ist der modernisierte Name für Tiergarten. Schon 1000 Jahre v. Chr. hatte der Beherrscher von China, Weng-Wang, einen Tiergarten, welchen er «Park der Intelligenzo nannte. Die Griechen und namentlich die Römer zange, Tiergärten von außerordentlichem Umange, in denen sie vorzugsweise große und reißende Säugetiere hegten, welche zur Aufführung blutiger Kampfspiele verwendet wurden. Ungleich friedlicher scheint der Zweck der nach Mitkeilung von Ferd. Cortez vom Kaiser Montezuma von Mexiko in seiner Hauptstadt gehaltenen Tiersammlung gewesen zu sein. Im J. 1552 entstanden in Ssterreich kaiserl. Menagerien an verschiedenen Orten, namentlich in Ebersdorf, welchen dann 1752 die zu Schönbrunn in umfangreicherm Maßstabe gegründete Tiersammlung folgte. Bei den später entstehenden Tiergärten begann man das Käfigsystem zu verlassen und die Tiere möglichst naturgemäß unterzubringen. Bei den Zoologischen Gärten der Neuzeit geschah dies durchgängig, wodurch sie außerordentlich an Interesse gewannen. Man gibt den Tieren den möglichst zulässigen Grad von Freiheit, sucht ihre Aufenthaltsorte thunlichst ihrer Heimat entsprechend herzustellen, bemüht sich, Parks zu schaffen, in denen die Besucher den Tieren nach allen Richtungen hin ihre Aufmerksamkeit schenken können, und beschafft die Mittel zur Erreichung wissenschaftlicher Zwecke. Bielfach vereinigt man in neuerer Zeit auch Aquarien (. Aquarium) mit den Zoologischen Gärten. Besondere Zwecke verfolgen die nach dem Muster des pariser Jardin d'acclimatation eingerichteten Akklimatisationsgärten, welche im Prinzipff sich nur mit solchen Tieren befassen sollten, deren Einführung man erproben wollte. Viel ist damit noch nicht erreicht worden, und ebenso wie der Bois de Boulogne gelegene pariser Garten sind die andern dazu gekommen, besonders Geflügel und pflanzenfressende Tiere zu züchten, Raubtiere aber auszuschließen. Die Zeitschrift Der Zoologische Garteno, redigiert von Noll in Frankfurt a. M., vertritt die Interessen der Gärten. Vgl. Martin, „Die Praxis der Naturgeschichtes (3. Bd.: «Naturstudien o,‚ nebst Atlas, Weimar 1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 944Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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