Taufstein, Badstein, w., Fünt, m., franz. fonts baptismaux, engl. baptismal font, lat. fons baptismalis, 1. richtiger Caufbrunnen oder Caufteich, das in den älteren Baptisterien in der Mitte angebrachte große Bassin (über die Benennungen s. d. Art. Baptisterium II.), welches nach den Vorschriften, die uns St. Isidor (1 636) hinterlassen, sieben Stufen haben soll, u. zwar drei aufwärts (außerhalb des Beckens), eine oben (Rand des Beckens), drei abwärts (innerhalb des Beckens). Das Konzil zu Lerida verbot, zu Herstellung des Beckens Terracotta, rohen Stein, porösen od. ruhen Marmor zu verwenden, empfahl vielmehr polirten Marmor und Porphyr. Sehr bald, vermuthlich schon im 3., jedenfalls im 4. Jahrh.,setzte man hier und da, bald überall, auf die oberste Stufe eine Brüstung od. doch ein niedriges Stylobat, welches 6 oder 8 Säulen trug, die mit einer von ihnen gestützten Kuppel eine aedicula, phiale, Sbibliothe Heidelberg bildeten, welche oft vergoldet war. Das Becken hatte meist 4-6 m. im Durchmesser u. war rund, sechseckig od. achteck g. Das Baptisterium zu Novara hat ein rundes Taufbecken, dessen Außenseite durch Pilaster in acht Felder getheilt ist. Weibliche Täuflinge wurden mit einem Schleier, conopeum, bedeckt, auch war das Becken mit Vorhängen umgeben. Durch den Masseneintritt der Longobarden in die katholische Kirche wurde im 7. Jahrh. der Bau sehr vieler Baptisterien veranlaßt, die alle noch Immersionsbecken erhielten. Vom 2. Jahrh. an bis um 400 hatte man auch Kinder getauft, später nur Erwachsene, Kinder nur im Nothfall. Erst 886 wurde zugelassen, Kinder zu taufen, doch nicht vor dem 40. Tage. Bisher war die Kinder⸗