Taxidermie (vom orch.), die Kunst, welche den Häuten höherer Tiere eine Form zu geben sucht, welche derjenigen lebender Tiere mehr oder minder entspricht. In ihr Bereich gehört aber nicht bloß das Ausstopfen der Tiere, sondern auch das Konservieren anzer Tiere oder deren Teile in Flüssigkeiten, das ergiften, Trocknen, Aufspannen und Aufstellen niederer Tiere, das Skelettieren und noch andere Verrichtungen mehr. Die solches ausübenden Personen heißen Präparatoren oder Konservatoren, und sind an größern Anstalten deren oft mehrere an besondere Fächer verteilt. Seit der Zeit, wo die Naturgeschichte aus den Schranken der alten Systematik heraustrat und sich mehr und mehr der Biologie, als dem eigentlichen Kern der Naturforschung, widmete, und seit der erleichterte Verkehr das Beobachten und Sammeln auf Reisen begünstigte und zoolog. Gärten entstehen ließ, bn sich aber auch herausgestellt, daß die bis da in üblichen Ansprüche an die Aufstellung der Tiere in Sammlungen den gegenwärtigen Anforderungen nicht mehr genügen. Besonders ist es die Entvicelungsgeschichte der Tiere, wie das Familieneben der Säugetiere, das Brutgeschäft der Vögel, ie Entwickelung des Schmetterlings oder Käfers om Ei bis zum fertigen Insekt und tausend anere Dinge mehr, die in ihren Darstellungen einen beraus lehrreichen und anziehenden Begriff des daturlebens geben und welche eben jetzt schon fo ielfache Anwendung finden. Die älteste Manier des Ausstopfens ist franz. Irsprungs; sie bestand darin, daß man in die präarierte Haut eines Vogels oder Säugetiers entdrechend starke Drähte durch die Extremitäten achte, welche, im Mittelpunkt des Körpers zummenlaufend, untereinander befestigt wurden, orauf mittels Umstopfen derselben durch Heu, zerg oder Baumwolle die Körperform zu geben rsucht wurde. Es ist einleuchtend, daß diese anier zumeist nur Resultate gab, deren Gelingen el vom Nalun abhing, wie uns die Abbildungen ältern Naturgeschichten genugsam beweisen. Die zumannsche Methode (dessen „Taxidermiev, Halle 15; 2. Aufl. 1848) basiert schon auf der Anndung fester Körper, welche aus Stroh, Heu er Werg, dem Fleischkörper nachgeformt, dem Präparat größere Festigkeit und Naturtreue gaben. Die Methode Oppermanns, dessen Ausstopfen der Tiere u. s. w. v zu 18 Methude 1835 erschien, weicht von Naumanns Methode eigentlich nur darin ab, daß dieser zu den künstlichen Körpern den plastischen und leichten norddeutschen Torf verwendet, wodurch dieselbe aber auch nur lokale Verbreitung findet. Außer diesen Schriften existieren noch eine Menge anderer in der in⸗ und ausländischen Litteratur, welche zumeist aber nur geschichtliches Interesse haben. L. Martins „(Die Praxis der Naturgeschichtes (Weim. 1869) enthält in ersten Teil (2. Aufl. 1876) die T.; der zweite Teil: „(Dermoplastik und Museologier (1870), ist als eine zeitgemäße Verbesserung aller bisherigen Methoden zu betrachten. Ihr eigentlicher Schwerpunkt liegt in der strengen Befolgung der anatom. Verhältnisse, wodurch allein es möglich wird, korrekte Darstellungen zu erzielen, was bei großen Tierhäuten darauf beruht, daß die Peripherie des künstlichen Körpers vor dem lüberziehen der Haut mittels leichten plastischen Thons hergestellt wird, wodurch jede Zufammenziehung der Haut beim Trocknen unmöglich und die gegebenen Formen in aller Schärfe erhalten bleiben. Eigentliche Schulen für T. gibt es nicht: doch hat Martin schon viele tüchtige Schüler ausgebildet.