Piseina, f.,lat., 1. frz. piscine, Fischteich, Schwimmteich, Wassertrog, s. Bad 4. b.; daher auch Taufteich im Baptisterium; p. probatique, ist der Teich Bethesda. — 2. s. v. w. impluvium. — 3. Vertiefung zum Wasserablauf für das gebrauchte Wasser in Kirchen, in den ältesten Zeiten (sauch sacrarium) oft unter dem Altar angebracht; später erhielt die P. fast allgemein die Form einer fensterartigen Nische, auch kenestella, meist in der Südwand neben dem Altar, selten in der südlichen Sakristei angebracht und oft ziem lich reich architektonisch verziert. Eine Vertiefung auf der oft konsolenartig vortretenden Sohle (franz. Cuvette, engl. sink) dient zum Abgießen des gebrauchten Waschwassers, womit der Priester seine Hände, und dessen, womit er die heiligen Gefäße gewaschen hat, und ist mit einer Abzugsröhre, lat. perfusorium, versehen. Als Surrogat der P. diente wohl auch eine Vertiefung im Pflaster südlich vom Altar. Die P. ist wohl zu unterscheiden vom lavacrum od. lavatorium (f. d.), doch kommt sie auch mit demselben vereinigt vor, indem zwei ganz gleiche Nischen mit Cuvetten neben einander stehen, befindet sich im obern Theil der P. ein Schränkchen zu Aufbewahrung der Waschgefüße, so heißt sie piscine-credence, engl. Iocker, lockyer, s. Fig. 2863; auch diese kommt als Zwillingspiseina mit dem lavatorium vereinigt vor, s. Fig. 2864, s. auch d. Art. daptisterium, Basilika, lavaorum, mare ete. In früheren katholischen, jetzt protestantischen Kirchen werden die Piseinen, wenn sie in der Sakristei sich befinden, häufig als Pissoir für den Geistlichen gemißbraucht. — 4. P. Contecta od. limaria, Schlammsack bei Wasserleitungen. bisé, en terre pisée oder battue, coffre, engl. coffer-Work, pisé-building, cobwork, ital. maceria, span. tapia, lat. massa, maceria, Lehmstampfbau, Kastenwerk, Erdwand,‚ Erdbau, d. h. Aufführung von Mauern und ganzen Gebäuden aus Erde oder Lehm. Dazu eignen sich alle von Steinen gereinigten Erd⸗ und Lehmarten, ausgenommen zu mage rer Sand und zu fetter Thon. Magere Erd⸗ und Lehmarten dürfen nicht zu trocken, fette hingegen nicht zu naß bearbeitet werden, da erstere zerbröckeln, letztere beim Trocknen Risse bekommen. Lehm mit den Zusätzen, wie die Natur sie liefert od. die Kunst hervorbringt, giebt die besten Piseemauern. Die Gründung betreffend, errichte man bei schlechtem Baug rund oder im Wassser das Fundament, wie bei anderen Mauern, auf Rost, von großen Steinen; bei einem Baugrund aus Lehm, Thon, Stein u. festem Sand gründet man auf dem gewachsenen Boden die Fundamentmauern mit Absätzen auf beiden Seiten, führt sie 40—60 em., über die Erdoberfläche und läßt sie sich gehörig setzen. Bei Aufführung der Fundamentmauern in Pisee ist es gut, wenn man dieselben zwischen Wangen, von Bruch-u. Ziegelsteinen gemauert, aufführt. E1. Piséesteinbau. Man stampft die gewählten Erd⸗ od. Lehmarten in kleine Formen, hölzerne Kästen, u. führt mit den so erhaltenen Stücken, Piséesteinen, die Mauer auf; dies erfordert jedoch viel Zeit, auch ist die Verbindung nicht sehr dauerhaft. — 2. Pisee zwischen Lehmsteinwangen, d. h. zwischen zwei dünnen Mauern von Lehmsteinen, hat den Vortheil, daß in den Fugen der Putz besser hält. Die Wangen werden 16 em. breit von Lehmsteinen je 30 em hoch aufgemauert, der Zwischenraum mit Lehm ausgefüllt und gestampft; zu größerer Festigkeit läßt man bei der zweiten Schicht einige Binder in die Lehmmasse hineingehen. — 3. Pisée zwischen Bretformen, zuerst 1791 von Cointereauxangegeben. a) Mauern; zwei starke gehobelte Bohlen, od. besser noch Tafeln, 6 m. lang u. 28— 90 em. hoch, durch starke Querleisten von 1⅛½ zu 1½ m. verstärkt, bwerden an den Fluchtlinien der Mauer auf die hohe Kante gelegt und dann in der Mitte ihrer Höhe durch Riegel mit Köpfen und Schlitzen verbunden, welche, mit passenden Keilen versehen, die beiden Seiten der Form in gleichmäßiger Entfernung, der Mauerstärke entsprechend, halten. Ist diese Form auf dem fertigen Fundament aufgestellt, so wirft der Arbeiter, frz. piseur, den Lehm hinein, vertheilt ihn gleichmäßig und tritt ihn mit nackten Füßen od. schlägt ihn mit einem Lehmschlägel, franz. pison oder Ppisoir, fest. Wenn die Form voll ist, streicht man sie ab, zieht die Keile aus den Riegeln und diese aus der Form, nimmt die Bohlen ab, stellt sie daneben wieder auf und fährt so fort, bis man die Höhe der Fensterbrüstung erreicht, errichtet darauf die hölzernen Fenstergerüste und führt zwischen kleineren Formen die Zwischenpfeiler der Fenster auf. Vgl. auch d. Art. Panche. b) Behufs Verbindung der Formen für die Scheidewände mit denen der Verfassungsmauern bringe man den Unterriegel der Scheidewandform möglichst nahe an die Umfassungswand, um in dieser die nächsten Formgerüste so zu stellen, daß der Riegel sie noch trifft; oder man bringt die Umfassungswandform so an, daß sie eine Bretstärke von der Scheidewand entfernt ist, und legt für diese die Form an das Hinterende jener an, wobei dann der Riegel ganz wegfallen kann. e) Giebel pisire man erst nach aufgestelltem Gespärr, weil sie sonst beim Richten leicht beschädigt werden; dann haue man die Piseéemasse nach der äußeren Sparrenlinie ab u. lasse die Latten über die Giebelbreite hinüberragen, wobei der Ortsparren dicht an der innern Seite des Giebels liege. Sind die Giebel breit, so sind sie mit dem Gespärre, besser noch mit dem Kehlgebälk zu verankern. Piséegiebel sind nicht zu empfehlen. d) Feuermauern, Schornsteinere. können bis zur Balkenhöhe pisirt, müssen im Dach aber mit geformten Lehmsteinen fortgeführt werden. e) Pisirte Gesimse sind sehr dauerhaft, doch dürfen sie weder verziert noch stark ausladend sein. Um sie zu konstruiren, setze man die gewöhnlichen Formgerüste so auf, daß sie um die Gesimsbreite hervorspringen, lege eine 2— 2½ m. lange, aus starkem Holz gefertigte Schablone so in die Form ein, daß sie unten genau an die Mauer schließt und mit ihrer rechtwinkligen Seite gerade an die Formbreter zu liegen kommt, und befestige entsprechend gestaltete Kopfbreter an die Enden der Form od. zwischen zwei Balken durch vorgesteckte Nügel; nun kann Vorsicht ausgestampft werden, jedoch Sicherheit quer über Mauer u. Gesims gelegte eingestampft werden. ) Gewölbe zu pisiren; geschehen als auf untergestellten hölzerjedoch läßt sich darauf keine feste Masse überwölbenden Räumen in der Erde lasse nach der zu machenden Wölbung ausschmalen Bretern überlegen, worauf die der Vollendung gräbt man die Erde Thüröffnung aus. Es könnenübrigens Kappengewölbe aus Lehm-oder Backsteinen ohne