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BaukunstBau-Lexikon 1881
Bohlenbogen

Bohlenbogen, s. Fig. 860, aus mit Verwechslung der Stoßhiermit der Fäulnis, Vorschub, worauf einander pressen und ein rasches alsdann fast nur noch auf die Nägel sich Konstruktion veranlassen. Zweckmäßiger ervon Wiebeking zuerst angewandten auf einander gelegten, verbolzten, dazwischen eingeschaltete Andreasversteift sind. Hängesprengwerkbrücken u. Fachwerk-Kombinationen von Hängewerk-Sprengwerkbrücken, welche die Last gemeinschaftlich gewöhnlich mit zwei Tragwänden zu beiden Brückenbahn konstruirt sind, die entweder aus geraden Hölzern od. aus gekrümmten Trägern u. gerat Balken bestehen. au) Hängesprengwerkbrücken aus geraden Hölzern.“ in Fig. 982—986 dargestellten einsäuligen u mehrsäulie Hängesprengwerkbrücken sind für Straßenverkehr bestim und bezw. bis zu 7,½ und 16 m. anwendbar. Die Hängesäulen sind zu Verbindung beider Systeme bis unter die Streben des Sprengwerks verlängert u. theils einfach mit doppelten Unterzügen, Fig. 982, 983, 985, theils doppelt, s. Fig. 984, u. dann verschränkt miteinfachen od. doppelten Unterzügen angeordnet. Die zusammengesetzten, für Spannweiten von 2030 m. vorzugsweise in der Schweiz konstruirten, meist bedachten Hängesprengwerkbrücken, s. Fig. 855, müssen wegen ihrer komplizirten, verhältnismäßig undauerhaften Konstruktion den hölzernen Fachwerkkonstruktionen oder Bin aus Eisen weichen. bb) Unter den auch hierher gehörenden hölzernen Fachwerkbrücken der Gegenwart sind die nach dem Howe'schen System konstruirten, s. Fig. 882—885, die gewöhnlichsten, bei welchen die hölzernen, meist dreifachen Querstangen u. die dazwischen eingeschalteten doppelten Haupt⸗ und einfachen Gegenstreben durch doppelte schmiedeeiserne Hängestangen verbunden sind. Bei beschränkter Konstruktionshöhe nehmen die unteren, bei reichlicher Konstruktionshöhe die oberen Gurtungen die Querschwellen auf, welche beiEisenbahnbrücken zu Unterstützung der Fahrschienen ohne oder mit Langschwellen, bei Straßenbrücken zu Unterstützung der Straßenträger dienen. Als konstruktiver Fortschritt, welcher zugleich die Fig Dauer dieser Träger vermehrt, ist der Ersatz der eichenen Stützklötze, worauf die Streben ruhen, du gußeiserne Schuhe zu bezeichnen, welche das Einpres der Hirnenden der Streben in das Langholz jener Kli verhindern und damit ein Einschlagen dieser Träger schweren. Die statische Berechnung der Howe'schen Träger in Holz geschieht ebenso wie für Eisen, indem nur der Unterschied zwischen den Festigkeitskoeffizienten beider Materialien berücksichtigt wird. Man hat aber auch folgendes einfachere Verfahren vorgeschlagen, welches für solche Bin bis zu 20 m. Spannweite genügt. Sei a die halbe Spannweite, h die Höhe zwischen den Gurtungen, die hier auch Streckbäume heißen (man nimmt meist h,/ a an), p die Belastung pro lauf. m. (feste und veränderliche zusammen)/ so ist für den Fall, daß die 7m. breite Brückenbahn auf drei Tragwänden ruht, die Spannung der Streckbãume g = 10—5u. danach die Querschnittsfläche des unteren Streckbaumes FE keitskoeffizient des gewählten Materials pro gem. also wenn man p-5000 Kg., àa = 10 m. und h= 2 annimmt und Kiefernholz wählt, danach k = 80 f lichster Annäherung an das günstigste Querschnittsv den hältnis 5:7 eine Breite von etwa 19,3 bei.27,5 em. Höhe ergiebt. Die esc) Die Träger der Bogenfachwerkbrücken erscheigen nen als Kombinationen des Bogenhängewerkes mit dem nmt Fachwerk, wobei entweder, wie bei dem Burrschen Träger g. 983 mit einfacher Säule. Fig. 984 mit doppelter Säule. urchin Fig. 886, der Bogen doppelt ist u. dann die Hauptrolle ssen spielt, während das zwischen denselben eingeschaltete Fachötze werk zu dessen Versteifung dient; — oder, wie bei dem er-Tha yerschen Träger in Fig. 987 u. 988, das Fachwerk E 2 5 6 7 6 70 7J 7 79 7. 7⁵ Fig. 985. u. 986. Viersäulige Hängesprengwerkbrücke. ist, doppelt ist und dann als Hauptträger erscheint, während m. der zwischen dieselben eingeschaltete Bogen als Hülfsträger setzt wirkt. Die Unsicherheit über den Antheil, welchen jedes jun⸗ der beiden hier kombinirten Systeme an der Uebertragung der Belastung der Bin nimmt, sowie der entweder auf die ver-Widerlager oder auf die untere Gurtung des Fachwerks ausgeübte Schub des Bogens, welcher in mehreren Fällen ein Zerreißen der Gurtung herbeiführte, verdrängten diese kombinirten Systeme, an deren Stelle wieder einfachere traten. So stellt das sehr verbreitete, von M. Callum konstruirte System wieder einen Fachwerkträger, jedoch mit etwas gebogener oberer Gurtung u. einer Kompensationsvorrichtung aus besonderen Streben u. geneigten Hängeeisen an den Enden, dar. Die bei einer Belastung sich streckende obere Gurtung drückt hierdurch die Strebenköpfe aus einander, wodurch sich diese u. die mit ihnen verbundenen Hängeeisen und unteren Gurtungen etwas heben. e) Hölzerne Joche. Obwohl steinerne Widerlags- u. Strompfeiler auch für hölzerne Brückenträger die zweckmäßigste Unterstützung bilden, so nimmt man doch bei provisorischen od. mit einem einmaligen geringsten Kostenaufwand herzustellenden Ben meist hölzerne Zwischenjoche, seltener hölzerne End- oder Landjoche an, welche letztere dann zugleich als Bohlwerke fungiren. Die hölzernen Joche bestehen entweder, nach Fig. 991 u. 992, aus starken runden oder kantig beschlagenen, auf ,¾ — ½ ihrer Länge eingerammten, eichenen oder kiefernen Spitzpfählen a, b, welche oben durch einen mittels verdeckter Keilzapfen darauf befestigten Holm, eine sogenannte Kronschwelle o, verbunden werden, od. nach Fig. 993 u. 994 aus einem unter dem niedrigsten Wasserstand hergestellten sogen. Grundwerden in ihrem mittleren aufnehmen, wie Bohlwerke wägerechten Kronschwellen, Seitentheilen od. Flügeln, mit werden, mit geneigten Fig. 988. Streichbalken, konstruirt Eismassen bis zum höch-Bohlen verschalt. Die einentweder nur senkrechte an den Seiten geneigte, in Fig. 991), welche bei größerenHöhen durch Andreaskreuze unter einander verbunden od. versteift u. wie die Landjoche verschalt werden. Die zweitheiligen Stromjoche erhalten ein hinreichend tief u. fest eingerammtes oder besonders verstrebtes

Fig. 986. Querschnitt.
Fig. 986. Querschnitt.
Bohlenbogen
Fig. 990. Hölzernes Landjock
Fig. 990. Hölzernes Landjock
Bohlenbogen
Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 526Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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