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BaukunstBrockhaus 1882

Dax, H— Acqs (im Altertum Aquae Tarbellicae oder Civitas Aquensium), alte, noch zum Teil von betürmten Mauern umgebene und durch ein altes festes Schloß, jetzt Kaserne, gedeckte Stadt im franz. Depart. Landes in der Gascogne, in 40 m Höhe, 73 km im NW. von Pau, links am Adour, über welchen eine schöne Brücke nach der Vorstadt Sablar führt, und an der Französischen Südbahn, Hauptort eines Arrondissements und Sitz eines Gerichtshofs erster Instanz. Die Stadt hat eine Kathedrale, ein Kommunal-Collége, ein Lehrerseminar, ein Mineralienkabinett und zählt (1876) 9085, als Gemeinde 10250 E., welche Handel mit Wein, Branntwein, Getreide, Bauholz, Waldprodukten treiben und in dem benachbarten großen Walde Hammerwerke, Kohlenbrennereien, Teersiedereien u. s. w. unterhalten. Auch werden hier Fayencewaren, Korkpfropfen, Kerzen, Chokolade und feine Liqueure fabriziert, sowie sog. Bayonner Schinken bereitet. Außerdem befindet sich zu D. ein Depot für Waren, die aus Frankreich nach Spanien gehen. Wichtig sind die Wochenmärkte für Harze, Hornvieh, Pferde und Maulesel. Mitten in der Stadt strömt eine schon den Römern bekannte, 59,5e C. heiße Schwefelquelle in ein Becken von 50m Umfang, zu welchem ein Portikus von toscan. Säulen führt, und aus welchem das Wasser aus neun Hähnen läuft. Dabei befindet sich ein Badeetablissement. Ein anderes, Baignots genannt, bietet heiße Schlammbäder; andere heißen Adouriennes, Fossés de la ville, und in 6 km Entfernung das schön zwischen Felsen gelegene D.⸗ Tercis. Im ersten, dem Hauptetablissement St.⸗ Pierre, befindet sich eine 280 m lange, bedeckte Wandelbahn, welche durch die Wasser eine konstante Temperatur von 16—18 behält. Das Wasser wird benutzt bei Rheumatismen, bei den Folgen von Verrenkungen und Knochenbrüchen, bei Hals⸗, Kehl⸗ und Kopfkrankheiten. Auch zum Waschen, Kochen und in Werkstätten wird es benutzt. Nach der Tradition ist der Kaiser Augustus hier durch die Quellen genesen. In der ganzen Um-Laelle trifft man schon in 4—5 m Tiefe auf warme uellen. Die Ausdünstungen dieser Quellen sind so stark, dab sie bisweilen die Stadt in einen Nebel einhüllen. D. war ehedem der Hauptort der Vizegrafschaft Acqs und der Habis Landschaft «Landesv, sowie vom 3. Jahrh. bis zur Revolution ein Bischofssitz. Im 12. Jahrh. kam es in die Gewalt Gastons IV. von Beéarn, und 1177 eroberte es Richard Löwenherz, der es an Guyenne anschloß. Im J. 1622 wurden die Festungswerke geschleift.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 920Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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