Salpeter, m., oder salpetersaures Kali, frz. nitre, m., engl. salt peter, lat. nitrum. Der S. ist ein weißes, in sechsseitigen Säulen krystallisirendes Salz, enthült kein Krystallwasser, löst sich im Wasser und schmeckt kühlend, schmilzt bei 350° und erstarrt zu einer krystallenen Masse beim Erkalten. Bei Rothglühhitze entweicht Sauerstoff u. es bleibt salpetrigsaures Kali zurück; gänzlich zersetzt wird der S. bei noch höherer Temperatur, verpufft auf glühenden Kohlen, ist leicht im Wasser, aber nicht in Alkohol löslich. Die Salpetergewinnung geschieht durch Auslaugen salpeterhaltiger Erde mit Wasser; durch Behandlung mit Potasche scheidet man dann die zugleich mit aufgelöste Kalku. Tulterde aus u. läßt die Lösung abdampfen u. krystallisiren. Ein anderes, neues Verfahren ist die Anwendung des salpetersauren Natron (Chilisalpeter) und Zersetzung ö desselben mittels Chlorkalium; dabei bilden sich die durch Krystallisation von einander trennbaren Körper: solpeter-SISLIortiEK saures Kali u. Kochsalz. Benutzt wird bekanntlich S. zur Darstellung von Salpetersüure und zur Fabrikation von Schießpulver. Gehen stickstoffhaltige organische Substanzen in Föulnis über, bei Gegenwart von atmosphärischer Luft, genug Wasser u. einer Base, wie Kalk, Kali, Natron, so oxydirt sich das entgegenstehende Ammoniak auf Kosten des Sauerstoffs der Atmosphäre und es bilden sich Wasser u. Salpetersäure, welche letztere sich dann mit der Base verbindet; ist diese Base Kali, so entsteht S. — Da nun im Dünger, sowie in den Mauern der Ställe etc., stets Kalk vorhanden ist, so bildet sich bei der Fäulnis des Düngers, Urins etc. salpetersaurer Kalk, dabei wird der Kalk der Mauern mit verbraucht u die Mauer leidet. Der Schaden zeigt sich zunächst durch Abbröckeln (s.d.) des Putzes sowie durch Herausblühen kleiner Krystalle ;s.d.Art. Anschießen; dies nennt man Mauerfraß, Salpeterfraß etc.; die rationellsten Mittel gegen denselben sind: Fernhalten aller faulenden organischen Substanzen, Reinhalten der Mauer u. des Fußbodens, bei Düngerstätten also Isolirung derselben von den übrigen Umfassungsmauern, od. Tränken, d. i. vollständiges Sättigen der Kalkfugen mit einer andern Säure, zu der der Kalk mehr Verwandtschaft hat als zur Salpetersäure. Gips z. B., d. i. schwefelsaurer Kalk, wird nicht von Salpeterfraß zerstört. Häufig aber helfen alle diese Vorsichtsmaßregeln nichts, weil salpetersaure Salze in den Ziegeln selbst entstehen, sobald der Ziegelthon nicht gehörig von Pflanzentheilchen gereinigt worden, die dann in Fäulnis übergehen. — Am besten wird dies vermieden, wenn man den Thon im Herbst sticht u. ausfrieren läßt, im Frühjahr dann gehörig auswäscht etc. Man hat auch dem Mörtel saure Milch u. Molken beigemischt, um den S. zu vermeiden; aber ohne Erfolg. Auch andere Mittel, z. B. Oelen u. Theeren der Ziegel vor dem Putzen, Theerung und Oelfarbenanstrich auf den Putz etc., führen nur Verzögerung des Zerstörungsprozesses herbei. Sorgfältiges Auskratzen der Fugen, Heraushacken der kranken