FeedKrypta (grch.)
ReligionBrockhaus 1882

Krypta (grch.), ursprünglich der das Grab eines Märtyrers enthaltende Raum unter dem Altar der altchristl. Kultusstätten, die man vorzugsweise über Gräbern von Heiligen anzulegen pflegte. Als später die christl. Religion sich auch über Gegenden verbreitete, in welchen es Märtyrergräber nicht gab, übertrug man die Reliquien von Heiligen und setzte sie unter dem Altar von neuerbauten Kirchen bei. Die Gruft unter der Kirche wurde dann oft unter den ganzen Chor hin erweitert; ihr Gewölbe mußte dann natürlich auch von Pfeilern oder Säulen gestützt und der darüber befindliche Chor mehr oder weniger durch Stufen erhöht werden. Auf diese Weise entstanden ganze unterirdische, nur spärlich durch kleine Fenster erleuchtete Kapellen mit zwei oder drei Schiffen, welche durch Treppen vom Langhause aus zugänglich waren. Sie wurden stets mit einem besondern Altar versehen und dienten dem Todtenkultus. Die Krypten gehören vorzugsweise der Zeit der roman. Baukunst, also dem 11. bis 13. Jahrh. an; doch sind sie auch in got. Kirchen nicht gerade selten und dienten als Grabstätten von Bischöfen und andern vornehmen Personen. Verschieden von ihnen sind die Katakomben (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 644Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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