
Bogen, theils solche mit je 2 oder je 3 Gelenken. Ueber deren statische Berechnung vergl. Hartwich, die Erweiterungsbauten der rheinischen Eisenbahn (bes. die Bin über den Rhein bei Koblenz und über die Ruhr bei Mühlheim); — Winkler, Mittheilungen des Architekten⸗ und Ingenieurvereins in Böhmen; — Fränkel, Bogenträger, Civilingenieur 1867; — Heinzerling, Theorie und Konstruktion der gestützten Scharnierbrücken, Civilingenieur 1867, und Deutsches Bauhandbuch, 1. Theil, Berlin 1874. aus einem doppelten, in zwei Gurtungen gespaltenen, mit Fachwerkausgefüllten Bogen mitHorizontalbalken u.vertikalen Stützen, welche die Belastung der Brückenbahn auf die Bogen übertragen. Die Träger der schmiedeeisernen Bogenbrücken werden bei kleinen Spannweiten entweder aus zwei Eisenbahnschienen, wovon die obere gerade, die untere gekrümmt ist, u. einer durch Winkeleisen mit ihnen vernieteten Blechplatte, oder einfacher aus einer solchen Blechplatte gebildet, welche mit doppelten Eckeisen gesäumt und bei unzureichender Stärke mit Gurtungsplatten versehen ist. Bei größeren Spannweiten, bei geradem Ober- und gekrümmtem Untergurt empfiehlt sich für den Bogen der I-förmige, aus 2 ⸗Eisen und 2 Stehblechen oder aus 4 Winkeleisen, einer Vertikalplatte und zwei Horizontalplatten zusammengesetzte, od. der aus L2etwas von einander abstehenden]⸗Eisen bestehende Querschnitt. Für diegrößten Spannweiten und Bogen mit getrennten, konzentrischen Gurten ist der rechteckige Querschnitt mit geschlossenem Boden und offen gebauten Vertikalwänden, ferner der aus 4Röhren bestehende Querschnitt zur Ausführung gelangt. Das zwischen die getrennten Untergurte eingeschaltete Fachwerk ist entweder nach dem System des gleichschenkligen od. rechtwinkligen Dreiecks oder auch aus lothrechten Stäben mit eingeschalteten Diagonalen gebildet u. der horizontale Obergurt nur schwach, meist in T-Form konstruirt. Der Querschnitt der Streben des Fachwerks ist meist L-förmig, theils massiv gewalzt, theils aus Winkeleisen zusammengesetzt, bisweilen J-oder I-förmig, theils massiv gewalzt,‚ theils aus Stehblechen und Winkeleisen zusammengesetzt, oder auch ⸗förmig und dann meist aus Blechen und Winkeleisen bestehend. Die Bogenzwickel der aus gekrümmtem Unter⸗ und geradem Obergurt bestehenden Bogenträger enthalten eine Lage entweder vertikaler, gewöhnlich durch ein schwach gebogenes Querband abgesteifter oder theils vertikaler, theils geneigter, einen Dreiecksverband bildender oder auch entgegengesetzt geneigter Stäbe ohne oder mit einem ähnlichen Querverband. Die beiden letzteren Anordnungen sind ihrer größeren, einer Verschiebung des Bogens entgegenwirkenden Steifheit wegen vorzuziehen und in diesem Fall auf Zug und Druck zu konstruiren. Die gewöhnlichsten Querschnitte sind die P⸗, L und-E-förmigen, welche entweder massiv gewalzt od. aus Winkeleisen u. Stehblechen zusammengesetzt sind. Die Streben der Bogenzwickel sind an die Bogen⸗ u. Horizontalbalken theils direkt mittels doppelter Stoßdeckbleche, s. Fig. 935 u. 936, theils direkt mittels besonderer doppelter oder einfacher Laschen oder aufgeschraubter Schuhe angeschlossen, und zwar meist mittels Nieten, selten mittels Schraubenbolzen. Im ersteren Fall sind alle Theile durch doppelte Winkeleisen gesäumt, im letzteren Fall die Streben bezw. einfach od. doppelt. — Zahl und Stellung der Tragrippen. Füreingeleisige Eisenbahnbrücken wählt man deren zwei, direkt unter den Fahrschienen oder in Entfernungen von 2—3 m. liegende, für zweigeleisige Eisenbahnbrücken, deren 2 unter den beiden äußersten Fahri walzte oder zusammengesetzte Wo Querträger fehlen, vermitteln Querverbände die gegenseitige Verbindung der Bogenträger; bei geringerer Höhe derselben genügt ein solcher Horizontalverband im oberen wägerechten Gurt, bei größerer Höhe wird noch ein zweiter zwischen den gekrümmten unteren Gurten, und selbst ein dritter zwischen den Streben der Bogenzwickel nöthig. Die Querverbände bestehen entweder aus gußeisernen Stemmröhren mit durchgehenden Bolzen oder besser aus L⸗, T⸗, I-oder ⸗Eisen, welche entweder massiv gewalzt oder aus Platten und den entsprechenden Fagçoneisen zusammengesetzt u. entweder in den neutralen Achsen der Horizontalbalken und Boden oder abwechselnd am oberen und unteren Theil derselben befestigt werden. Zwischen die Querverbände sind meist die zu Vermeidung seitlicher Verschiebung erforderlichen Windverstrebungen eingeschaltet u. bilden demnach eine Horizontalversteifung des Ober⸗ und Untergurts, zu welcher, bes. bei größeren Höhen, noch eine aus stehenden Diagonalsystemen gebildete Vertikalversteifung hinzutritt. Die Streben aller dieser Windversteifungen werden meist auf Druck konstruirt und erhalten dann einen dem der Querverbände ähnlichen Querschnitt, während sie, als Zugbänder behandelt, aus Rund⸗ oder Flacheisen bestehen und am zweckmäßigsten mit Regulirungsvorrichtungen versehen sind. Fig. 936. Bogenscheitel der Brücke über die Theiß bei Szegedin. „Die Brückenbahn für Eisenbahnbrücken besteht bei hinreichend nahe liegenden Tragrippen nur aus Querschwellen, welche ohne oder durch Vermittelung von Langschwellen die Fahrschienen aufnehmen; wenn Querträger vorhanden u. diese nicht zu weit von einander entfernt sind, aus Langschwellen mit den Fahrschienen; wenn jene weiter entfernt u. durch besondere Schwellenträger verbunden sind, nur aus Querschwellen und den unmittelbar darauf befestigten Fahrschienen. Ueberall, wo Langschwellen ohne Querschwellen verwendet sind, bedürfen dieselben einer Befestigung auf ihrer Unterlage durch starke, gewöhnlich mit einem langen Vertikalschenkel versehene Winkeleisen. Bei Straßenbrücken nehmen die Bogenrippen eine Holz⸗ oder Eisenunterlage auf, zu Unterstützung der Beschotterung. ersten Fall wendet man doppelten Bohlenbelag auf Querschwellen an, welche auf einfachen od. doppelten, mit den Trägern verschraubten Langschwellen ruhen, im letzteren Fall eine fortlaufende Lage von steif profilirten, mit den Trägern vernieteten, z. B. Bin⸗ od. Barlowschienen, welche auch durch Buckelplatten ersetzt werden können. +. Der Druck der Bogen auf die Widerlagspfeiler erfordert ein starkes, zur Vertheilung des Drucks hinreichend großes, gewöhnlich gußeisernes Lager, welches entweder mehrere od. nur einen Bogenträger aufnimmt, in den Stein etwas eingelassen und durch Steinschrauben mit demselben verbunden wird. Gegen diese Platte stemmt sich das durch eine oder mehrere angenietete Platten noch etwas verstärkte u. verbreiterte Bogenende, welches 10 einzelnen Fällen noch durch schlanke, zwischen dem Fuß des Nih Wartermpee geschaltete Stahlkeile regulirbar ist. Bei Anwendung von Kämpfergelenken ist entweder ein besonderer Drehzapfen mit denentsprechenden Pfannen an Lager u. Bogen erforderlich, s. Fig. 937, od. der Bogen dreht sich mittels einer daran befestigten Pfanne od. Halbwalze in einer derselben entsprechenden Halbwalze oder Pfanne des Lagers. Jedenfalls müssen Drehzapfen und Pfanne gut abgedreht und zusammengeschliffen werden. Hier, wo der Druck des Bogens sich auf den Bolzen reduzirt, bedarf derselbe eine besondere, nach dem Bolzen hin zunehmende Verstärkung, die man durch schuppenartig auf ihn genietete od. aufgeschraubte Bleche od. eine Armirung mit allmählich verstärkten gußeisernen Platten hergestellt hat. Bei dem Lager der Koblenzer Rheinbrücke, s. Fig 938, sind die beiden gekrümmten Gurte jeder Bogenrippe nach der mit einer gußeisernen Platte verbundenen Pfanne hin Fig. 938. Kämpferscharnier der Rheinbrücke bei Koblenz. zusammengezogen, welche auf dem in eine andere, mit dem Widerlager verankerte gußeiserne Platte eingelassenen Drehzapfen ruht. Die beiden gußeisernen, mit hakenförmigen Einschnitten versehenen Platten mit eingeschalteten Keilen beugen einem Herabgleiten der Bogenenden vor, während sie durch letztere regulirbar sind und gleichwohl eine Drehung der Bogen nicht hindern. Bei Anwendung von Scheitelscharnieren wird ein gußeisernerod stählerner Drehzapfen erforderlich, in welchen die beiden Bogenhälften mittels Pfannen eingreifen; s. Fig. 939— 942. Fig. 939—942. Scheitelscharnier der Unterspreebrücke bei Berlin. Auch hier ist bei der eintretenden Konzentration des Drucks auf den Drehzapfen eine, wiewohl schwächere, Armirung der Bogenenden erforderlich, welche durch seitlich angenietete oder angebolzte Platten, ähnlich wie bei den Bogenfüßen, hergestellt werden kann. C. Die Hängebrückenträger werden aus Ketten, Drahtkabeln od. Walzeisen hergestellt u erhalten entweder eine in lothrechtem Sinn mehr oder minder versteifte, an einem unversteiften Träger der genannten Gattung, mittels Tragstangen aufgehängte Brückenbahn od. versteifte Tragwände mit nur horizontal versteifter Brückenbahn. aa) Wird bei unversteiften Hängebrücken mit nahe stehenden, gewöhnlich 1—1½ m. von einander entfernten Tragstangen die gesamte Belastung gleichförmig auf die Bahn vertheilt angenommen und für die laufende Einheit mit g bezeichnet, so ergiebt sich für eine Hängebrücke mit der Spannweite lu. Pfeilhöhe k die Parabel mit der Gleichung als Grundform der Kabel; die in ihren Trägern sich entwickelnde Horizontalspannung wird sein: die an dem Stützpunkt derselben sich entwickelnde größte Tangentialspannung ergiebt sich nach der Formel: Bezeichnet den Querschnitt der Kette daselbst, s die erlaubte Inanspruchnahme des Eisens, Ldie Länge, das spezifische Gewicht der Kette und Fdie Quadrateinheit der Fahrbahntafel mit der ständigen u. beweglichen Belastung p u. q für die laufende Einheit Brückenbahn, so ergiebtsich der größte, meist durchgeführte Querschnitt der Balken oder Kabel: — * 878 81² oder, wenn es sich um Prüfung einer ausgeführten oder projektirten Brücke handelt, also dieser Querschnitt gegeben ist, die Inanspruchnahmets des Materials für die Quadrateinheit: Die äußerste Grenze der Spannweite einer Hängebrücke ergiebt sich aus Die Pfeilverhältnisse /4 der Hängebrücken bewegen sich in den Grenzen von /½½ — ½6, währendes = 7000000 bis 16000 000 Kg. pro qm. u. = 7790 kg. pro obm. gesetzt werden kann. Hieraus sind die größtmöglichen Spannweiten (Imas) berechnet. 9048 550 126⁷ 448 386 883 bb) Wird die Horizontalspannung durch eine Spannkette mit dem Neigungswinkel zum Horizont und der Spannung T. aufgehoben, während das Tragkabel am Aufhängungspunkt den Neigungswinkel 5 und die Tangentialspannung [ besitzt, so ist, wenn letzteres daselbst auf einem Rollenstuhl od. Pendel sich frei horizontal bewegen Dieselbe Bezeichnung findet auch bei Anwendung einer einhüftigen Tragkette anstatt der Spannkette statt, in welchem Fall dann I. die Tangentialspannung der ersteren liglit / mothes 18815bd1/0528 am Aufhängepunkt darstellt. Wird T. ähnlich wie oben Termittelt, so läßt sich, wenn der Aufhängewinkel der Mittelkette bekannt ist, der Aufhängewinkel 2. der Seitenkette bestimmen. Durch die größte einseitige Belastung der unversteiften Hängebrücke entsteht eine Tendenz zur Horizontalverschiebung des Kettenscheitels, welche bis zu wächst und welcher durch die erwähnte Versteifung der Brückenbahn zu begegnen ist. Ueber die statische Berechnung der Hängebrücken mit versteiften Tragwänden vgl. u. A. Heinzerling, Theorie u. statische Berechnung der aufgehängten Scharnierbrücken, Civilingenieur 1867 u. 1871. cc. Die konstruktive Anordnung der Hängebrücken richtet sich nach Zahl u. Vertheilung der Träger ihrer Brückenbahn. 4. Die Hängeträger bei Straßenbrücken; diese sind entweder 4, je 2 an beiden Seiten der außenliegenden Bankette, in lothrechter Ebene, oder es sind 4 ebenda, aber zu gleichzeitiger Einrichtung seitlicher Versteifung in geneigter Ebene, oder auch, ebenso geneigt, aber nur 2 zwischen den außenliegenden Banketten u. der Fahrbahn, od. endlich 4 bei einem in der Mitte liegenden Bankett zu beiden Seiten der beiden außenliegenden Fahrbahnen. Bei der über den Donaukanal in Wien ausgeführten zweigeleisigen Kettenbrücke befinden sich die Tragwände zu beiden Seiten der Brückenbahn, während die über den Niagara ausgeführte Eisenbahn-Straßenbrücke mit einem obenliegenden Geleise und einer untenliegenden Fahrbahn an 4 Drahtkabeln aufgehangen ist. AuchKanalbrücken mit hölzernem Kanalbett, s. Fig. 943, sind in den Vereinigten Staaten an Drahtkabeln aufgehangen worden. Die Brückenbahn der Straßenhängebrücken besteht entweder aus hölzernen Quer⸗ und Langschwellen mit darüber genageltem einfachen oder doppelten Bohlenbelag, s. Fig. 944 u. 945, oder aus guß-od. sicherer schmiedeeisernen Querträgern mit darüber geschraubtem Bohlenbelag ohne oder mit Klotzpflaster, s. Fig. 946. Die Bankette der Lambethhängebrücke über die Themse in London, s. Fig. 876, sind außerhalb der beiden Tragwände auf schmiedeeisernen Konsolen herausgekragt. Die beiden Geleise der Wiener Eisenbahnhängebrücke ruhen auf Langschwellen, welche durch Querträger mit Parallelgurten und Fachwerken getragen werden, s. Fig. 947 und 948. Die Konstruktion beider Brückenbahnen der erwähnten Drahthängebrücke über den Niagara ergiebt sich aus Fig. 949. Die allgemeine Anordnung der Hängebrückenträger ist entweder die mit gekrümmten Tragketten oder Tragkabeln und geraden, verankerten Spannketten oder besser die mit 4 ganzen u. halben Tragbogen, welche letztere sich chende Anordnungen, einer größeren in zwei kleinere Hängebrücken mit gemeinschaftlicher Verankerung in deren Mitte bei der Moldau⸗





