FeedGräberstadt
BaukunstBau-Lexikon 1881

Gräberstadt von Petra. öheren Stände, während des Mittelalters nur für fürstche Familien, seit Schluß des Mittelalters auch für thek Heidelberg TCOFC Familien anderer Stände gebräuchlich. Man giebt ihr am besten die Gestalt einer Grabkapelle, d. h. einer klein vielleicht vorn offenen Kapelle, mit darunter befit licher Gruft. Man kann auch entlang der Friedho mauer die Begräbnisse der Familien unter einer Ark. reihen, wie dies z. B. in Halle, Leipzig re. im 16. Jah u. neuerdings in München geschah u. wodurch der Fried zu einem Campo Santo (s. d.) wird; zopfige Ausarti gen dieses Motivs sind die sogenannten Schwibbogen den Friedhöfen mancher deutschen Städte. Die erwähr Familienbegräbnisse in Form kleiner kapellenart Ueberbauten über Grüften entsprechen der deutschen mehr als jene Arkaden. Eine gewölbte Gruft unter fr Erde ist eigentlich ein Unsinn, das Verbot überbar Grüfte zwingt aber hier und da doch dazu. Die durch je Verbot an Stelle der Grabkapellen resp. Schwibbo getretenen sogenannten Wandstellen, d. h. Familien gräbnisse mit verzierter Rückwand, oft auch mit 2 Seit wänden, ja hier und da mit 4 Wänden, aber ohne De müssen sehr vorsichtig behandelt werden, bes. wenn sie nur an Rückwand verziert werden, damit diese nicht der Vorderfagade eines nicht vorhandenen Gebäudes gleiche, auch wie angeklebt aussehe. Zu ihrer Dekoration ist wohl glatte Wandfläche mit einem Tabernakel, einer Nische Bilderblende oder einem Altarbau in der Mitte das Beste. Anzubringende Allegorien müssen stets christlich gehalten werden; bei adeligen Familien können die Wappen Platz finden; bei bürgerlichen, wenn solche erbliches Ge-Khasné oder Schatzhaus des Pharao. hufeisenbogigem Abschluß; in diesem oberen Bogenfeld befindet sich ein Symbol (Ring Salomo's, Kanne, Becher, Schild Davids etc.), je nach dem Stamm, aus welchem der Verstorbene abstammt, darunter in dem viereckigen Feld Inschrift. Neuerdings werden auf israelitischen Friedhöfen auch Wandstellen angelegt. C. Mohammedanische Grabmale. Entweder Marabuts, kleine kapellenartige Kuppelbauten mit Sarkophag,

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 511Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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