Sedimentärformation, k., Sedimentärgebilde, n. Zu dieser Formation rechnet man alle aus Wasser abgesetzten Gesteine, die einen wesentlichen Antheil an der Zusammensetzung der Erdrinde nehmen. Vorherrschend sind fandige, thonige und kalkartige Gesteine, wie Sandstein, Konglomerate, Thon, Thonschiefer, Kalkstein, Mergel u. Dolomit. Zwischen diesen Ablagerungen finden sich auch Gips, Steinsalz u. Kohlen. Die besondere Art der Ablagerungen sedi3mentärer Gebilde läßt sich unterscheiden in 1. mechanische „Ablagerung von Gerölle, Sand, Thon u. dgl. — 2. Che⸗ )misches Absetzen von kohlensaurem Kalk, Gips, Steinsalz fu. s.f.—3. Anhäufung vonPflanzenresten zu Torf, Kohlenlager etc. — 4. Sedimente von thierischen Resten, wie von hkalkigen u. kieselartigen Schalen, woraus sich später Kalksteine, Kieselgesteine etc. bildeten. Alle diese verschiedenen Gesteinsbildungen gehören verschiedenen Bildungszeiten an U. aus der Uebereinanderlagerung u. den darin enthaltenen Versteinerungen kann man erkennen, welcher Formationsperiode das Gebilde angehört. Die in Deutschland beobachtete Reihenfolge dieser Formationen ist folgende. Neueste Bildungen: Schlamm, Sand, Gerölle, Torf, Infusorienlagerre. — Diluvialperiode: Lehm, Sand, Gerölle, Höhlenschlamm, Bohnerz, Kalktuff, Torf, Infusorienlager. — Tertiärperiode: Süßwasserkalk, Tegel⸗, Molasse⸗, Braunkohlen⸗„Nummulitenformation, Grobkalk. — Kreideperiode: weiße Kreide, Quadersandstein u. Pläner.—Juraperiode: Deisterformation, weißer Jura, brauner Jura, Leias, schwarzer Jura. — Kohlenperiode: Zechstein, Rothliegendes, Steinkohlenu. Kohlenkalkformation. — Grauwacke: Devonformation, Silurformation. Dann folgen in der Regel die krystallinischen Schiefergesteine. — Diese Reihe hat sich aus der Verbindung vieler Beobachtungen in verschiedenen Gegenden ergeben; die Schichtenreihen sind nämlich in jeder einzelnen Gegend nur lückenhaft entwickelt, manchmal sind die ursprünglich regelmäßigen Lagerungsverhältnisse bedeutend gestört, so daß man geradezu das unterste Glied zu oberst antreffen kann. sedimentiren, intr. Z., von Flüssigkeiten, s. v. w. sich dadurch abklären, daß das Unreine sich zu Boden setzt. Sedium, n., Dim. sediolum, lat., Wohnsitz, Haus. See, s., engl., span. Seu, f., Bisthum, Kathedrale. Seenkademie, f. Navigationsschule, hat im allgemeinen die Einrichtung einer Gewerbschule; meist werden diese Schulen in alten Schiffen eingerichtet. Seranker, w. (Schiffb.), s. d. Art. Anker VI. C. 3. Seearsenal, Seerüsthaus, Seezeughaus, n., frz. arsenal m. de marine, engl. dock-vard with its warren or gun-Wharf. Gebäudegruppe zu Anfertigung u. Aufbewahrung aller zu Ausrüstung einer Kriegsflotte nöthigen Waffen und Materialien aller Art. Enthält folgende Gebäude od. Räume ein eigentliches Zeughaus zu Aufbewahrung fertiger Waffen, Pulvermagazine, Modellkammern, Vorrathsräume für die verschiedensten Schiffsausrüstungsgegenstände, Eisengießerei, Stückgießerei, Waffenschmieden, Gewehrfabriken, Zimmerplätze, Docks, Schiffswerften, Hellings, Schlossereien, Schmieden, Segelmacherei, Reeperbahnen, Ankerschmiede, Bäckerei re. Die ganze Anlage braucht also ein ausgedehntes Terrain, welches übrigens am Tiefgangwasser liegen u. mit Kanälen durchschnitten sein muß. Allgemeine Vorschriften für die gegenseitige Lage der Gebäude etc. lassen sich kaum geben; es hängt dabei viel, eigentlich Alles, von lokalen Vorlagen und Bedürfnissen ab. Seebaake, k., s. d. Art. Baake 4. Seebad, n., s. d. Art. Bad 1. Seebuhne, k. (Wasserb.), Buhne (s. d.) zum Aufhalten des Sandes an Meeresküsten. Ihre Direktion richtet sich nach der Lage des Ufers und der Richtung des daselbst wehenden Hauptwindes; sie besteht aus Pfahlwerk, mit Faschinen ausgefüllt und oben mit Steinen abgedeckt. Seodeich, m., zur Bewallung der See; s. Deich. See-Erde, f., graue Thonerde. See-Erz, u (Miner.), Raseneisenstein. Seegat, u., Durchfahrt durch die Sandbänke der Flußmündungen. Seegras, nu. (Bot.), 1. Wasserriemen, Wier (Zostera marina L.), ist eine der wenigen Blütenpflanzen, welche auf dem Grund flacher Meeresstellen wachsen. Sie treibt lange, riemenförmige Blätter bis 45 cm. lang, 6 mm. breit, frisch dunkelgrün, getrocknet tabaksbraun. Sie werden zu Polstern und Betten gebraucht, sind sehr biegsam und können jahrelang naß liegen, ohne zu faulen. Es halten sich in ihnen keine Motten auf. — 2. Eine Art Riedgras (Carex brizoides L., Fam. Cyperaceae), die an feuchten Stellen wächst u. in manchen Gegenden, z. B. am Rhein, ebenfalls zum Polstern (Waldhär) gebraucht wird. Seehafen, m., s. d. Art. Hafen. Serkompaß, m., s. d. Art. Kompaß. Seekreuzdorn, m., weidenblätteriger Sanddorn (Bot.), Hippophas rhamnoides L., Fam. Oleasterpfl., ein bis über 4 m. hoher Strauch des Mittelmeergebietes, dessen Holz grünlichweiß, nach dem Kerne zu braun geflammt, grobkurzfaserig, sehr hart, fest und glatt ist; dasselbe läßt sich schön beizen, füärben und poliren. ELBERG O Universitätsbibliot „Hochofens, s. v. w. Schachtraum. „ Seeling, s., engl., Decke, s. d. Art. ceiling. —SBeemeile, k., s. d. Art. Meile. „Seerose, f. (Nymphaea, Fam. Seerosengewächse), „kommt in einer weißblühenden (N. alba) u. in einer gelb⸗ ⸗blühenden Art (N. lutéa) bei uns auf Teichen u. langsam 5fließenden Gewässern vor. Die in Aegypten einheimische nblaue Seerose (N. coerulea) und die Lotus-Seerose (N. „ULotus), welche letztere rosaroth blüht, sind an alten ägypstischen Bauwerken häufig als Verzierungen, an Säulenekapitälen etc. angebracht. Die ostindische Lotus (Nelumd bium speciosum) spielt für die ostindische Skulptur und Mythologie dieselbe Rolle, gehört daher auch hierher. h Seesalz, n., s. d. Art. Kochsalz und Steinsalz. Seeschlag, m. (Kriegsbrückenb.), s. d. Art. Ankerstich. Seeschlagbaum, m., s. d. Art. Baum 4. Seestein, m., s. d. Art. Bernstein. Seetang, m. (Bot.), Fucus, dies sind blütenlose Pflanezen (Kryptogamen), die im Meer wachsen, sehr verschiedene Gestalt u. Farbe (schwarz, braun, grün, roth, violett, gelb) haben und in ihrer Asche mancherlei Salze enthalten. Manche sind für den Menschen genießbar, andere verbrennt man, um aus ihnen Soda, Jod und Brom zu gewinnen, od. braucht sie zum Düngen. Aus ihnen wird die 1sogen. Varecsoda hergestellt. Seewarte, k., s. v. w. Leuchtthurm (s. d.). Seewasser, u., s. d. Art. Anstrich 18. Segel, n., niederd. Seil, n., frz. voile, f., engl. sail, ital. und span. vela (Schiffb.). Die S. werden aus mehreren „Kleidern, d. h. Segeltuchbreiten, zusammengenäht u. mit „einer Taueinfassung, Leik, versehen, haben auch verschiedene Lägel, d. h. Tauschlingen, behufs der Befestigung von Tauen. Die dem Hintertheil zugekehrte Seite heißt die innere Segelseite, das Straffspannen der S. heißt brassen. Man kann sie auf verschiedene Weise in Gruppen theilen: I. Rach der Art ihrer Zurüstung. 1. Raasegel, frz. voile carrée, engl. square-sail, ital. vela rotonda, span. vela adeè cruz, ist viereckig u. hängt an einer Raa. — 2. Luggersegel, Ewersegel, frz. voile de boursette, de longre, au tiers, engl. Iug-sail. Die Raa ist nicht in der Mitte, sondern an einem Dritttheilspunkt am Mast angehängt, der längere Theil steht nach der Leeseite und höher, das S. ist trapezförmig. — 3. Topsegel, frz. hunier, engl. top-sail, auch Marssegel, oberstes Raasegel. — 4. Fliegeklappe, Bramsegel, noch über dem Topsegel bei einigen Fahrzeugarten. — 5. Ruthensegel, Rusegel, frz. voile à antenne, latine, d'artimon, engl.mizen-yardsail, antenna-mizen, trapezoidisches S. an schräg hängender Raa, sogenannte Antenne; die lateinischen od. Antennesegel sind dreieckig. — 6.Settinsegel sind lateinische S., dieaberam Unterende der Antennen noch ein kurzes stehendes Leik haben. — 7. Gaffelseite, srz. voile à corne, engl. gafk-sail, trapezförmiges S., das oben an einer Gaffel hängt. — 8. Baumsegel, frz. voile à gui, à baume, engl. boom-sail, Gaffelsegel, welches unten einen Giekbaum hat. — 9. Gieksegel, engl. spanker, Baumsegel, dessen Giekbaum länger als die Gaffel ist. — 10. Schnausegel, frz. voile de senau, engl. snowWsail, tryssail, Gaffelsegel, dessen Gaffel und Baum nicht am Mast, sondern an einem Schnaumast fahren. — 11. Briggsegel; Gieksegel am großen Mast einer Brigg oder Brigantine. — 12. Schunersegel, Gieksegel an den beiden Masten eines Schuners; man unterscheidet Vorschunersegel u. Großschunersegel. — 13. Kuttersegel, Jacht- oder Schlupsegel ebenfalls ein Gieksegel. — 14. Schmacksegel heißt das Gieksegel einer Schmacke. — 15. Spritsegel, frz. Voile livarde, àbaleston, engl.sprit-sail, viereckiges S., durch eine Stange, Spriet, beinahe in der Diagonale ausgespannt, besonders auf Binnenlandern, Booten und Flußschiffen angewandt. — 16. Sliding-Guntersegel, frz. voile de houari, span. vela escandalosa, dreieckiges S., mit dem Nock an eine Raa gebunden, die mittels eines Falles am Mast fährt. — 17.Stagsegel, frz. voile d'étai, engl. stayssail, heißen alle S. ohne Rücksicht auf ihre Gestalt, die mit Lägeln an den Stangen oder Leitern aufgezogen werden; zu ihnen gehören die Klüver (s. d.). — 18. Leisegel, Leesegel, frz. bonnette, engl. studding-sail, wird bei günstigem Wind neben dem Raasegel beigesetzt und unten durch Leesegelspieren ausgespannt, die von den Raen durch Bügel an den Nocken hinausgeschoben werden. Die S. unter 17. und 18. zusammen heißen Beisegel. II. Rach der Stelle der ZBemaslung, wo sie angebracht werden, werden die S. eingetheilt in: 1. Vorsegel u. Achtersegel, je nachdem sie vor oder hinter dem Mittelpunkt des Schiffes stehen. — 2. Untersegel od. Obersegel, je nachdem sie unter oder über dem Mars stehen. — 3. Nach ihrer speziellen Stelle. Eine vollständige fregattische Besegelung, Segelasche, frz. voilure, engl. set of sails, umfaßt folgende S.: a) Am großen Mast: Großsegel, Schoversegel, Schönfahrtsegel, frz. grande voile, engl. main-sail, Raasegel unten am großen Mast; — großes Marssegel, frz. grand-hunier, engl. main-topsail, Raasegel an der großen Stenge; großes Bramsegel, frz. grand perroquet, engl. main-top-gallant-sail, Raasegel an der großen Bramstenge; — großes Oberbramsegel, frz. grand perroquet volant, engl. main royal, Raasegel an der großen Oberbramstenge. b) Am Fockmast und seinen Stengen: Focksegel, Focke (s. d.); — Vormarssegel, frz. petit hunier, engl. fore-top-sail; — Vorbramsegel, frz. petit perroquet; — Voroberbramsegel. o) Am Besahnmastod. Kreuzmast: Besahnsegel, ein Gieksegel, engl. misen-sail, das Kreuzsegel, frz. Pperroquet de fouque, engl. mizen-topsail; — das Kreuzbramsegel od. Gretchen, frz. perruche, und das Oberkreuzbramsegel, franz. perruche volante. d) Unter dem Bugspriet: Blinde, Blindsegel; man unterscheidet die Schiebblinde, Unterblinde, große Blinde, frz. civadière, engl. sprit-sail; und Oberblinde, frz. ontreeivadière, engl. spritsail-topsail, welche ihre Raa unter dem Klüverbaum hat. e) An den Stagen: große Stagsegel od. Deckschwabber am großen Stag od. dessen losem Stag. Das Großstengestagsegel am Stag der großen Stenge; — großer Marsflieger od. Mittelstagsegel an dem Leiter zwischen großem Stag und großem Stengestag vc.; hierher gehören die Klüver, Mittel-u. Sturmklüver, die Besahnstagsegel od. Aap. k) Neben den Raasegeln: Großleesegel, Großmarsleesegel etc. — 4. Manche sehr große Schiffe führen außerdem noch: a) Schnausegel, Oberbramleesegel, engl. sKyssail, skaysscraper, kleines Raasegel über dem großen Oberbramsegel. b) Schnausegel am großen u. am Fockmast. e) Ein großer Bramflieger über dem großen Bramstengestagsegel. d) Ein Vormarsflieger zwischen Klüver und Vorstengestagsegel, e) Ein Butenklüver; sed. Art. Klüver. k) Kreuzgaffelsegel oder Gaffeltopsegel an der Kreuzstenge über der Besahn. III. Nach ihrer bes. Bestimmung unterscheidet man: 1. Reservesegel, frz. voile derechange,engl.spare-sail. 2. Wintersegel, Winterbramsegel; auf einigen Meeren werden bei stürmischem Winter besondere kleinere Bramsegel geführt. 3. Kühlsegel, Windsegel, frz. manche à vent, engl. windsail, Schlauch von Segeltuch, mit dem weiten Ende am Mast dem Wind entgegengehängt, mit dem andern Ende in den Raum geleitet, um gute Luft in den Raum zu bringen. 4. Pfortsegel, Ballastkleid, frz. Prélart, voile à lest, engl. Port-sail, s. v. w. Persennig an der Ballastpforte. Segelbalken, m. (Schiffb.), frz. maitre-bau, engl. midship-beam, der längste aller Deckbalken, liegt im Mittelspant an der größten Breite des Schiffes, dient als Hauptmäß bei Bestimmung vieler Dimensionen im Schiffbau; s. auch d. Art. Balken WI. 4.