
Kippung, k. (Schiffb.), die Verzahnung, welche man einem Knie auf der Seite giebt, auf welcher die Planken aufsfitzen sollen. EKirb, s., engl., s. curbstone. Kirb-rafter, s., engl., f. curbrafter. Kirche, k. A. Name. Das Wort K., welches für uns hier die Bedeutung hat: Haus zu christlichen Religionsversammlungen, wird von den Gelehrten verschieden abgeleitet. Einige leiten es vom deutschen küren, wählen, ab und dann hätte es denselben Sinn wie ecclesia (ννιπροι, aus welchem das ital. chiésa, das span. yglesia und franz. église entstanden ist und welches, auf das Haus bezogen, die auserwählte Stätte oder die Stätte der Auserwählten heißen könnte; Andere leiten es von Curia durch das angelsächsische eyrice oder eiree und das schottische kirk sowie durch das englische kerk und church ab; dann bedeutete es ungefähr die Stätte, wo für das geistige Wohl der Gemeinde gesorgt wird. Wackernagel will es von eircus ableiten. Andere aber, jedenfalls am richtigsten, leiten es von Troc οριανν Porticus dominica, Domus dominica, die Halle des Herrn, ab. Bei Isidor lautet es Chirichhu, bei Kero Chirichu, im 9. Jahrh. Kirrichu, bei Notker (um 970) Chilichu, Chilcha, in der Schweiz hier und da Kilche, im Niedersächsischen Karke, im Altenburgischen Kurche, im Angelsächsischen cyrioe, circe etc. B. Geschichtliches. Die räumliche Eintheilung einer K. richtet sich nach dem Ritus der Konfession, für die sie gebaut wird, und hat demgemäß ebenso, wie die künstlerische Bearbeitung der Kirchenbauten, im Lauf der Zeiten vielfache Umwandelungen erlitten. Soweit diese Umwandelungen durch die technische und stilistische Entwickelung der Baukunst bedingt sind, sind sie in den die verschiedenen christlichen Baustile betreffenden Artikeln näher angeführt. Doch lag auch diesen stilistischen Umwandelungen meist die rituelle zu Grunde. Christus selbst trat nicht direkt gegen die christlichen Gebräuche und den Tempelgottesdienst der Israeliten auf, stellte aber Erbauung und Gottesdienst als nicht an einen bestimmten Ort gebunden dar. Auch nach der Kreuzigung hielten die Jünger noch fest an den jüdischen Religionsgebräuchen, namentlich am Besuch des Tempels, hatten aber schon bestimmte Häuser, wo sie zusammenkamen und namentlich „das Brot brachen“, d. h. das Abendmahl als Gedächtnismahl feierten. Die Versammlungsorte waren wohl meist die Festspeisesäle (s. d. Art. Oecus), die oft im Obergeschoß (eeoy), fast ebenso oft aber im Parterre lagen, wo dann bei großen Beribliothek Heidelberg sammlungen Peristyl und Xystus mit benutzt wurden. Der Oekus, die basilica domestica, war, wenn er irgend beträchtliche Ausdehnung hatte, durch Säulen in Schiffe getheilt. Zum Predigen und Lehren benutzten sie die Halle Salomo's, zum Beten den Tempel des Herodes. Seit Pauli Ankunft in Rom hat man schon Nachricht von Häu-u sern, welche permanent der Gemeinde zu Gebote standen. ( Das Atrium mit seinem Impluvium ward zur Taufe, der 1 Oekus zu der eigentlichen Gemeindeversammlung benutzt. Im 2. Jahrh. wurden schon besondere Gebäude zu Kin errichtet, z. B. die Hadrianeen sowie die K. in den Bädern des Novatus, vom Papst Pius I. eingerichtet. Gegen Ende des 2. Jahrh. fingen Psychiker (Katholiken) an, Verzierungen an der Kirche anzubringen. Tertullian schreibt 198, daß ehedem keine Bilder (der Heiligen) in den Ken verwahrt worden seien, daß diese vielmehr einfach gewesen seien, wie man das an einigen „alten“ Hen noch sehen könne. Hier beginnt schon Verschiedenheit je nach den Sekten. Nazaräer u. Ebioniten beteten mit nach Südost gewendetem Antlitz. Bei Neubauten der Psychiker wurde die Gebändeachse von Ost nach West, so daß der Altar im Westen steht, orientirt. Zu Anfang des 3. Jahrh. mehrte sich die Zahl. 202 wurde in Edessa der „Tempel der Christen“ Fig. von einer Wasserflut zerstört. 206 stand S. Theodoro in Ravenna bereits; um 230 übergab Alexander Severus den Christen den Bauplatz der taberna meritoria zu einem Kirchenbau (S. Maria in Trastevere, Rom). 259 ließ Gallenus den Christen ihre „Coemeterien und Tempel“ zurückgeben. In den ersten Regierungsjahren i des Diocletian, 288—302, wurden nach Eusebius in allen f Städten Ken gebaut. Biele derselben wurden nach Heiligen f benannt und enthielten deren Gebeine in den Altären. Der Altar galt jetzt schon als Sitz des Leibes und Blutes Christi, er war von Holz u hatte eine Linnendecke. Altarbilder, Heiligenbilder und Christusbilder fingen an aufzutauchen, Kelche von kostbarem Material u. anderer Luxus kam vor. Einzelne Bischöfe versuchten bereits, für sich erhöhte Stühle in der K. zu usurpiren. Die Messe u andere Ceremonien, bei denen einzelne Theile der Gemeinde ausgeschlossen waren, beginnen aufzutreten. Das Innere dieser Kin zu Diocletians Zeit wich nicht wesentlich von dem Innern jener Oeki in den Wohnhäusern ab, d. h. es war ein längliches Viereck, bei größerer Ausdehnung durch Säulen in Schiffe getheilt. Vor demselben lag eine Vorhalle und ein Hof. Das Aeußere glicheinem einfachen Tempel mit Vorhalle und Giebeldach. Schon von Anfang an mochte der Tempel zu Jerusalem als Ideal vorgeschwebt haben. Man hatte aber zumeist, und zwar ziemlich lange, mit dem Oekus, der wenigstens durch die Oberbeleuchtung von der Seite her und das Vorhandensein einer Vorhalle und eines Hofs dem Tempel entfernt ähnelte, vorlieb genommen; in der Helle des Brunnenhofs od. im Tablinum wurden die Armen gespeist, im Impluvium oder Puteal wurde getauft. Bei Organisirung der Gemeinderegierung hatte sich die in vielen solcher Säle an einem Ende vorhandene Apsis als Platz für die Vorsteher dargeboten. Da bei Zunahme der Anzahl der Gemeinde Gliederungen in derselben eintraten, sowareine Trennung der Gemeinde in einzelne Raumabtheilungen wünschenswerth, zu welcher die ursprünglich nur aus technischer Nothwendigkeit entsprungene Theilung in Schiffe sowie auch die Einrichtung der ägyptischen Oeki Anhalt bot, deren Verwirklichung aber wiederum dem Ideal der christlichen K. einen Schritt näher brachte. Aus dieser Zeit sind uns Reste von Ken erhalten, z. B. bei Rom S. Alessandro an der Viga Nomentana, und S. Steffano fuori le muxe an der Via latina, dann Theile in S. Pudentiana, in Nola Theile von der SIEIIoTHEE Basiliken ohne Querschiff, aber mit Vorhalle, Atrium und Apfis. Als nun Konstantin und Licin im März 313 zu Mailand das Christenthum staatlich gestatteten, trat die Basilika, wenn auch noch nicht vollständig entwickelt, dennoch in den Hauptzügen fertig auf, als mehrschiffiges Gebäude mit meist eingebauter Apsis, seltener mit einem nicht von einer Apfis umschlossenen Tribunal für die 2331. Romanische Kirche. (Moritzberg bei Hildesheim.) Vorsteher, mit Vorhalle und einfachem Brunnenhof; sehr schnell schritt die Entwickelung bis zur fertigen Basilikagestalt vor; s. d. Art. Basilika. Bei weitergehender Gliederung der Gemeinde gliederte sich die Vorhalle nochmals in äußere und innere, Narthex. Der Raum der Vorsteher (Presbyterium) ward durch die Caneellen vom Laienschiff getrennt u. ging so ins Chor (s. d.) über. Aeußerlich Gothischer Kirchengrundriß. S. Salvatore in Venedig. Bei der Erhebung des Priesterstandes über die Gemeinde trat schon um 320 hier u. da das Querschiff zwischen Choru. Laienschiff mit Senatorium u. Matronäum; doch ist dieses nicht so häufig und gleichmäßig als man meist glaubt; von 59 Basiliken aus der Zeit von etwa 319 —-500 haben nur 10 Querschiffe; von 500 — 715 unter 20 nur 2; von 715 bis 990 unter 22 aber 12. Diese Querschiffe vertheilen sich ziemlich gleichmäßig auf große und kleine Ken. Allerdings wo das Querschiff nicht baulich angebracht ward, tritt es oft wenigstens andeutungsweise, in der Stellung der Cancellen auf. Da, wo nordischer oder byzantinischer Einfluß sich geltend machten, hatte man schon sehr früh wirklich kreuzförmige Kin erbaut (um 400 in Mailand, zwischen 430 und 450 in Ravennah, ja diese Anlage ziemlich komplizirt gestaltet (S. Lorenzo und S. Satiro in Mailand). Im Süden machte man zwar um 500 einige Versuche, die Kreisform mit dem Kreuz zu kombiniren, begnügte sich dann aber wieder mit der Basilika ohne Querschiff, bis um 72. Von da an wurden die Querschiffe (in einen Mittelraum [Vierungj u. zwei Seitenräume, Flügel, Kreuzarme, gegliedert) theils neu angelegt, theils schon vorhandene demgemäß umgewandelt. Zu Verherrlichung des Grabes in der Mitte der K. erhebt sich nun die ursprünglich der Grabkirche angehörige Kuppel über der Vierung. Die cConfessi0, rituell nöthig seit etwa 320, erscheint anfangs nur als blose Grube, oder doch als sehr enger der Gemeinde nicht zugänglicher Raum, od. gar nur als Schrein unter dem Altar; die ersten Beispiele der Entwickelung zu einem größern Raum finden sich zwischen 385 und 404 in Mailand, Nola und Ravenna, wo 425 und 430 schon wirkliche Krypten angelegt wurden; in Rom selbst sind die Krypten von 499 an als wirklich eingeführt, 530 als Bedürfnis zu betrachten. Näheres s. in d. Art. Krypta. Um 420 verkehrte sich die Orientirung so, daß von da an der Altar im Osten stand. In Rom war die Apsis fast stets fensterlos, während die Arianer ihr Fenster gaben; im Anfange ist die Apfis öfters, später fast nie eingebaut, anfangs stets äußerlich rund, später öfters polygon. Pfeilerbasiliken sind nachgewiesen 310,378, 380, 386 2c. Stützenwechsel zu vermuthen zum Jahr 392, erwiesen 468, 500 20.; im Norden Italiens, bei den Longobarden, gedieh er schon von ca. 600 an zu organischer Entwickelung. Die Verbindung der Stützen durch Bogen war häufiger als durch Architrave u. wurde von etwa 800 an fast ausschließlich angewendet (im ganzen haben unter 100 Basiliken von 320—990 nur 16 Architravverbindung). Queremporen über dem Narthex kommen sicher schon um 400 vor; Langemporen zuerst um 420 unter byzantinischem Einfluß. Jedoch sind unter den Basiliken, bei denen byzantinischer Einfluß nachzuweisen ist, mehr ohne als mit Emporen, während unter nordischem Einfluß oft Emporen entstanden. Im Kuppelban sind die Fortschritte anfangs in Rom etwas merklicher, dann aber vollzieht sich die Vervollkommnung energischer in Norditalien. Die Ueberwölhung der Seitenschiffe kommt in Rom von 626 an vor, im Norden schon von etwa 570 an. Die Ueberwölbung des Mittelschiffs wird bei Rom 796 versucht, aber wieder aufgegeben, dann von den Longobarden um 900 in einzelnen Beispielen, von 1000 an öfter ausgeführt. Glockenthürme baute man zwar schon um 590, aber allgemein werden sie erst um 780, organisch mit der K. verbunden erst um 1010. Am Chor oder auch an der Seite der Vorhalle erscheinen Thürmchen, letztere schon im 6. Jahrh., öfter aber auch erstum 1000. Seitdem wird die Vierungskuppel allgemein angewendet. Das Querschiff dehnt sich zum Kreuzschiff aus. So ist die frühromanische K. fertig; s. d. Art. Romanisch und Fig. 2331, Grundriß der K. auf dem Morizberg bei Hildesheim (1060), wo freilich der gerade Chorschluß später ist. Durch Ausbildung der Thurmgruppe im Westen und andere Veränderungen gestaltete sich die spätromanische K., die sich allmählich zur gothischen ausbildete, s. d. betr. Stilartikel. Hier sei nur noch erwähnt, daß jedes vollständig durchgebildete Kirchengebüude in folgende Regionen (franz. regions) zerfällt: Altarhaus, Querhaus, Langhaus, Glockenthürme und Zwischenhaus. Das Altarhaus erhält oft noch einen Kapellenkranz od. mindestens eine Scheitelkapelle, gewöhnlich als Marienkapelle, Heilige-Geisttapelle oder Bischofskapelle bezeichnet. Ein Schema für gothischen Kirchen-NIVERSUATS. http: igi. ub. uni-hei grundriß s. Fig. 2332, ein solches für die Durchbildung des ursprünglich byzantinischen Kuppelbaues bei basilikaler Anlage in der Renaissancezeit. O. Allgemein gültige Regeln beim Bau christlicher Kirchen aller Konfessionen: a) Eine K. muß womöglich frei stehen und auf allen Seiten hinlänglich weit von anderen Gebäuden entfernt sein. 5) Wenn irgend thunlich, wähle man einen etwas erhöhten Standpunkt für die K., nie aber setze man sie tiefer als die den Zugang dazu bildende Straße. 6) Die K. sei ein längliches Viereck, als Nachbild der Arche Noahs, sowie auch der Christ gleich sein soll einem viereckigen Stein; auch an die Stiftshütte u. den Tempel Salomonis erinnert das längliche Viereck, sowie an das neue Jerusalem (Offenb. Joh. XXI, 16 ff. und XI, I ff.). Auch dachten sich die Alten die Welt viereckig u. die K. soll ein Abbild der Welt sein. d) Man kann dem Kirchengrundriß auch die Form eines Kreuzes geben, welches entsteht aus der Durcheinandersteckung zweier länglicher Vierecke; dieses aber ist Symbol für die Durchdringung des Alten Testaments durch das Neue u. außerdem noch das Bild des Kreuzes Christi; das Achteck ist aus Abschließung der Zwickel des griechischen Kreuzes entstanden. e) Der Altar stehe im Osten, von dannen das Licht kommt; ist die K. in Form eines lateinischen Kreuzes gebaut, so kommt der Stamm des Kreuzes nach Westen zu liegen, das Haupt nach Osten etc. k) Dem Altar gegenüber, also im Westen, liege der Haupteingang. g) Der Altarplatz liege etwas höher als der Raum für die Gemeinde (daher der Name hohes Chor) und sei von diesem durch Schranken getrennt. h) Der Altar sei ein länglich-viereckiger Tisch, s. übr. d. Art. Altar. i) Der Chorschluß hinter dem Altar sei halbkreisförmig oder halbpolygonförmig; s. Apsis. k) Die Kanzel stehe so, daß man die Predigt überall in der K. hören könne. ) Die Orgel bringe man in der Regel im Westen an. m) Ueber der Altarplatzschranke erhebe sich der Triumphbogen. n) An der Westseite sollen bei größeren Kin 3 Thüren sein, dieselben seien aber nicht zu weit, denn der Weg zum Himmel ist enge und schmal; vor der Thür müssen mehrere Stufen hinaufführen. ) Aus der innern Vorhalle in das Schiff führe eine Stuse hinab. (Demüthigung vor Gott). p) Die Mittelthüre sei zweitheilig (2 Testamente); an dem stehenden Schaft sei Christus dargestellt, der von sich selbst sagte: „Ich bin die Thür“. 9) Eine äußere Vorhalle, od. auch an ihrer Stelle ein Vorhof, sollte nie fehlen. ) Daß eine K. in Bezug auf Konstruktion und Form sich über die Profanbauten erheben und monumental durchgeführt sein muß, bedarf eigentlich kaum der Erwähnung. D. Shezielle Einrichtungen für einzelne Konfessionen. a) Altapostolischeg ircheneinrichtungen (vor demSchisma) sind in den Artikeln Altchristlich und Basilika nachzusehen, kommen auch eigentlich bei Neubauten nicht mehr direkt in Betracht. b) Römisch-Katholische Kircheneinrichtungen. Außer den unter B u. O. angeführten sind hier noch folgende Regeln zu befolgen: Die K. sei dreitheilig von Osten nach Westen, und zwar getheilt in Chor, Mittelhalle (Laienhaus) und Vorhalle; das Laienhaus von Süden nach Norden in Männer⸗, Mittel⸗ und Frauenschiff; Gerkammer und Taufbecken gehören auf die Nordseite. Das Chor, die Oberkirche, zerfällt in zwei Haupttheile; der östlichste, das hohe Chor mit der Apsis, enthält den Altar mit Eiborium, den Gefäßtisch für das heilige Opfer, das Tabernakel oder Sakramentshäuschen, in der Regel an der Nordwand, die Piscina auf der Südseite, bei Bischofskirchen (Kathedralen) hinter dem Altar um 11 Stufen erhöht die Kathedra, umigeben von dem Presbyterium, den erhöhten Sitzen für die höhere Geistlichkeit. Der Altar enthalte Reliquien eines Märtyrers; f. übr. d. Art. Altar, Altarbaldachin, Altarbekleidung, Ciborium 2. r2c. Bis um 400 war der Altar noch ein leerer Tisch und der Priester stand hinter demselben; kurz nach 400 aber änderte sich dies. Kreuz u. Lichter wurden auf den Altartisch selbst gesetzt u. statt des Eiborium 1 diente das Tabernakel oder Sakramentshäuschen zu Aufbewahrung der Hostie. Demnach konnte der Priester nicht mehr hinter dem Altar celebriren, und dies war die Urfache zur Umkehrung der Orientirung noch lange aber wurden Altarhütten (Tabernakel) gebaut, ja einige der schönsten stammen aus dem 12. und 13. Jahrh. Um diese Zeit erst trat an Stelle des Tabernakels das Retabulum, durch dessen allmähliche Einführung der Altar nun zum Flügelaltaroder Schreinaltar wurde, indem sein Ueberbau in Gestalt einer Wand mit Bildern sich erhob. Dadurch wurde häufig die Lucids, die Ostwand mit den 3 Fenstern, ganz verdeckt. Teppichbehänge schmückten die Wände des hohen Chors; an sie schließen sich später die Glasmalereien an. — Zugleich mit dieser Amwandelung des Altars wurde es nöthig, den Bischofsfitz aus seiner früheren Stellung hinter dem Altar im Presbyterium westlich vom Altar an die Nord⸗(Evangelien⸗) Seite des Chors zu versetzen, also in das Tribunal, wo er schon früher für die Fälle des Gerichthaltens und Beichtehörens gestanden. Auf der Nordseite des Chors stand vielfach, bes. in England, auch noch das heilige Grab, welches man auf dem Kontinent fast häufiger noch im nördlichen Seitenschiff od. an der nördlichen Außenwand des Chores findet. Nach Westen ist der hohe Chor durch eine Schranke (Cancellen) von dem 3, 5 oder 7 Stufen tiefer liegenden niedern Chor geschieden; an dieser Schranke predigt der Bischof; s. übr. d. Art. Hanzel. Die Laien empfangen hier das heilige Abendmahl (die Eucharistie). Wo die Seitenschiffe sich um das Chor herumziehen, ist in den Cancellen nach Nord und Süd eine Thüre zu diesem Behuf. Hier waren auch die Sitze für die Akolythen; das Weitere über den Unterchor f. im Art. Chor. Meist ebenfalls im Chor, selten am Westende des Schiffes, befanden sich die Antiphonarien, Odeien und Doxale (erhöhte Sängerbühnen). Oft diente auch der Lettner hierzu. Der Lettner schied das Chor vom Schiff, er hatte gewöhnlich 2 Thüren, und auf demselben war an der Nordecke das Evangelienpult, an der Südecke das Epistelpult; eine Wendeltreppe führte hinauf, vor dem Lettner stand der Laienaltar oder Pfarraltar; hier und da waren auch die Ambonen vom Lettner getrennt (s. d. Art. Ambone, Epistelpult, Evangelienpult, Kanzel u. Lettner). Das Mittelschiff dient häufig als Unterchor, gebührt also der Geistlichkeit, den Fremden u. Pilgern, bis auf schwere Büßende. Das nördliche Seitenschiff gehört den Frauen, das füdliche den Männern. Aeußerlich ist die Nordseite einfacher und derber als die Südseite zu halten. Ebenso wie die Schiffe haben die drei Portale ihre Sonderbestimmung: Priester⸗„ Männer⸗ und Frauenthüre. Die innere Vorhalle, Aula, lag ursprünglich außerhalb. Die jetzige äußere Vorhalle, das Paradies (s. d.) od. Atrium, hat sich aus dem Vorhof gebildet und ist zum Durchgehen der Gemeinde, zum Aufenthalt für die Büßer bestimmt. Adam und Eva, Löwen etc. sind zum Schmuck dieser Halle zu verwenden. Diese äußere Vorhalle war immer offen und diente als Freistätte für Verfolgte, als Gerichtsstätte, als Aufenthalt der Bettler, welche auch dort gespeist wurden; . d. Art. Agape, im Abendland Reuessen genannt. Im Vorhof od. dergl. steht fehr häufig ein St. Christophorus.

