Tertiärformation, k. (Miner.). Ungefähr mit dem Auftreten des Menschen auf der Erde schloß eine geologische Periode ab, in welcher gewisse Ablagerungen aus dem Meerwassser sowohl als auch aus füßen Wässern entstanden waren. In dieser Periode unterscheidet man primäre, sekundäre, tertiäre und quaternäre Bildungen. Die fämtlichen Ablagerungen sind durch Versteinerungen gekennzeichnet. Die tertiären u. quaternären Ablagerungen enthalten Ueberreste von Thieren und Pflanzen noch lebender Arten, während die primären und sekundären Bildungen Versteinerungen enthalten, die gänzlich von allen lebenden Arten verschieden sind. Für sämtliche Bildungen hat man neuerdings blos den Namen T. beibehalten und man begreift darin alle jene Ablagerungen aus Thon, Sand, Mergel, Kalkstein, Sandstein, Konglomerat etc. mit untergeordneten Einlagerungen von Braunkohlen, Gips, Eisenstein u. Steinsalz, welche organische Ueberreste theils noch lebender, theils ausgestorbener Spezies enthalten. Für die Zeiträume der Bildungen dieser Formation lassen sich keine scharfen Grenzen ziehen; zu den neu⸗ od. obertertiüren Bildungen rechnet man diejenigen Ablagerungen, bei welchen in Bezug auf die Versteinerungen die lebenden Spezies die ausgestorbenen überwiegen. Die mitteltertiären Bildungen enthalten lebende u. ausgestorbene Spezies in gleichem Verhältnis u. bei den alt⸗ od. untertertiären Bildungen überwiegen die ausgestorbenen Spezies weit die lebenden. Die Braunkohlenformation Norddeutschlands z. B. gehört zu den mitteltertiären Ablagerungen, ebenso die Molasseformation (s. d.). Das gänze Rheinbecken bis Basel enthält theils neu⸗, theils mitteltertiäre Ablagerungen, ebenso die Tegelablagerungen des Wiener Beckens. Zu den untertertiären Bildungen gehören die Sandsteine und Schieferthone des Alpen⸗ und Karpathengebiets; f. auch d. Art. Lagerung d.