FeedBauholz
PflanzenreichBau-Lexikon 1881
Fig. 480.
Fig. 480.

Bauholz, n., frz. bois m. de construction, bois de charpente, maisonnage, m., engl.timber, store-timber, lumber, ital. legname de fabbricare, span. madera, tosa, lat. materia, mairamentum. Darunter versteht man allgemein nur diejenigen Arten des Nutzholzes (s. d.), welche nicht nur beim Ausbau u. der feineren Ausstattung der Gebäude, sondern bei der Konstruktion selbst Verwendung finden. Der Natur der Sache nach sind dies fast stets einheimische Hölzer. Die Hölzer fremder Erdtheile, welche theils in ihrer Heimat, theils in Europa als Bauhölzer verwendet werden, sind in den sie einzeln behandelnden Artikeln nachzuschlagen. Die in Europa wachsenden Bauhölzer gehören, mit Ausnahme einiger wenigen, in das Geschlecht der Palmen zu rechnenden od. ihnen ähnlichen, sämtlich zu jenen Baumgattungen, deren Wachsthum sich auf dem Querschnitt durch sogenannte Jahresringe kundgiebt. Das Nähere über den organischen Bau u. die gemeinschaftliche chemische sowie physikalische Beschaffenheit aller Hölzer ist in dem Artikel Holz nachzusehen. Ueber die Eigenschaften einzelner Hölzer in technischer Beziehung sind genauere Angaben in den Artikeln Dauer, Elastizität, Festigkeit, Gewicht etc. enthalten, während die naturhistorischen Eigenschaften und Kennzeichen atsbibliothek Heidelberg unter den die betr. Bäume behandelnden Artikeln nachzusehen sind. In der gewöhnlichen Bautechnik, besond. in der Handwerkssprache, nimmt man weniger genaue Rücksicht auf jene theoretischen Spezialitäten, sondern nur auf Resultate, wie sie theils auf Grund theoretischer Erkenntnisse, theils auf Grund der Erfahrung sich herausgestellt haben. Die wichtigsten derselben folgen hier. A. Eintheilung der Bauhölzer. Dieselbe erfolgt: a) Nach ihrer Blattformation. 1. Laubholz, auch lebendiges Holz genannt; s. d. Art. Eiche, Buche, Ulme, Ahorn, Esche, Erle, Birke, Linde, Kastanie etc. — 2. Nadelholz, auch Tangel⸗, Schwarz⸗, Harzholz, rodtes Holz genannt; s. d. Art. Tanne, Fichte, Kiefer, Lärche, Lebensbaum re. b) Nach ihrer härte. 1. Hartes Holz. Dazu gehören: Eiche, Buche, Ulme, Ahorn, Kastanieetc. — 2. Halbhartes Holz. Dahin zählt man: Esche, Erle, Birke, Lärche etc. — 3. Weiches Holz, zu welchem man gewöhnl. rechnet: Linde, Fichte, Tanne, Kiefer etc. Doch sind Grenzlinien für diese nur durch Gewohnheit entstandenen Bezeichnungen schwer anzugeben; Hölzer, welche in warmen Gegenden oder auf magerem Boden u. dabei langsam wachsen, sind gewöhnlich am härtesten u. dabei meist dunkelfarbig; das Holz alter Bäume ist gewöhnlich härter als das jüngerer. c) Nach der Art des Transports vom Wald nach dem Bauplatz. 1. Waldholz od. Achs holz, welches auf der Achse, also mit Pferden oder auf der Eisenbahn, herbeigebracht wird. — 2. Flößholz, auf Kanälen oder Flüssen herzugeschafft. d) Nach der Art und Weise, wie es in den Handel u. zur Verwendung gelangt; s. darüber unten sub Fu. G. B. Auswahl der zu Bauholz zu verwendenden Stämme. Da es hierbei vorzüglich darauf ankommt, die innere Beschaffenheit sowohl eines noch auf dem Stock stehenden als auch eines schon gefällten Baumes od. Stammes gehörig zu würdigen, um danach den Werth desselben richtigzu beurtheilen, so muß man, um zu Vornahme dieser Prüfung befähigt zu sein, einige botanische Kenntnisse besitzen. Bei der Prüfung selbst ist bes. Folgendes zu berücksichtigen. a) Die äußeren Lebensumstände des Baumes in verschiedenen Hinsichten. 1. Stand. Geschlossener Stand befördert die Regelmäßigkeit, Langschaftigkeit, Spaltbarkeit, Dichtheitetc. der Stammbildung. Jefreier der Baum steht, desto niedriger, tiefästiger, wimmeriger wächst der Stamm. Nadelholz darf nicht zu dicht, muß aber so geschlossen stehen, daß die Aste, oben sich verschränkend, sich gegenseitig beidarauf fallendem Schnee unterstützen. Eichen u. Buchen wachsen zwischen Nadelholz höher u. schlanker als in reinem Bestand od. unter sich vermengt. — 2. Boden. Feuchter, geiler Boden bildet bes. in feuchtwarmen Jahren zu breite, daher lockere Jahrringe; magerer Boden erzeugt langsameren Wuchs, aber dichteres Holz. — 3. Stellung nach der Himmelsgegend. Nach Norden hin freiere Stellung erzeugt schlankes, festes, hartes, feindrähtiges Holz; nach Osten u. Süden hin frei, wächst es kürzer, grobdrähtig, weniger fest; nach Westen hin blosgestellte Bestände sind den Stürmen gewöhnlich am meisten ausgesetzt u. werden dadurch kernschälig, windrissig re. Tiefe Ebenen, bes. nasse und dumpfige, sind für die Wirkung der Sonne und Luft weniger günstig als Hochebenen. — 4. Alter und Reife. Bis zu gewissen, bei jeder Baumsorte verschiedenen Jahren füllen sich die Poren mit zunehmendem Alter immer mehr mit Harz, Faserstoff etc., beim Nadelholz auffallender als beim Laubholz; daher wird das Holz, je reifer, desto dichter, fester etc., nachher aber, durch Stocken der Säfte in den angefüllten Poren, abständig, anbrüchig, überständig; endlich stirbt der Baum ganz oder theilweise ab, und zwar meist von innen nach außen; das abgestandene Holz vermodert oder verfault. bp) Die Beschaffenheit des zu prüfenden Baumes selbst. Zu beachtende Kennzeichen sind: 1. Außere Merkmale ELBERG O Universitatsbiblio der Gesundheit und Brauchbarkeit eines auf dem Stock stehenden Baumes: gerader Wuchs b. Nadelhölzern, bei Laubhölzern nur sanfte Krümmung u. nicht zu schnell abnehmende Stärke des Stammes; bei jungen Stämmen feine, glatte Rinde in gleichförmiger Farbe von der Wurzel bis an die Aste; bei älteren Stämmen Runzeln in der dicken Rinde, welche kleine Risse nach der Richtung der Fibern haben und eine darunter liegende feine Rinde sehen lassen, ein hoher, frisch und dick belaubter Gipfel, wenn auch die unteren Aeste abgestorben sind; frische, starke, lange Triebe mit glänzender Schale; spätes Abfallen u. gleiche Ausbildung der Blätter; Biegsamkeit der abgehauenen Aeste od. Zweige u. volle Fasern mit feuchten Poren bei dem Bruch, frische, saftige u. gesunde kleine Wurzeln; heller, tonreicher Klang beim Anschlagen mit einem hölzernen Schlägel an mes. Bei einzelnen Baumarten kommen hierzu noch folgende Kennzeichen der Gesundheit: Bei der Kiefer bes. zeln der Rinde u lebhaft röthliche, mit Grau vermischte Vertiefungen der Rinde. Bei der Buche sei das Stammende eben, die Rinde glatt, aschgrau, nicht weißlich od. röthlich u. der Schaft ohne Auswüchse. Vorzüglich schwierig ist die Erkennung gesunden Eichenholzes auf dem Stamm, und vollkommen gesunde Stämme sind selten; man hat bei ihnen sowie bei einigen anderen schwer zu untersuchenden Baumarten dann noch das Mittel, den Baum durch das Nichtvorhandensein von den in Folgendem aufgezählten Merkmalen als gesund zu erkennen. 2. Aeußere Kennzeichen von Krankheiten an stehenden Bäumen. Das Vereinzeltstehen unvollkommen gausgebildeter Blätter an Zweigen ist Zeichen anbrüchigen Holzes. Eine mit Rinde in langer, strangförmiger Wulst überdeckte Ader (od. Strahl) ist das sicherste Zeichen der sog. Eiskluft, welche am schädlichsten ist, wenn sie sich um den Stamm herumwindet. Am häufigsten findet man dergleichen an Buchen; Beulen (sog. Rosen) am Stamm deuten auf abgebrochene, gefaulte u. überwachsene Aste, deren Fäule sich leicht bis in den Kern fortsetzt; bleibt hineingegossenes Wasser in ihnen noch stehen, so kann man schließen, daß die Fäule noch nicht bis zum Kern gedrungen ist; man findet dies bes. bei Eichen, Kirsch- u. Nußbäumen. Aehnlich, nur etwas länglicher, erscheint der sog. Baumschlag, die theilweise od. ganz durch neue Rindenbildung vernarbte Spur einer stattgehabten gewaltsamen Bloslegung des Splints bei ungeschickter Anschalmung, durch Steinwürfe, Hagelschlag etc., wodurch leicht der Brand entsteht, während bei Eichen an solchen Stellen der Wurm sich gern einstellt. Eine runzelige, zusammengedorrte, mit Querrissen besetzte Rinde, die sich in der Nähe der Wurzel leicht ablösen läßt und dann milbiges u. zerfressenes Holz sichtbar macht, Narben in der Rinde, Spuren kleinerer od. größ. Spaltungen zwischen den Theilungen der Hauptäste, weiße u. rothe Flecke an der Rinde, Knollen oder zahlreiche Ausläufer an den Wurzeln, hohler, dumpfer Ton beim Anschlagen mit der Axt, Harzfluß, Schwämme, Schurf, Flechten, bleiche od. gelbe Farbe der Blätter zur Unzeit, Honig- und Mehlthau, Rauhästigkeit u. spiraler od. wimmeriger Wuchs sind sämtlich Anzeichen von Krankheiten der Bäume, welche in stärkerem oder geringerem Maß schädlich auf die Brauchbarkeit des Holzes einwirken. Mehr s. im Artikel Baumkrankheiten. 3. Prüfung auf innere Kennzeichen. Diese ist beim lebenden Baum natürlich mit Schwierigkeiten verknüpft. Das sicherste Kennzeichen giebt der Hohlbohrer, wenn man den Baum dicht über der Wurzel damit anbohrt; je leichter der Bohrer nach dem Kern zu eindringt, um so mehr kann man auf schlechte Beschaffenheit desselben schließen; noch deutlicher zeugt das Aussehen u. der Geruch der Bohrspäne, u. es ist daher das Beste, jede verdächtige Stelle anzubohren, da auch durch das Anschlagen mit Hammer oder Axt, wobei ein kerngesunder Baum einen hellen Klang geben soll, nicht immer richtig geurtheilt werden kann. 4. Untersuchung gefällten Holzes. Beim Einkauf weicher Hölzer, als Fichten, Kiefern, Tannen u. s. w., beachte man Folgendes: Je mehr sich die Jahrringe des Holzes einander nähern, desto fester u. dichter ist das Holz; beim Gegentheil ist dasselbe zu üppig gewachsen, porös u. daher ohne Dauer. Fehlt der völlige Zusammenhang aller Jahrringe, d. h. zeigen sich Risse, die konzentrisch mit den Jahrringen laufen, sog. doppelte od. falsche Jahrringe, so ist der Stamm kernfaul od. mindestens kernschälig. Auf dieses Symptom muß man um so genauer prüfen, als sich dasselbe nicht allemal schon am ersten der Wurzel zunächst liegenden, beim Fällen entstandenen Hirnschnitt vollständig zeigt. Die Hirnseite muß ohne Risse u. Sprünge sein u. eine vom Splint bis zum Kern gleichmäßig zunehmende Verdunkelung der Farbe zeigen. Man bringe den Stamm auf Lager, schlage an der Hirnseite daran, während der Prüfende das Ohr an die andere Hirnseite legt; ist der Klang hohl od. dumpf, od. hört man die Schläge gar nicht, so kann man auf anbrüchige Stellen, Kernfäule, Kernrisse und Eisklüfte schließen; bei gesunden Stämmen hört man den Schlag hell u. deutlich, der Stamm sei so lang er wolle. Stämme, welche schon längere Zeit im Walde gelegen, bes. Birke, Ahorn, Rothbuche, gehen leicht an (werden stockig), während Eichenholz mehrere Jahre mit der Rinde im freien Wald liegen kann. C. Fällen des Bauholzes. a) Wahl der Fällungszeit. Die Ansichten hierüber sind zwar noch verschieden, doch wird, trotz einiger neuerer Versuche von Theoretikern, das Frühjahr als beste Fällungszeit zur Geltung zu bringen, von den Praktikern fastallgemein angenommen, daß die beste Fällzeit zwischen dem 15. Dezember u. dem 15. Januar liegt, als in der Zeit, wo der wenigste Saft im Baum ist. Man folgt darin dem Beispiel unserer Vorfahren. Die mittelalterlichen Werkmeister, von denen noch heute, alle theoretischen Aufstellungen über die Dauer der im Freien angewendeten Hölzer übertreffend, Holzgebäude von mehr als dreihundertjährigem Alter bestehen, kleideten diese Regel in den Spruch: Sie hielten die heiligen 12 Nächte (23. Dezember bis 6. Januar) für die geeignetste Fällzeit. Plinius verlangt, daß das B. in der Zeit gefällt werde, wo sich die Rinde nicht ablöse; Vegetius Renatus giebt die Hauzeit zwischen dem 15. u. 23. Dezember an, und auch nach Constantius Columella soll das B. im Christmonat gefällt werden. Die Richtigkeit dieser Regel ist durch Versuche an Hölzern, welche, von sonst gleicher Beschaffenheit u. gleichem Standort entnommen, zu verschiedenen Zeiten geschlagen waren, vollkommen bestätigt worden. — Wenn gleichwohl in neueren Lehrbüchern ausgesprochen ist: „die Erfahrung habe zur Genüge gelehrt, daß sowohl Laubholz als auch Nadelholz zu jeder Jahreszeit gefällt werden könne, ohne die Güte des Holzes im mindesten zu beeinträchtigen, sofern es nur vor der Verwendung vollkommen ausgetrocknet sei“, so wird Nachfolgendes diese Behauptung vom theoretischen Standpunkt aus ins rechte Licht stellen. Der jährl. Wachsthumsprozeß der Bäume theilt sich in zwei Hauptepochen. In der ersten Epoche, von der Winterzur Sommer-Sonnenwende, beginnt die Lebensthätigkeit des Baumes; die Knospen entwickeln sich und die Erweiterung des Baumkörpers beginnt, indem eine neue Lage von Holz u. Rinde sich außen anlegt. Von der Sommer⸗ zur Winter-Sonnenwende beschäftigt sich die Natur mit der Ausbildung u. Reife des in voriger Epoche geschaffenen Körperzuwachses u. mit der Vorbereitung zur Lebensthätigkeit in der darauf folgenden Epoche. Die in der ersten Epoche in den Geweben eirkulirenden, dieselben anfüllenden Säfte werden nun wesentlich verändert, verdichten sich u. legen sich, je nach der Baumart, als Gummi oder Harz an die Zellen und Gefüße an. Wird nun der Stamm gegen Ende der zweiten Epoche, bevor neue Lebensthätigkeit beginnt, gefällt, geästet, entrindet u. trocken gelegt, so daß die Luft darauf einwirken kann, so erhärtet die auf dem Stamm noch klebrig gewesene Masse in den Saftgefäßen ganzu. verschließt dieinneren Theile des Holzkörpers gegen jede Einwirkung der Atmosphäre, so daß alle nachtheilige Einwirkung auf das in dieser Art gefällte und getrocknete Holz nur von außen kommen kann. Wird aber der Baum gefällt, nachdem die Lebensthätigkeit (mit der Winter-Sonnenwende) aufs neue erwacht ist, und die in den Saftgefäßen befindliche klebrige Masse ihre Funktion bereits angetreten, neue verwandte Stoffe an sich gezogen u. zu erweichen begonnen hat, so gerathen diese Stoffe, deren Thätigkeit durch das Fällen des Stammes auf gewaltsame Weise unterbrochen wird, in Gährung, gehen, wie alle Pflanzensäfte, aus der weinigen Gährung in die Essiggährung und aus dieser in die faulige Gährung über; dabei werden die Saftgefäße angegriffen und zerstört, so daß sich zuletzt der Holzkörper, alles Zusammenhanges beraubt, in Staub auflöst. Die Zerstörung durch äußere Einwirkung, bes. durch Nässe u. Wärme, geht um so schneller vor sich, je mehr die Zerstörung von innen nach außen durch die in Gährung übergegangenen Säfte schon vorgeschritten ist. Diese wirkt am stärksten, wenn der Baum zu der Zeit gefällt wird, wo die klebrige Masse in den Saftgefäßen zwar erweicht ist, der Baum aber noch keine Blätter hat, in den Monaten Januar u. Februar. Wird der Baum in den Monaten März od. April gefällt, und bleibt er einige Tage samt den Aesten liegen, so wird ein großer Theil der in den Saftröhren enthaltenen rung der Säfte erfolgt. Wird nun auch auf diese Weise die Ursache der Zerstörung des Holzkörpers durch faule Gährung der Säfte gemindert, so hat doch auf der andern Seite ein so spätes Fällen den Nachtheil, daß ein großer Theil der Säfte dem Holz durch das Blatttreiben bereits entzogen, damit ein Theil seiner Tragfähigkeit ihm genommen, dafür aber eine größere Porosität gegeben ist, was natürlich beides nachtheilig wirkt. Uebrigens hatauch die Erfahrungdiese Theorie bestätigt. Alles im Saft geschlagene und geschälte Holz reißt bis auf den Kern auf, Poren und Saftgefäße sind kennbarer; das Holz, geschnitten od. gehobelt, bleibt rauh und faserig. Vermindern kann man diese-Schäden allerdings durch die Behandlung; läßt man nümlich dergleichen Stämme mit der Krone noch einige Zeit liegen, so wachsen junge Triebe, konsumiren den vorhandenen Saft, das Holz trocknet schneller u. gewinnt etwas an Festigkeit. Eichenholz gewinnt ungemein an Dauer, wenn man den Stamm im Mai etwa 1 m. hoch über dem Stammende abschält, so daß er den Sommer über ausgrünt und abtrocknet. Außerdem hat man noch verschiedene Verfahrungsarten angewendet, den Saft aus dem im Saft gefällten Holz zu ziehen und dadurch die Wahl der falschen Fällzeit theilweise unschädlich zu machen; s.darüber unten sub E. Am sichersten ist es immer, die Fällzeit nach obiger Angabe zu wählen. b) Ueber die verschiedenen Vverfahrungsarten beim Fällen der Bäume s. d. Art. Baumfällen. D. Dauer und Verhalten des Bauholzes. Auf die Dauer des Bies haben sowohl die wechselnden Temperaturen u. Feuchtigkeitsgrade der Luft od. der das Holz nach seiner Verwendung umgebenden Körper, als auch die bei aller Vorsicht in demselben zurückbleibenden Saftbestandtheile Einfluß. Die Dauer des von nachtheiligen Einflüssen thunlichst fern gehaltenen Holzes steht in keiner Beziehung zu seiner Schwere oder Härte. Birnbaum, Rothbuche, Ahorn und Birkenholz, alle hart und schwer, haben Sbibliothek Heidelberg gleichwohl geringe Dauer u. stehen weder im Wasser noch im Freien lange. Erlenholz dauert in immerwährender Feuchtigkeit ca. 800 Jahre, kann jedoch weder einen Wechsel von Feuchtigkeit und Trockenheit, noch Verwendung in freier Luft vertragen. Die anderen Laubhölzer sowie die Nadelhölzer verhalten sich ebenfalls alle sehr verschieden in Feuchtigkeit, Trockenheit und an der Luft; das Betreffende ist in den jede Holzart betreffenden Artikeln sowie in dem Artikel Dauer nachzuschlagen. Der nachtheilige Einfluß der Safttheile des Holzes selbst auf seine Dauer äußert sich sehr verschieden; die hauptsächlichsten Wirkungen sind folgende: a) Fäulnis des Holzes. Versuche haben dargethan, daß der aus dem Holz ausgelaugte Saft sehr rasch in Zersetzung übergeht, indem er anfangs einen säuerlichen, dann fauligen Geruch annimmt u. sich mit Schimmel bedeckt; ausgelaugte Holzmasse dagegen zeigt keine Neigung, sich zu verändern. Bringt man aber in Fäulnis begriffenen Holzsaft mit ausgelaugter Holzmasse in gelinderWärme wieder zusammen, so tritt bald wieder eine Zersetzung ein, durch welche auch die Holzfasern angegriffen, endlich in eine mürbe, zerreibliche Masse verwandelt werden. Hierdurch erklärt es sich, daß, wenn das Holz entweder nicht gutausgetrocknet war oder wenn es nach dem Austrocknen in feuchter Luft Wasser aufgenommen hatte, die Saftbestandtheile alsbald sich chemisch in ihrerZusammensetzung verändern, wobei auch der Zusammenhang der Holzfasern aufhört. Diese Veränderung bezeichnet man alsFäulnis“. Ist in dem Holz fortwährend ein Ueberschuß von Feuchtigkeit vorhanden, so verläuft die Zerstörung rasch (nasse Fäulnis), ist dagegen bald mehr, bald weniger Feuchtigkeit vorhanden, so wird die Zersetzung zeitweise unterbrochen, sie verläuft langsamer (Trockenfäule, Vermodern, Verstocken). Die Bedingungen der Fäulnis sind daher Gegenwart von Feuchtigkeit im Holzsaft und ein gewisser Wärmegrad. Die einzelnen Holzarten zeigen der Verschiedenheit ihrer Saftbestandtheile wegen große Verschiedenheiten in Bezug auf ihre Neigung zu faulen. Mittel, um die Fäulnis des Holzes zu verhüten, sind: 1. Man verwende nur vollkommen ausgetrocknetes Holz. 2. Man schütze das verarbeitete Holz möglichst vor der Aufnahme von Feuchtigkeit, halte es also fern von Körpern, welche mit Feuchtigkeit zeitweise oder immer beladen sind, oder schütze die Holzoberfläche durch Oelanstriche, Firnisse, Oeltränken, Wasserglasanstriche etc. Das Abbrennen und Verkohlen von in die Erde gesteckten Pfosten etc. hat den Zweck, die Holzoberfläche mit einer Schicht Fäulnis widerstehender Kohle zu umgeben, welche das Holz vor der umgebenden Erde schützen soll, befördert aber das Reißen und öffnet so der Feuchtigkeit den Weg nach dem Kern, dadurch die Fäulnis anbahnend. 3. Man lauge das Holz aus, d. h. entziehe ihm möglichst die der Zersetzung fähigen Saftbestandtheile. 4. Man setze das Holz einer höheren Temperatur im Backofen oder in einem Trockenapparat aus. 5. Man tränke das Holz mit Substanzen, welche mit den Saftbestandtheilen eine chemische Verbindung eingehen u. denselben die Fähigkeit benehmen, Wasser aus der Luft anzuziehen und in Gährung zu treten. S. sub E. b) Wurmfraß des Holzes. Diesem, also dem Angriff der Insekten, ist stockig gewordenes sowie frisches, saftreiches, weiches Holz ausgesetzt. Auch der Splint der härteren Holzarten wird von Würmern zerfressen, welche dem Saft nachgehen, zahlreiche Gänge durch das Holz bohren und es in feines Mehl verwandeln. Man kennt verschiedene Käfer, welche das Holz zerstören. Häufig wird die Brut für diese Käfer schon in das Holz gebracht, bevor die Bäume gefällt sind; zuweilen aber nisten auch die Insekten in die gefällten Stämme, wenn sie lange liegen, bevor man sie der Rinde entkleidet und austrocknet. Da die Anbohrung des Holzes durch Käfer zunächst immer LBERG O Universitatsbibliothe von außen u. an den weichsten Theilen, dem Splint, erfolgt, so thut man wohl, den Splint ganz zu entfernen, wenn man das Holz nicht auslaugt. Die Mittel, den Wurmfraß zu verhüten, sind zum Theil dieselben wie gegen die Fäulnis. Da der Wurm zunächst dem Saft nachgeht, so empfiehlt es sich, den Saft zu entfernen, das Holz also auszudämpfen, auszulaugen oder auszutrocknen; es wird dann selten noch angegriffen, besond. wenn man die letzte Austrocknung bei starker Wärme vorgenommen hat. Hierbei sowie bei dem heißen Auslaugen wird nämlich zugleich die etwa im Holz steckende Brut zerstört, die Saftbestandtheile werden entfernt oder doch so verwandelt, daß sie von den Käfern nicht mehr zur Nahrung gesucht werden. AuchTränken mit Eisenvitriol, Kupfervitriol etc. hält die Würmer ab. s. übr. d. Art. Holzfeinde und Wurmfraß. c) Schwinden, Werfen, Reißen des Holzes. Da diese Erscheinungen ebenfalls zunächst dem Einfluß des Saftes beizumessen sind, so werden ähnliche Mittel, wie zur Abwendung der Fäulnis und des Wurmfraßes, auch anzuwenden sein, um das Werfen, Schwinden und Reißen wenigstens auf das geringste Mäß zu beschränken. Der Länge nach schwindet das Holz sehr wenig, so daß hiervon für die meisten Arbeiten ganz abgesehen werden kann; dagegen ist die Schwindung quer gegen die Fasern sehr beträchtlich, und es muß hierauf bei allen Holzverbindungen Rücksicht genommen werden. In der Regel schwinden harte, schwere Hölzer weniger als leichtere; eine Ausnahme macht das Pockholz, welches stark schwindet. Tannenholz trocknet höchstens um ½½ der Länge, ½ der Breite ein, Eiche höchstens um ½4e der Länge und 2½48 der Breite. Wäre das Holz eine gleichmäßige, homogene Masse, so würde das Schwinden u. Quellen desselben bei veränderter Feuchtigkeit und Wärme der Luft weniger Nachtheil bringen; das Holz ist aber an verschiedenen Stellen ungleich fest, und zwar ist der äußere, nicht ganz ausgebil dete Theil, der Splint, am weichsten, u. es nimmt die Festigkeit nach dem Kern zu bis in die Nähe desselben, welcher selbst wieder eine geringere Festigkeit hat. Stämme aus geschlossenen Beständen sind im Querschnitt annähernd kreisrund, haben den Kern in der Mitte u. die Festigkeit des Holzes ist bei gleicher Entfernung vom Kern eine gleiche. Bei Stämmen von freiem Standort ist der Querschnitt unregelmäßig, der Kern liegt außer der Mitte, die Festigkeit des Holzes ist bei gleicher Entfernung vom Kern durchaus ungleich u. da am geringsten, wo die Jahresringe am breitesten sind. Diese Erscheinung hat ihren Grund darin, daß die Cirkulation der Säfte nach der Seite am lebhaftesten ist, wo die Sonne am stärksten einwirkt, u. daß im Verhältnis der lebhafteren od. trägeren Eirkulation der Säfte eine entsprechende Erweiterung od. Verengerung der Saftröhren eintreten muß. Die Folge ist, daß das Holz von einem freistehenden Baum auf der Südseite grobfaseriger und lockerer als auf der Nordseite ist. Darauf beruhen die verschiedenen Veränderungen, welche schon beim Trocknen u mehr noch bei der Verarbeitung selbst trockenen Holzes, das mehr oder weniger Feuchtigkeit aus der Atmosphäre in sich aufzunehmen pflegt, als Schwinden und Quellen auftreten und das Werfen und Reißen nach sich ziehen. Fig. 480 zeigt den Stamm eines freistehenden Baumes in Ansicht und Querschnitt; der Kern erscheint der Nordliglit / mothes 18815bd1/0304 seite näher gelegen, u. die Jahresringe sind gegen die Südseite ungleich breiter. Beim Trocknen werden die nach der Südseite gelagerten lockeren Holzschichten auch der Länge nach mehr schwinden als die festeren Holzschichten auf der Nordseite, u. der vor dem Trocknen gerade gewesene Stamm erscheint auf der Nordseite nach außen gekrümmt. In Rücksicht auf dieses Werfen im ganzen Stamm, welches bei allen Hölzern von freiem Standort vorkommt, sollte man bei allen horizontalen Verbandstücken die Winter⸗ oder Nordseite des Stammes nach oben kehren, damit die Richtung des Werfens der Belastung entgegenwirkt; bei stehenden Hölzern, welche einem Seitendruck zu widerstehen haben, dahin, woher der Druck kommt. Bei freistehenden Wänden sind geschnittene Hölzer so einzusetzen, daß nach Fig. 481 die Kernseite der Eckpfosten a nach innen und bei den anderen Wandpfosten b b von den Eckpfosten ab u. der Richtung der Wand zugekehrt ist. Freistehende Säulen sollten stets von Ganzholz und außen rund sein, oder vielkantig bearbeitet werden. Werden Breter u. Bohlen abwechselnd der Nässe u. dem Luftzug ausgesetzt, so wird der dichtere Kern weniger schwin-Fig. 81. Ddurch die Kernseite konvex wird; so ander gefügt u. auf der Fuge geleimt, werden sonach ganzen Bretern mit dem Kern in der Mitte vorzuziehen sein. Wie das Werfen des Holzes auf dem ungleichen Schwinden desselben beruht, so ist dies auch mit dem Reißen der Fall, und zwar infolge der Abnahme der Dichtigkeit des Holzes vom Kern nach der Rinde und Zunahme des Umfanges der Jahresringe nach außen, welche mit der Dichtigkeit derselben im entgegengesetzten Verhältnis steht. Es wird durch das verhältnismäßig starke Schwinden der äußeren Holztheile, des Splintes, sobald der Splint die darunter befindlichen Jahresringe nicht mehr ringsum bekleiden kann, ein Reißen des Splintes an der Stelle vermehr kernrissig ist. Je schneller der Stamm trocknet, um so häufiger entstehen Risse. Werden gefällte Stämme entrindet oder bewaldrechtet und bis zu erfolgtem Trocknen an schattigem Ort aufgelagert, wo der Luftzug das Austrocknen gleichmäßig befördert, so kann diesem Reißen der Stämme vorgebeugt werden, mit um so besserem Erfolg, je regelmäßiger der Wuchs und je fester das Holz an sich ist. Mit noch sichereremErfolg wird dem Reißen der Stämme dadurch vorgebeugt, daß man sie gleich nach dem Fällen entrindet und auslaugt. Während aber derart ausgelaugte Hölzer weniger reißen und sich noch weniger werfen, so ist damit doch bei den meisten Hölzern der große Nachtheil verbunden, daß sie an Tragfähigkeit und Dauer erheblich verlieren. Das Abbrennen der Pfähle etc., welches der Fäulnis vorbeugen soll, befördert das Reißen ungemein und öffnet so der Feuchtigkeit den Weg nach dem Kern. Schneidet man die Breter ihrer Länge nach auf und verleimt sie dann abwechselnd, so können sie sich aus demselben Grund noch weniger werfen, als wenn sie in voller Breite verbunden wären. Wenn ein Bret nur von einer Seite der Feuchtigkeit ausgesetzt ist, während die andere Seite mit trockener, warmer Luft in Berührung steht, zieht es sich ebenfalls rund, und dann liegt die hohle Fläche an der Seite, wo die warme Luft einwirkt. Man benutzt diesen Umstand, um Breter zu krümmen, indem man sie auf einer Seite naß macht u. auf der andern Seite der Wärme aussetzt. Da die Zusammenziehung nicht nach allen Seiten des Querschnitts gleich groß ist, so nehmen rund gedrehte Körper einen ovalen Querschnitt an, wenn sie austrocknen. Da die Spaltfläche des Holzes keine Ebene bildet, sondern in einer sehr flachen Schraubenlinie gekrümmt erscheint, so werfen sich die mittels gerader Schnitte ausStämmen geschnittenen Bohlen u. Dielen auch nach der Län ge, sie werden windschief. Man bemerkt dies jedoch bei kurzen Holzstücken von schlicht und gerade gewachsenen Stämmen bei weitem nicht so sehr als das Werfen nach der Breite. d) Schwamm; s. darüber d. Art. Hausschwamm. Das sicherste Schutzmittel für alle über der Erde verwendeten Hölzer gegen den Hausschwamm ist zugleich das sicherste U. einfachste Erhaltungsmittel der Hölzer u. besteht darin: dem Holz möglichst ungehinderten Zutritt von Licht und Luftzug zu sichern, der Nässe, welche nun einmal in vielen Fällen mit allen Mitteln der Kunst nicht abgehalten werden kann, auf dem kürzesten Weg Abzug zu verschaffen und das schnelle Trocknen der Hölzer durch Luftzug zu befördern. E. Konserviren des Bauholzes. Die in dem Holz vorhandenen Saftbestandtheile bieten, wie wir gesehen haben, die hauptsächlichste Veranlassung der Zerstörung. Die Holzfaser an und für sich hingegen ist der Zersetzung nicht so leicht unterworfen. Hat das organische Leben des Baumes aufgehört, so sind die Bedingungen der entstehenden Fäulnis: 1. eine Temperatur über O0Grad; 2. Vorhandensein von Wasser, und 3. Zutritt der atmosphärischen Luft. Mittel zu Konservirung des Holzes sind folgende: I. Austrocknen, d. h. Beseitigung des eigenen Wassergehaltes des Holzes und Sicherung gegen Feuchtigkeit von außen. Ersteres geschieht durch Austrocknen des Holzes auf natürlichem Weg, oder Verdampfen des im Saft des Holzes befindlichen Wassers durch künstliche Wärme, oder durch Entziehen des Wassers mittels Luftverdünnung. 1. Das Austrocknen auf natürlichem Wege. Damit alle Oberflächen des zu trocknenden Holzes gleichmäßig der Luft zugänglich sind, muß das Standholz abgerindet werden, sobald es gefällt ist, das behauene, getrennte etc. Holz aber nie auf Flächen, sondern auf schmalen Unterlagen liegen und, zumal bei anhaltend feuchter Witterung, von Zeit zu Zeit umgesetzt werden; s. Stapel. Soll das Holz hierbei nicht reißen, so muß es in bedeckten Schuppen gelagert werden, wo es gegen Nässe und die Wirkung der Sonnenstrahlen geschützt, dabei aber einem (nicht zu scharfen) Luftzug ausgesetzt ist, damit die durch Verdunsten der Pflanzensäfte feucht werdende Luft sich sofort durch trockene ersetzen kann. Dieses Austrocknen des Holzes durch blose Einwirkung der atmosphärischen Luft erfordert, bes. bei festen Holzarten, viel Zeit, auch ist die Vermeidung des bei zu langsamem Austrocknen leicht eintretenden Verstockens und Schimmelns sehr schwierig. 2. Das Austrocknen durch künstliche Mittel, wobei die im Holz enthaltene Feuchtigkeit aus allen Theilen gleichzeitig entfernt u. so das Entstehen der durch allmähliches Austrocknen von außen nach innen fortschreitenden Risse vermieden werden kann, ist daher dem Austsbibliothek Heidelberg trocknen an der Luft vorzuziehen. Es muß so weit getrieben werden, daß nicht nur das Wasser entfernt, sondern auch die schleimigen Bestandtheile gedörrt und dadurch unfähig gemacht werden, Wasser anzuziehen. — Man unterscheidet folgende Methoden: a) Das Trocknen in erwärmten Darrstuben, nachdem System von Robert Napier & Söhne in Glasgow, geschieht in einer gemauerten Trockenkammer von etwa 19 m. Länge, 1—1,½½ m. Breite u. 2,% m. Höhe im Lichten. Die Wände dieser in Fig. 483.—485 dargestellten Trockenkammer sind aus Backsteinen einen Stein stark aufgeführt, die Decke wird aus 0¾½ m. starken Steinplatten gebildet. Der an dem einen Ende befindliche, ebenfalls aus Backsteinen gemauerte Ofen wird von außen gefeuert und erhält den zur Unterhaltung des Feuers nöthigen Luftzug durch einen am entgegengesetzten Ende der Trockenkammer angelegten Schornstein. Das Brennmaterial (Steinkohle od. Kohks) wird durch die in Fig. 483 u. 484 bei 1 sichtbare Heizöffnung eingeüßbracht, durch dieselbe Oeffnung tritt von außen die atmosphärische Luft ein, welche ähnlich wie bei den Füllöfen zur Zimmerheizung, von oben nach unten durch das Brennmaterial ziehend, erhitzt wird. So gelangt sie durch den Rost 2 in den Aschenfall 3 und aus diesem in die erste Abtheilung der Trockenkammer, welche von der zweiten, zu. Aufnahme des zu trocknenden Holzes bestimmten Abtheilung durch eine Zwischenmauer 4 getrennt ist. In der genannten ersten Abtheilung mengt sich die durch das Brennmaterial gegangene erhitzte Luft, die auch die sich ergebenden Produkte der Verbrennung aufgenommen hat, mit neuer atmosphärischer Luft (welche durch die hohlen Roststäbe 2 unmittelbar in den Mischungsraum eingeströmt ist), worauf diese gemischte Luft durch dieüber der Scheidemauer [bleibende Oeffnung in die zweite Abtheilung überströmt und dem am entgegengesetzten Ende des Trockenraumes aufgeführten Schornstein durch einen oben offenen Kanal 5 zuströmt, über welchem, durch eingelegte Leisten getrennt, das zu trocknende Holz 7 in der aus Fig. 484 und 485 ersichtlichen Weise aufgesetzt ist. Die heiße Luft gelangt aus der ersten Abtheilung zuerst in den oberen Theil dieses Trockenraumes, umspült die einzelnen Balken 7, tritt abwärts in den Kanal 5 und durch diesen in den Schornstein. Durch einen bei der Einmündung des Kanals 5 in den Schornstein angebrachten Schieber b kann der Luftzug regulirt werden, währendeine auf der Seite des Schornsteins angebrachte Thür zum Einbringen und Ausladen des Holzes dient. Bei dieser Feuerungsanlage kann die erste Abtheilung zugleich als Funkenfänger betrachtet werden, so daß das zu trocknende Holz vor Feuerfunken und der manchen Hölzern nachtheiligen. Einwirkung des Rauches möglichst geschützt ist. Nach den Versuchen Napiers war der Gewichtsverlust der getrockneten Hölzer sehr verschieden u betrug zwischen 10 u. 20 Prozent. Von 1 kg. Kohks wurden durchschnittlich in diesem Trockenapparat 33 kg. Wasser verdampft. Es wird eine um so stärkere Verdampfung erzielt, je mehr man die Trockenkammer durch stärkere Umfassungsmauern und eine geeignetere Bedeckung gegen das Entziehen der feuchten Wärme nach außen schützt. p) Der vom Tischlermeister A. Brommler in Memmingen konstruirte Schwitzkasten zum Austrocknen harter und weicher Breter etc. wird in irgend einem überbauten feuersicheren Raum mit mindestens 0,2 m. starken Wänden von Backsteinen aufgemauert. Von dem an einem Ende anzubringenden Feuerraum aus wird ein Heizkanal durch die ganze Länge des Schwitzkastens hin und wieder zurückgeführt und mündet dann in einen Schornstein. Dieser Heizkanal wird entw. ganz aus Backsteinen und Ziegelplatten konstruirt und mit Lehm gut verstrichen, oder auch aus 0, 0½ m. weiten, gebrannten Röhren zusammengesetzt. Bevor die Breter der Einwirkung der Hitze im Schwitzkasten ausgesetzt werden, sind dieselben mittels einer Bürste mit einer kochend heißen Flüssigkeit zu bestreichen, welche folgendermaßen bereitet wird: Auf 141. kochendes Wasser werden 250 g. aufgelöster Tischlerleim gegossen, alsdann 375g. gesiebte Holzasche unter tüchtigem Umrühren zugestreut u. zuletzt 250 g. Potasche beigefügt. Durch diesen Anstrich wird das Reißen der Breter verhindert. Das Werfen der Hölzer wird dadurch vermieden, daß sie in ein Gestell eingespannt werden. Nachdem zwischen dieses Gestell die untere Schicht der Breter eingebracht worden ist, werden Querlättchen eingelegt u. so die Breter jeder Schicht an vier Stellen durch dünne Lättchen von einander getrennt, deren Enden oben und unten ganz leicht zwischen zwei Querhölzern stecken, so daß die ganzen Breterschichten nebst diesen Trennungslättchen mittels Schrauben, die von außen gedreht werden, fest an einander gepreßt werden können, was später während des Heizens u. allmählichenZusammenschwindens der Breter öfter wiederholt wird. Ist der Schwitzkasten mit den Bretern angefüllt, und sind die obersten Querhölzer eingelegt und befestigt, so werden die Deckel oben geschlossen. Man treibt den ersten Tag die Temperatur auf 33—36 R., den zweiten auf 40, den dritten auf 4244. Am zweiten und dritten Tag werden die 4 kleinen Läden an den Deckeln des Kastens offen gehalten, besonders wenn grünes Holz eingelegt ist, damit ein Theil des heißen Dampfes entweichen kann. Den vierten Tag wird, bei vollständiger Verschließung, auf 45—46 geheizt; über 48 darf die Temperatur nicht steigen. Man läßt nun die Breter noch zwei Tage im Schwitzkasten. Die Dauer der Heizung läßt sich nicht genau bestimmen, da starkes oder schwaches, hartes oder weiches, grünes oder halbtrockenes Holz verschiedene Zeit nöthig hat. Der Zustand der genügenden Thätigkeit zeigt sich dadurch an, daß das Holz bei einer Temperatur von 46keinen Dampf mehr entwickelt, sondern eine ganz trockene Wärme hat. Um zu untersuchen, ob die Wärme trocken od. noch feucht ist, genügt es, ein Stück kaltes Eisen eine Minute lang in den Schwitzkasten zu halten. Zeigt sich daran ein Niederschlag von Dampf, so ist noch Feuchtigkeit vorhanden; bleibt es aber trocken, so braucht nicht mehr geheizt zu werden. Hat man Breter von mehr als 6 œm. Dicke, so darf man keinen Dampf aus dem Schwitzkasten herauslassen, weil sonst das Holz an seiner Oberfläche zu schnell trocknet und alsdann Risse bekommt. Zeigen sich dessenungeachtet Spuren von Rissen, so nimmt man ein Stück in der oben beschriebenen Lauge genetztes Tuch und breitet es über das Holz, um das stärkere Reißen zu vermeiden. — Dieses Verfahren verhindert zwar das fernere Schwinden des Holzes, tödtet aber das Holz nicht so viel, daß es nicht mehr quellen kann, wenn es später den Einwirkungen der Feuchtigkeit ausgesetzt wird. Man darf daher das so behandelte Holz nicht vor der Verarbeitung an feuchten Orten aufbewahren. e) Ein Verfahren zum rascheren Austrocknen des Holzes besteht darin, daß man dasselbe in einen großen eisernen Kessel bringt, welcher luftdicht verschlossen werden kann. Durch Auspumpen der Luft aus dem Kessel u. durch Erwärmen desselben bis auf circa 50 wird ein großer Theil des im Holz enthaltenen Wassers in Gasform ausgetrieben und außerhalb des Kessels kondensirt. Dieses Verfahren erfordert, je nach der Stärke der Holzstücke 1—6 Tage. d) Eine andere Methode, welche in neuester Zeit mehrfach in Anwendung gebracht worden ist, um Holzraschauszutrocknen, besteht in der Anwendung von überhitztem Wasserdampf, der, in einem Dampferzeuger bei der Siedehitze des Wassers erzeugt, durch geheizte Röhren geleitet und hier auf 100—120R. erhitzt wird. Führt man ihn dann in einen Behälter, der mit Holz angefüllt ist, so entzieht er dem Holz Wasser u. trocknet dasselbe aus. Mit bis zu 200 erhitztem Dampf kann man das Holz verkohlen. Um das in Trockenkammern oder auf eine andere Weise durch künstliche Erwärmung getrocknete Holz gegen Fäulnis zu schützen, muß es auch nach seiner Austrocknung der Einwirkung der Feuchtigkeit vollständig entzogen werden. Es muß sowohl vor als nach der Bearbeitung an ganz trockenen Orten aufbewahrt oder sofort nach der Herausnahme aus der Trockenkammer mit einem Ueberzug versehen werden, welcher das Eindringen der Nässe od. Feuchtigkeit abzuhalten geeignet ist. Oelfarbe mit einem Zusatz von kalt aufgelöstem Wachs, sowie Steinkohlentheer, welchem Kolophonium zugesetzt ist, entsprechen diesem Zweck um deswillen am besten, weil sie, so lange nicht bei hoherTemperatur durch Verdunsten das Oel entzogen wird, eine zusammenhängende Bedeckung bilden, welche bis zu einem gewissen Grad Antheil nimmt an den Veränderungen in der Form der Hölzer durch Werfen u. Biegen, ohne sich loszutrennen. Das zu demselben Zweck häufig empfohlene Wasserglas kann als wirksames Schutzmittel nicht betrachtet werden, weil es mit so viel Wasser verdünnt sein muß, um es zum Anstrich verwenden zu können, daß nach erfolgtem Austrocknen die aufgelöste Kieselerde nothwendig eine unzusammenhängende Masse bilden muß, in deren Zwischenräumen die entblößte Oberfläche des Holzes der Einwirkung der Nässe keineswegs entzogen ist. II. Auslaugen der Hölzer behufs Entfernung der zur Fäulnis geneigten Saftbestandtheile. 1. Kalte Auslangung. a. Das Auslaugen in fließendem Wasser. Man lege das Holz gleich nach dem Fällen u. aus dem Gröbsten bearbeitet unter fließendes Wasser, damit die schleimig-gallertartigen Säfte in den Zwischenräumen des Holzgewebes durch das Flußwasser aufgelöst u. mit fortgeführt werden. Bei Stämmen soll dann das Wurzelende dem Strom entgegengekehrt werden. Das Wasser durchdringt das Holz und spült einen Theil des Saftes mit den früher erwähnten Saftbestandtheilen aus. Eichenholz, welches sehr viel auflöslichen Stoff enthält, läßt man wenigstens 2 Jahre, anderes hartes Holz gegen ein Jahr u. weiche Hölzer die 6Sommermonate lang unter Wasser versenkt liegen. Doch gilt diese allgemeine Regel nicht als bestimmte Norm, denn die Länge der Auslaugungszeit hängt nicht allein von der Größe der Zwischenräume und der Menge des darin enthaltenen auflöslichen Saftes ab, sondern auch von der individuellen Natur des Holzes, insofern sich solches längere oder kürzere Zeit unter Wasser unversehrt erhalten kann. Das weiche Holz der italienischen Pappel soll durch diese Behandlung eine ganz vorzügliche Härte bekommen. Nach dem Auslaugen wird das Holz an einen bedeckten, schattigen und luftigen Ort geböracht, wo es dann langsam austrocknet und von wo man in die Darrstube thun kann. b) Auslaugen im Regen. Man legt auch wohl grüne Breter u. Hölzer auf das Dach, um sie dem Regen auszusetzen, oder stellt sie mehrmals in starken Regen. 2. Auslaugung durch kochendes Wasser oder Dampf. ) Mit kochendem Wasser kommt man rascher und sicherer zum Ziel als mit kaltem. Die Holzstücke, welche freilich hierbei nur von kleineren Dimensionen sein können, bwerden in einem eisernen Kessel oder Cylinder, der durch direktes Feuer erhitzt wird, ausgekocht. Für größere Holzstücke werden große, aus Bohlen zusammengefügte, hölzerne Kasten mit Wasser gefüllt und die auszulaugenden Holzstücke hineingelegt. Die Erhitzung der Flüssigkeit geschieht durch Einführung von Wasserdampf, der in einem bes. Dampferzeuger gewonnen wird. Je nach der Dicke der Hölzer ist die Operation in 6—12 Stunden vollendet. Die Farbe der so ausgelaugten und später ausgetrockneten Hölzer ändert sich; manche Hölzer nehmen eine hellere, die meisten aber eine dunklere Farbe an. seit einem Jahrhundert bekannt und vereinzelt in Anwendung gebracht worden ist, noch nicht die verdiente Verbreitung gefunden. Der Laugapparat besteht aus einem Dampfkasten und dem Dampfkessel. Der Dampfkasten wird entweder gemauert und gut mit Cement verstrichen, oder aus Bohlen zusammengefügt, oder besteht in einer großen eisernen Röhre. An einem Ende des Kastens ist eine gut verschließbare Thür angebracht. Bei hölzernen Dampfkästen macht man auch wohl den Deckel beweglich u. trägt das Holz von oben ein und aus. Jeder Dampfkasten hat am Boden Rinnen u eine Oeffnung mit einem Hahn zum Ablassen des kondensirten Wasserdampfs, welcher die ausgelaugten Saftbestandtheile mitsich führt. Oben im Kasten befindet sich auch eine verschließbare Oeffnung, wodurch Dampf abgelassen werden kann. Der Dampf wird mittels eines Rohrs von dem Dampfkessel aus in den Kasten geleitet, löst die Saftbestandtheile des im Kasten aufgeschichteten Holzes u. kondensirt sich mit denselben zu einer dunkel gefärbten Brühe, welche abfließt. Die Farbe der Brühe ist bei Eichenholz dunkelbraun, bei Mahagoni roth, bei Lindenholz röthlichgelb ze. Die Operation ist beendet, wenn die Brühe hell abfließt. Wird der Kasten mit dem Holz von der Seite gefüllt, so kann man einen Wagen, welcher auf Schienen läuft, mit dem Holz beladen und in den Dampfkasten einfahren. Die Zuführung des Dampfes läßt sich mittels eines Hahns in dem Dampfzuleitungsrohr leicht reguliren. Anfangs führt man weniger Dampf ein u. verstärkt denselben nach u. nach. Die so ausgelaugten Hölzer können dann an der Luft od. in einer Trockenkammer ausgetrocknet werden. Das ausgelaugte Holz wird dunkler, fester und härter, leichter und zäher als das nicht ausgelaugte Holz. Das Auskochen od. Ausdampfen des Holzes hatübrigens noch einen andern Zweck als das eigentliche Auslaugen, durch welches man nur eine Entfernung der schädlichen Bestandtheile bewirken will. Durch die Hitze des kochenden Wassers oder des Dampfes werden nämlich die eiweißartigen Bestandtheile des Holzes unlöslich und so mindestens weniger schädlich gemacht, als sie im löslichen Zustand es sind. Die mit Dampf ausgelaugten Hölzer sind nach dem Auslaugen, aber vor dem erfolgten Trocknen, sehr biegsam, dabei aber in einem ziemlich starken Grad weniger elastisch als vor der Auslaugung, so daß sie die Form, in welche sie vor dem Trocknen gebogen und darin fest erhalten werden, auch nach dem Abkühlen und Abtrocknen beibehalten. Es wird deshalb einerseits das Auslaugen des Holzes durch LSERG O Universitatsbiblioth Wasserdampf auch zur Herstellung krummer Hölzer, welche ihre Form unverändert beibehalten sollen, angewendet, während es anderseits bei manchen Hölzern sogar nachtheilig sein kann, weil dadurch eine Trennung der in einander verschlungenen Holzfasern herbeigeführt wird und das Bindemittel derselben verloren geht. Jedenfalls dürften kurzporige Hölzer, bes. Eichenholz, nur bis zu einem gewissen, durch Versuche zu ermittelnden Grad erhitzt und ausgelaugt werden. Stark gedämpftes Eichenholz wird nämlich schon beiAnwendung von Wasserdampf von wenig mehr als einer Atmosphäre Spannung fast völlig gar gekocht u. eines großen Theils seiner Festigkeit beraubt, indem die Poren größer u. leer, die unter sich isolirten Holzfasern spröde und brüchig werden, nimmt z. B. in höherem Mäß Eindrücke an, so daß sich die Schraubenköpfe von. Eisenbolzen ganz in das Holz hineinschrauben lassen, Keile sich in den Zapfen einfressen u. dergl. m. Besonders zu Stühlen, Tischen etc. ist solches Holz völlig unbrauchbar. Wird das Auslaugen nicht bis zum äußersten Grad getrieben, so treten diese nachtheiligen Veränderungen des Eichenholzes nicht ein. 3. Auslaugung durch Pressung. Man hat nach Sieviers sungen, welche die Saftbestandtheile ohne Nachtheile für die Holzfasern zerstören, sie austreiben und an ihre Stelle andere, die Fäulnis verhindernde Körper setzen, oder die Saftbestandtheile umschließen und die Poren verstopfen, und so den Zutritt des Wassers und der Luft abhalten. Zu Zerstörung der zur Fäulnis geneigten Saftbestandtheile des Holzes sind Metallsalze am geeignetsten, vorzüglich Quecksilbersublimat, dann die Verbindungen von Kupfer, Zink und Mangan mit Schwefel-oder Salzsäure, welche alle im Wasser löslich sind und als Laugen in das Innere desselben eingebracht werden können. 1. Das Kyanisiren des Holzes besteht darin, daß ätzendes Quecksilbersublimatleine Verbindung von Quecksilber u. Chlor) in dem 150fachen Gewicht Wassers aufgelöst u. durch hydrostatischen Druck in das Holz gebracht wird, wobei 1ebm. Holz von 37 bis nahe zu 250 kg. der Lösung absorbirt, worin 0½ 1 kg. Sublimat enthalten ist. Der hierzu erforderliche Apparat, von welchem wir in Fig. 486 die Längenansicht und in Fig. 487 den Grundriß geben, besteht aus dem Einlaugetrog A, dem Mischungstrog B, einem Faß O zur Bereitung der Lauge und einer Pumpe D. Der Einlaugetrog A muß vollkommen wasserdicht und dabei so konstruirt sein, daß die Lauge mit den angewendeten Eisentheilen nicht in Berührung kommen kann, indem sonst eine Zersetzung des Sublimats stattfindet. Die Größe des Einlaugetroges richtet sich nach Länge, Stärke und Anzahl der darin aufzunehmenden Hölzer. Zum Kyanisiren von Eisenbahnschwellen würde ein Einlaugetrog von 9, m. Länge, 1½½5 m. Höhe und 1/5— 1,0 m. Breite genügen. Der Mischungstrog B wird ganz so konstruirt wie der Einlaugetrog und mit seinem Boden über den oberen Rand des letzteren so gestellt, daß die Lauge durch (nächst dem Boden angebrachte) Hähne aus demselben in den Einlaugetrog, und vermittels der Pumpe D aus letzterem in ersteren zurückgebracht werden kann. Das Zubereitungsfaß Oist mit einem gut schließenden Deckel versehen, in dessen Mitte sich eine runde Oeffnung befindet, durch welche der Stiel eines Stößers geht. Außer dem Stößer dienen zum Umrühren noch einige Spateln von hartem Holz. Die Pumpe D ist eine Saugpumpe, deren Bestandtheile, als: Kolben, Ventil und Stange, durchaus kein Eisen enthalten dürfen. Behufs Zubereitung der Lauge wird die krystallinisch feste Masse des Sublimats in dem Faß mit dem Stößer möglichst fein zu Pulver zerstoßen, wobei man, um das der Gesundheit der Arbeiter schädliche Stäuben zu verhüten, nach und nach kleine Quantitäten Wasser zugießt. Dann wird unter beständigem Umrühren siedendes Wasser zugesetzt; hierauf wird die Lösung durch einen mit Leinenzwillich ausgeschlagenen Korb in den Mischungstrog übergegossen u. unter tüchtigem Umrühren wieder so lange Wasser zugesetzt, bis der Gehaltsmesser den vorgeschriebenen Grad der Verdünnung zeigt. Der Gehaltsmesser besteht aus einer eingetheilten Glas röhre und ist in der Eintheilung auf das Verhalten des Jodkaliums zum Doppelchlorquecksilber gegründet. Zur ersten Lauge ist immer der Bedarf von Sublimat größer als zu den darauf folgenden, weil zu diesen die erste wieder mit verwendet werden kann. Wenn der Bedarf zur ersten Lauge 50 Kg. Sublimat war, so würde er, nach vorliegenden Erfahrungen, für die folgenden Laugen nur etwa 18 Kg. betragen. Die Güte des Sublimats wird erkannt, indem man eine kleine Quantität desselben auf Eisenblech einem gelinden Feuer aussetzt, wobei es völlig verschwinden muß. Bei dem Einlaugen müssen die Hölzer so eingelegt werden, daß sie weder den Trog noch sich selbst berühren, u. der Trog muß während der Laugezeit sorgfältig verdeckt bleiben. Bei allen Operationen muß die größte Vorsicht beobachtet werden, da das Quecksilbersublimat ein sehr heftiges Gift ist. Diese große Gefährlichkeit, die Kostspieligkeit u. die Kenntnis anderer Methoden zur Konservirung des Holzes, welche billiger u. eben so zuverlässig sind, haben veranlaßt, daß in der neuesten Zeit das Kyanisiren beinahe gar nicht mehr angewendet wird. 2. Die Kreosotirung des Holzes besteht in Anwendung einer durch Destillation des Buchenholztheers gewonnenen Verbindung mehrerer bituminöser Oele mit Kreosot, welche, in ein Stück Holz hineingebracht, folgendermaßen wirkt: Das Kreosot koagulirt den vegetabilischen Eiweißstoff und verhindert dadurch dessen Fäulnis und Zersetzung, und die bituminösen Oele durchdringen die Härröhrchen, umgeben so die Holzfaser mit einer Decke und verschließen die Poren, so daß Luft und Wasser ausgeschlossen werden, da die bituminösen Oele im Wasser unlöslich sind u. von der Luft nicht berührt werden. Holz, das sehr porös od. saftreich, od. zu jung, oder gar zur unrechten Jahreszeit gefällt ist, nimmt eine größere Menge der konservirenden Substanz auf als die harten, dichten Holzarten, und wird sehr gehärtet. Man wird dadurch in den Stand gesetzt, wohlfeileres Holz mit größerem Nutzen anzuwenden, als wenn man ein theures Holz unkreosotirt gebrauchte. Eine ungefähr 17 Miles lange Strecke der London-North-Western-Eisenbahn ist auf kreosotirte Schwellen gelegt, und nach 14 Jahren waren die letzteren noch fortwährend eben so gesund, wie bei ihrer ersten Verlegung. Bei der Lancashire⸗-Yorkshire-Eisenbahn ist kreosotirtes Holz zu Ständern, Holzpflasterungen u. dergl. gebraucht worden, u. Untersuchungen thaten nach 7 Jahren dar, daß der obere Theil sehr hart geworden, der unter dem Erdboden befindliche noch eben so frisch war wie bei der Herausnahme aus dem Kreosotbehälter, obgleich das Holz ziemlich saftreich gewesen war. Indem Kreosot im Innern des Holzes unverändert bleibt, möge dieses nun trocken od. naß sein, alles animalische Leben zerstört, schützt die Kreosotirung das Holz zugleich gegen den Angriff des Bohrwurms (Teredo), was beim Gebrauch zum Schiffbau, Hafenbau u. anderen vom Seewasser bespülten Anlagen wichtig ist. Die metallischen Salze hingegen werden größtentheils ausgewaschen und derjenige Theil derselben, welcher mit dem Albumin gerinnt, wird dadurch unschädlich für das thierische Leben. Das Verfahren selbst ist verschieden: a) Einpumpung von Kreosot. Hierbei wird das Holz in einen starken eisernen Cylinder gelegt und mittels einer Luftpumpe so viel Luft aus dem Innern des Cylinders herausgepumpt, daß der luftverdünnte Raum einem Druck von 1kg. auf den gem. entspricht; hierauf läßt man das Kreosot in den Cylinder einfließen u. setzt es (bei Fichtenholz) mittels einer Druckpumpe einem Druck von 14 kg. auf den gem. aus. Nun wird das Holz herausgenommen und ist zum Gebrauch fertig. In Kiefernholz presse man 185 kg. Kreosot pro Kbm., und zwar unter einem Druck von 15 kg. pro qem. Jedes Stück Holz werde gewogen, ehe es in den Kreosotbehälter kommt und wenn es wieder herausgenommen wird; es muß dann um 161½ kg. pro Kbm. schwerer geworden sein; das verbrauchte Auantum der Flüssigkeit ist stets etwas größer, weil das Holz durch den Verlust der mittels der Luftpumpe herausgezogenen Feuchtigkeit etwas an Gewicht verliert. Lange Hölzer erfordern nach Verhältnis ihrer Länge größeren Zeitraum zur Sättigung, da das Kreosot zuerst an den Enden eindringt u. der Länge nach in die Poren hineingedrängt wird. b) Dämpfung mit Kreosot. Da grünes od. sehr nasses Holz sich nicht gut kreosotiren läßt, indem kein Druck im Stande sein würde, das Kreosot in solches Holz hineinzudrängen, wegen der in den Poren befindlichen Feuchtigkeit, so ist es nothwendig, das Holz zuvor so weit zu trocknen, daß Fichtenholz mindestens 129 kg. pro Kbm. leichter wird, worauf es dann ein gleiches Gewicht Kreosot aufzunehmen im Stande ist. Zunächst wird das Holz in ein Trockenhaus gebracht, durch welches man die Verbrennungsprodukte von Holz und Steinkohlen, am besten Theerdämpfe, durchziehen läßt. Dadurch wird das Holz ausgetrocknet und mit den flüchtigen öligen Stoffen und dem Kreosot imprägnirt, welche in der zur Heizung des Hauses verwendeten Feuerung beim Verbrennen sich entwickeln. Wenn das Holz aus diesem Haus herausgenommen wird, taucht man es sofort in heißes Kreosot ein, das sich in einem offenen Behälter befindet, und erspart auf diese Weise die Dampfmaschine und Pumpen. ) Wässerige Lösung. Da selbst das bestgetrocknete Holz noch Wasser enthält od. aus der Atmosphäre begierig einsaugt; da infolge dessen ölige Substanzen, zu „denen auch das Steinkohlentheeröl gehört, selbst mit Geeingetrieben, schwer im Holz haften, so thut man besser, eine wässerige Lösung von Kreosot (Karbolsäure) anzuwenden, welche sich leicht aus der jetzt im Handel sich findenden krystallisirten Karbolsäure darstellen läßt. Das Holz wird damit bestrichen oder in Behältern damit übergossen und bis zu 100 C. erwärmt, dann langsam abgekühlt u. mit verdünnter Eisenvitriollösung bestrichen. Ebenso kann man Segeltuch und Taue behandeln. (Deutscher Telegraph 1861.) 3. Anderweite Flüssigkeiten, welche man zur Tränkung des Holzes bis jetzt in Anwendung gebracht hat, theils um die stickstoffhaltigen Substanzen auszutreiben, theils auch um die Poren des Holzes mit fäulniswidrigen Stoffen anzufüllen, sind folgende. Welche von ihnen den Vorzug verdienen, ließ sich bis jetzt nicht feststellen. a) Zinkchlorid als Material zum Tränken des Holzes hat vor allen anderen Metallsalzen den Vorzug der Billigkeit, sowie den weiteren, daß es die Farbe des Kiefern⸗ u. ebenso jedes andern Nadelholzes nicht verändert, einen Oelfarbenanstrich auf dem Holz haften läßt, auch das Leimen des Holzes nicht erschwert. Die Bereitung des Zinkchlorids geschieht wie folgt: Man zerschlägt rohe Zinkplatten in kleine Stücke, bringt sie in steinerne Töpfe und gießt Salzsäure darauf; es bildet sich unter Wärmeentwickelung salzsaures Zinkoxyd. Drei Gewichtstheile Salzsäure lösen etwa einen Gewichtstheil Zink auf; es ist aber zweckmäßig, daß bei der Bereitung Zink im Ueberschuß vorhanden sei, damit man gesichert ist vor überschießender Salzsäure. Man läßt daher die Auflösung mehrere Tage stehen, um möglichst wenig überschüssige Säure darin zu behalten. Nach dieser Zeit hat die Auflösung in trockenem und warmem Wetter 56—58 Bé., bei feuchtem u. kaltem Wetter aber nicht über 52“. Durch Erwärmen in einem Sandbad kann man diese schwächere Lösung auf vorgenannten größeren Gehalt konzentriren. b) Kupfervitriol-Auflösung (schwefelsaures Kupferoxyd in Wasser gelöst) wird in einer Stärke von 2½ —4Bé. verwendet; 500 g. Kupfervitriol auf 12½ kg. Wasser giebt eine Auflösung von 2½ Bé. Bei der Imprägnirung des Holzes mit dieser Lösung setzt sich in den weniger dichten porösen Theilen des Holzes, wo der Saft saß, und in den harzreichen Theilen ein basisches Salz an, welches mehr Kupferoxyd auf eine bestimmte Menge Schwefelsäure enthält als der Kupfervitriol selbst. Die übrigen Theile der Imprägnirungsflüssigkeit können ausgewaschen werden. Harzarmes Holz nimmt nichts fest auf. Die stickstoffhaltigen Eiweißbestandtheile des Holzes werden durch die Schwefelsäure gelöst und ausgesogen. Die im Holz zurückbleibende Kupferharzverbindung umhüllt die Fasern, hält den Zutritt des Sauerstoffs ab, macht das Holz unzugänglich für Insekten, vermindert aber seine Tragfähigkeit u. bewirkt, daß alle Anstriche, bes. Oelfarben, leicht abblättern. 5kg Kupfervitriol genügen pro Kbm. Holz. Nach Boucherin führt man die Flüssigkeit aus einem —3 m. über dem Holz stehenden Bassin durch Schläuche in das Hirnende des Holzes oder in Einschnitte auf der Längenseite ein. Eine Kochung des Holzes in der Lösung während 2 Stunden ist für Kiefernholz gut, für Floßholz und dürres Bauholz ist eine Theerkochung besser. Versuche von Dalpiaz über Gewichtszunahme der Hölzer durch das Aufnehmen von Metallsalz⸗-Lösungen ergaben folgende Resultate in Prozenten des ursprünglichen Gewichts: Tannen..2 Proz. 52 Proz. Nußbaum. 100 „ Linde , 140 „ Eich 12 „ 9—11 „ Bei der Tränkung der Bahnschwellen auf der Berlin-Hamburger Bahn nahm 1 Kbm. Eichenholz durchschnittlich 6,435 Pfund, 1 „ Kiefernholz 12658½5 Kupfervitriol auf. Bei trockener und warmer Witterung nahm 1Kbm. Kiefernholz 7,194 Pfund Kupfervitriol aus einer Lauge von 36 Bé. auf, ganz gleiches Holz bei feuchter, kalter Witterung nur 5,94 Pfd. derselben Lösung. Versuche mit Anwendung von Laugen verschiedener Stärke haben ergeben, daß im Durchschnitt IKbm. Kiefernholz bei 6L Baumé 9,50 Pfund Kupfervitriol aufnahm. c) Eisenvitriol-Lösungen (schwefelsaures Eisenoxydul in Wasser gelöst) werden von 60 BE. u. zwar 500 g. Eisenvitriol auf 9 kg. Wasser angewendet; ihre Wirkung ist theils schon erwähnt. Um den Zutritt der Luft u. des Wassers in die Poren des Holzes vollständig zu verhindern und dadurch die Bedingungen der Fäulnis zu beseitigen, muß man sie mit solchen Substanzen anfüllen, welche im Wasser unlöslich sind, und daher durch die wiederholten od. andauernden Einwirkungen desselben weder aufgelöst noch ausgewaschen werden können. Diesen Voraussetzungen entsprechen die erwähnten Metallsalz-Auflösungen für sich allein nicht. Es sind nämlich alle in das Innere des Holzes zu schaffenden Stoffe, welche sich an den Wandungen der Poren desselben gehörig festablagern sollen, kaum auf anderem Wege einzubringen, als mit Hülfe von Auflösungsmitteln, worauf sie natürlich, indem man sie wieder auflöst, auch wieder herausgespült werden können; es sei denn, daß sie im Innern eine solche chemische Veränderung erlitten hätten, daß sie in unauflösliche Verbindungen übergegangen sind. Dies ist dadurch zu erreichen, daß man das Holz nach einander mit zwei verschiedenen Substanzen tränkt, von denen jede einzeln für sich in Wasser löslich ist, die aber, nachdem sie in das Holz eingedrungen sind, in demselben chemisch so auf einander wirken, daß sie einen unauflöslichen Niederschlag bilden. Diese Methode, zuerst von Payne angewendet, wurde nach ihm das Paynisiren des Holzes genannt. Payne wendete zunächst als erste Auflösung Eisenvitriol in Wasser, als zweite Auflösung Chlorcalcium-Lösung an, wodurch sich im Innern des Holzes schwefelsaurer Kalk(Gips) und Eisenchlorid bildete. Später schlug er vor, zur ersten Tränkung eine Auflösung von Schwefelcalcium oder von Schwefelbarium zu verwenden, und diese dann durch Behandlung mit Eisenvitriol in schwefelsauren Kalk (Gips), in schwefelsauren Baryt und in Schwefeleisen zu verwandeln, weil diese Salze in Wasser nicht löslich sind. Von all diesen von Payne vorgeschlagenen verschiedenen Methoden ist aber keine mehr in Gebrauch, und das von ihm in der Theorie zwar richtg gelöste Problem blieb für die Praxis noch immer ungelöst. IV. Ueberzüge gegen das Eindringen der Nässe. 1. Gegen feuchte Luft. Kommt es nur darauf an, freistehendes Holzwerk im Innern der Gebäude gegen Eindringen feuchter Luft zu schützen, so kann man sich verschiedener Anstriche bedienen, bei denen weder Oele noch Harze das Bindemittel der Farbestoffe bilden. a) Leimfarben (s. d.) genügen zum Anstreichen der Hölzer im Innern der Gebäude gegen das Eindringen von Dämpfen od. feuchter Luft, in den meisten Fällen. b) Milchfarben haben manchen Vorzug vor Leimfarben; s. darüber d. Art. Anstrich B. V. 54. c) Milch- und Käsefarben geben einen überaus dauerhaften Holzanstrich; s. d. Art. Anstrich B. V. 55. d) Der finnische Anstrich, sowohl im Innern als auch im Freien verwendbar; s. d. Art. Anstrich B. V. 42. 2. Gegen wirkliche Nässe. Bei Hölzern im Freien, welche dem Eindringen der Nässe ausgesetzt sind, od. zum Theil unter Wasser od. in der Erde stehen, muß das Bindemittel der Farbstoffe aus trocknenden Oelen oder Harzen bestehen; s. d. betr. Art. 4a) Oelfarbenanstrich bildet, so lange das mit der Basis (Blei⸗ oder Zinkoxyd) verbundene Oel noch nicht verflüchtigt ist, einen gegen die Nässe vollkommen schützenden Ueberzug. Die anzustreichenden Hölzer müssen jedoch ganz trocken sein und werden, damit den Farben das zur Bindung derselben erforderliche Oel nicht entzogen wird, vorher mit heißem Oel getränkt. Im Innern der Gebäude genügt ein zweimaliger Anstrich, während Hölzer, welche dem Einfluß der Witterung ausgesetzt sind, viermal angestrichen werden sollten. Festigkeit und Zusammenhang des Oelfarbenanstrichs wird vermehrt, wenn man den dritten Anstrich anstäubt (s. d.), dann zum vierten Mal anstreicht; s. auch d. Art. Anstrich 58, 62, 66. b) Balsamanstrich. Wirdstatt des Leinöls Kopaivabalsam genommen und zu 28 Gewichtstheilen von demselben 1 Gewichtstheil Jungfernwachs zugesetzt, so giebt dies einen Anstrich, welcher in das Holz tief eindringt u. zugleich die Farben vor Oxydation oder irgend einer chemischen Veränderung, welche durch den Zutritt der atmosphärischen Luft herbeigeführt wird, schützt. c) Auch die mit Leinöl geriebenen Farben erhalten eine längere Dauer, und es wird deren Nachdunkeln verhindert, wenn man dem Leinöl etwa ½ seines Gewichtes Wachs zusetzt. Das Wachs muß vorher in Terpentinöl aufgelöst und dem Leinöl kalt zugesetzt werden; s. d. Art. Anstrich 67 und Wachsfarben. d) Theeranstriche sind die üblichsten zum Schutz beschlagener od. geschnittener Hölzer, welche Wind u. Wetter ausgesetzt sind. Der Steinkohlentheer ist dazu in vielem Bezug am geeignetsten, indem er, aus Harz und flüchtigen Oelen bestehend, leicht trocknet und einen festen und dabei biegsamen Ueberzug bildet. S. auch Art. Anstrich 39, 40. Der Holztheer eignet sich zwar zum schützenden Anstrich von Holzwerk im Freien vorzüglich, bleibt aber, da er Holzsäure enthält, die an der Luft nicht trocknet, sehr lange weich u klebrig. Wird die in dem Holztheer enthaltene Holzsäure nach Art. Anstrich 41 durch Zusatz von Schlämmkreide zersetzt, so wird der Anstrich fest u. trocken. Bezüglich der Theeranstriche gilt im allgemeinen, daß dieselben, indem die in den verschiedenen Theeren enthaltenen Oele in hoher Temperatur sich verflüchtigen, nur eine kurze Reihe von Jahren als Schutzmittel gegen das Eindringen der Nässe sichern und deshalb von Zeit zu Zeit wiederholt werden müssen. Die Erfahrung lehrt, daß es immer von Nutzen ist, Theer-od. Theerkittanstriche mit feinkörnigem Quarzsand zu bestreuen, so lange das warm aufgetragene Deckmaterial sich noch in Fluß befindet. Auch ist zu bemerken, daß Holz, welches nicht ganz trocken war, als man den Oelfarben- oder Theeranstrich aufbrachte, sehr leicht innerlich verstockt. e) Asphalt, Mineral- und Bergtheer wird wie Steinkohlentheer verwendet; s. d. Art. Asphalt XIV. und Anstrich 43, 44. 1) Wasserglasanstrich wird zwar vielfach als Schutzmittel gegen eindringende Nässe empfohlen, aber die in dem Wasserglas in aufgelöstem Zustand befindliche Kieselerde dringt in den Holzkörper nicht ein, sondern lagert sich auf der Oberfläche desselben ab und verliert, einmal aufgetrocknet, mit der Zeit allen Zusammenhang. Der Anstrich, im Anfang glänzend wie Firniß, wird schon nach kurzer Zeit matt u. läßt unbedeckte Stellen erkennen, und später, bes. im Freien, erscheint die darin enthaltene aufgelöste Kieselerde als trockenes Pulver, welches leicht abgerieben werden kann, sogar von selbst herabfällt. Es kann daher der Anstrich mit Wasserglas keinen dauernden Schutz gegen die Nässe gewähren; s. Anstrich B. I., 34. V. Zweckmäßige Searbeitung u. Zusammensetzung der Holztheile. In Vorstehendem sind die Methoden angegeben, welche dazu dienen, um das Holz in unbearbeitetem Zustand so zu präpariren, daß es sich später nicht mehr leicht wirft, schwindet, reißt od. fault. Aber auch durch das Verfahren bei der Verarbeitung des Holzes vermag man diese üblen Erscheinungen entweder zu verhüten od. doch zu vermindern, wenn man nachstehende Regeln befolgt: UNIVERSLHTATS- igi i-hei a) Man lasse bei der Zusammensetzung großer Holztafelflächen die Fasern der einzelnen die Tafeln bildenden Breter nicht sämtlich nach einer Richtung laufen, sondern bringe darin eine regelmäßige Abwechselung an, so daß 3. B. das Wurzelende des einen Bretes neben das Zapfenende des andern kommt, das eine Bret mit der Kernseite, das andere mit der Splintseite nach oben liegt etc., wodurch das Streben der Tafeln, sich zu werfen, gegenseitig einigermaßen neutralisirt wird. bp) Wenn es sehr darauf ankommt, daß Holztafeln gut stehen, so begnüge man sich nicht mit dem unter a empfohlenen Wechsel, sondern man schneide die Breter der Länge nach aus einander u. entferne den oft rissigen Kern ganz; ebenso entferne man den eigentlichen Splint u. leime dann die so übrig bleibenden Theile wieder zusammen. Da nämlich Kern und Splint verschiedene Dichtigkeit haben u. sich anders werfen, auch anders schwinden als das dazwischen stehende Holz, so wird durch dieses Verfahren eine mehr homogene Masse erzielt, welche weniger ungleich wächst und schwindet. Die ausgeschnittenen Kerntheile können dann ebenfalls zu homogenen Tafeln verleimt werden, u. ebenso die abgeschnittenen Splinttheile, wobei letztere allerdings weiche Tafeln ergeben. Oder man schneide mindestens die Breter der Länge nach auf u. verleime sie dann wieder so, das die Kernseite des einen Stücks mit der Splintseite des andern Stücks zusammengebracht wird; s. oben. Da das Schwinden des Holzes in der Richtung der Spiegelflächen, also in der Richtung der Radien des Holzstammes, viel geringer ist als in der Richtung der Jahrringe, so wird Holz, welches man nach der Richtung der Spiegel aufspaltet, eine geringere Neigung zum Werfen haben, als wenn es, wie gewöhnlich geschieht, durch parallele Schnitte aus Stämmen geschnitten wird. Stets läßt es sich freilich nicht ermöglichen, daß man die Spiegelfläche auf die Oberfläche des bearbeiteten Gegenstandes bringt, weil mehr Abfälle entstehen, weshalb man auch Breter nicht auf diese Weise gewinnen kann. Man macht jedoch gute Fensterrahmen aus schlichtem gespaltenen od. gerissenen Eichenholz. c) Wenn kleine Holztafeln genau eben bleiben sollen, wie z. B. Druckformen, Billardböden, Tapetenthüren und dergl., oder wenn andere Gegenstände die ursprüngliche Gestalt nicht ändern sollen, wie Doggen, Walzen etc., so verleime man dieselben aus mehreren Holzstücken nach ihrer Dicke. Bei ebenen Gegenständen wechsle man mit harten u. weicheren Hölzern ab u. verleime dieselben so, daß sich die Richtungen der Holzfasern kreuzen. Aus demselben Grund, um das Werfen zu verhüten, muß auch fournirtes Blindholz aufbeiden Seiten fournirt werden. An Schubkästen, Thüren etc., wo man Tannen⸗, Pappel- oder Lindenholz als Blindholz verwendet und dasselbe des gefälligen Aeußeren wegen mit Nußbaum⸗, Mahagonifournieren etc. verkleidet, werden sich diese Flächen leicht werfen u. hohl ziehen, wenn man nicht auch die inneren Seiten mit hartem Holz fournirt, wozu gewöhnlich des billigeren Preises wegen Rothbuchenfourniere od. Eichenholzfourniere verwendet werden. Bei größeren Flächen, als Fuß-u. Parkettböden, Billardblättern etc., welche möglichst eben bleiben sollen, wendet man keine ganzen Tafeln an, 4sondern setzt solche Flächen ihrer Breite und Länge nach aus einzelnen kleineren Holzstücken zusammen. 4d) Die Zusammensetzung auf Nuth u. Feder, wodurch dem Holz Spielraum zur Bewegung gelassen wird, ohne daß dadurch die Fläche undicht wird, s. im Art. Holzverbindungen. e) Gleichen Zweck erfüllt die Verbindung mit Einschubtleisten, die Einstemmung als Füllung im Rahmen etc.; s. d. eF. Das Bauholz im Handel und in seiner Verwen⸗ „dung. Das Holz wird aus dem Wald theils auf der Achse (Waldholz), theils auf der Rutsche und dem Flöße, theils im Floß auf den Flüssen versendet (Flößholz). Hier und da versendet man es mit der Rinde, in anderen Gegenden geschält, in noch anderen bewaldrechtet. Ziemlich allgemein in ganz Deutschland nennt man die vollen Stämme, wenn sie noch rund sind, Rundholz; wenn sie zwar bewaldrechtet sind, aber noch ihre ganze Länge haben, Ganzholz; wenn sie zu Sägeblöcken zerschnitten sind, Schnittholz; wenn sie behauen sind, Eck-od. Kantholz; wenn sie zerspalten werden sollen oder es schon sind, Spaltholz; Halbholz ist nur einmal, Kreuzholz kreuzweis getrennt. Dabei unterf cheidet man noch beimSchnittholz: Stollen, Pfosten, Bohlen, Breter, Latten und Bühnen etc.; beim Spaltholz: Rechenholz, Schindeln, Dachspäne, Dachstücke, Schalhölzer od. Staken, Fachgerten, Ruder, Leiterholz etc. etc.; s. d. einzelnen Artikel. Nach den Beschlüssen des Verbands deutscher Architekten- u. Ingenieurvereinesind folgende Benennungen u. Mäße für den Holzhandel vorgeschlagen: Benennunig Länge am Zopf Stammende Besonders starkes 48 Gewöhnliches Bau⸗ ö 42 Kleines Bauholz. 9—11 16—18 Sägeblöcke 30—60 Weiteres siehe in d. Art. Dohle, Bret etc. I. Xeltere Zeuennung im deutschen Rohholzhandel. In einzelnen Gegenden Deutschlands galten folgende Eintheilungen, Benennungen u. Größen sowohl des aus dem Wald zu versendenden, als auch des bereits am Bauplatz angekommenen, noch nicht od. zum Theil bearbeiteten, aber noch nicht abgebundenen Bauholzes bis zu Einführung des Metermäßes; da nun dieses noch immer nicht überall festen Fuß gefaßt hat, so führen wir die alten Benennungen hier noch mit den alten Mäßen zusammengestellt af. a) In der Gegend von Fulda: Postenholz, Pfostenholz, zu kurzen Stücken, Pfosten, Riegeln; — Streckholz zu längeren Stücken. b) Im Spessart: Einläufiges, s. v. w. Ganzholz; — Schneidholz, s. v. w. Kreuzholz, 9985 zu Gewinnung von Hrenherz brauchbar. c) Auf dem Main: Fünfer, solches Holz, wovon 5 Stämme, Sechser, wovon 6 Stämme etc. im Floß einen Boden (Jelle oder Störe) ausmachen. d) Bei Ansbach und Baireuth: Nach der Bestimmung Wellen-, Trog⸗, Riemen⸗, Blochholz, nach Kubikmäß zu berechnen; — nach der Größe unterscheidet man noch jetzt: Überfüdrige Stämme, 65 u. darüber lang, 1718“ am Wurzelende st tark. Ganzfüdrige Stämme, 60“ u. darüber lang, 15—16“ am Wurzelende stark. Halbfüdrige Stämme, 52—58“ lang, 13—14“ am Wurzelende stark. Sparrreise, 45—50“ lang, 10—11“ a. W. st. Halbreise, 40—44 lang, 8—9“ a. W. st. Röhrstämme, 42“ und darüber lang, 10—11“ a. W. st. Rüst⸗ und Lattenstangen, 30“ lang, 6“ a. W. st. Schrankstangen, 24 lang, 4—5“ a. W. st. Leiter-und Pfahlstangen, 20“ lang, 3—4“ a. W. st. Hopfenstangen, 12—20“ lang, 1½ —3“ a. W. st. Bruckhölzer sind ganze oder gespaltene Stammspitzen. OTHHEK LBERG O Universitatsbibliot ende. Uberfüdrige Stämme von 5 Umfang am Stammende. Füdrige Stämme, 4 4,“—4“ 10“ Umf. am St. Halbfüdrige Stämme, 3“ 6“ 43“ Umf. am St. Dreilingstämme, 2.9“ —3˙5“ Umf. am St. e) In der Mark Brandenburg und einem Theil von Sachsen: stark. Starkes Holz, 40—46“ lang, 10—12“ im W. st. Mittelbauholz, 36—40“ lang, 7—9“ im W. st. Kleinbauholz, 30—36“ lang, 5—6“ im W. st. Rüststangen, 25—30“ lang, 3—4“ im W. st. Lattstangen, 25—30“ lang, 2½ 3½“ im W. st. Außerdem Balkenschloten, ⸗schleten od. ⸗schlieten, Baumspitzen, ganz oder gespalten. f) In den östlichen Provinzen Preußens in den königlichen Forsten: stark. Ordinär starkes Holz, 36—40“ lang, 11—12“ im Z. st. Mittelbauholz, 30—31“ lang, 9—10“ im Z. st. Kleinbauholz, 30—31“ lang, 7—8“ im Z. st. Bohlstämme, 24“ lang, 6“ im Z. st. Lattstangen, 24“ lang, 3“ im Z. st. Außerdem Schlieth⸗ od. Schlötelstangen (Baumspitzen). g) In den Privatforsten Schlesiens, der Lausitz und Pommerns: Balken, s. v. w. Starkholz d. kgl. Forsten. Riegelstämme, s. v. w. Mittelbauholz d. kgl. Forsten. Sparren, s. v. w. Kleinbauholz d. kgl. Forsten. Schalholzstangen, s. v. w. Bohlstämme d. kgl. Forsten. h) Eichenholz in den preußischen Forsten: Schwelleichen, 24“ lang, 9—10“ im Zopfende stark. Stiel⸗ oder Riegeleichen, 24—30“ lang, 11“ im Z. st. Zaunstiele, 8—12“ lang, 8—9“ im Z. st. i) In Thüringen (bewaldrechtet). (Die Länge versteht sich außer der unbrauchbaren Spitze.) Sechsspänniger Stamm, 55“ lang, unten 12 u. 10“ stark, oben 6 und 5“ stark. Fünfspänniger St., 55 l., unt. 11 u. 9“, ob. 5 u. 5“ st. Vierspänniger St., 50“ U., unt. 10 u. 8“, ob. 5 u. 5“ st. Dreispänniger St., 45 I., unt. 9 u. 7“, ob. 5 u. 4 st. Zweispänniger St., 35“ l., unt. 7 u. 6“, ob. 4 u. 4“ st. Einspänniger St., 32“ l., unt. 6 u. 5“, ob. 4 u. 3“ st. Fünfziger (macht 5 Stiche), 32 lang, unten 7 u. 5“ stark, oben 5 und 3“ stark. Vierziger (macht 4 Stiche), 28 lang, unten 5 u. 4“ stark, oben 4 und 3“ stark. Sechsunddreißiger (macht 3 Stiche), 24½“ lang, unten 4½ und 4“ stark, oben 3½ und 3“ stark. Dreißiger (macht 2 Stiche), 19“lang, unten 3½ u. 3½.“ stark, oben 3 und 3“ stark. Vierundzwanziger (macht 1 Stich), 15lang, unten 3 und 3“ stark, oben 2½ und 2½“ stark. k) Am Harz: Sechziger Balken, 61“ lang, 12“ im Wipfel stark. Fünfziger Balken, 51“ lang, 10“ im W. st. Vierziger Balken, 41 lang, 8—9“ im W. st. Dreißiger Balken, 31 lang, 6—7“ im W.st. Fünfziger Sparren, 51“ lang, 5—6“ im W. st. Vierziger Sparren, 41“ lang, 4—5“ im W. st. Dreißiger Sparren, 31“ lang, 3—4“ im W. st. thek Heidelberg DFC Lattenbäume, 20“ lang, 3“ im W. st. Lattenknüppel, 20“ lang, 2“ im W. st. Ganze Stämme, 60—65“ rheinl. lang, unten 12—14“, oben 5“ stark,

Bauholz
Bauholz
Fig. 487. Kyanisirapparat.
Fig. 487. Kyanisirapparat.
Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 289Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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