
Syrische Baudenkmale. Syrien war 732 v. Chr. von den Assyriern unterjocht worden, kam später unter die Herrschaft der Chaldäer, Perser und Makedonier; unter den Seleukiden stand das von Nikator (301 - 288) gegründete Antiochien in hohem Flor; aber 64 n. Chr. wurde Syrien durch Pompejus zur römischen Provinz erklärt. Herodes Agrippa (32 —44 n. Chr.) versuchte das Land (im römischen Sinn) zu kultiviren, wie ein als Inschrift erhaltenes Dekret zu Canatha (Jennawat) bezeugt, in welchem er die Bewohner wegen ihrer mangelhaften Bildung tadelt und zu Werken höherer Kultur auffordert. Antiochien, Edessa, Nisibis blühten nun empor, Palmyra, das alte Tadmor, erhob sich zu neuem Glanz etc. Mehrmals machten die Statthalter von Syrien Versuche, sich selbständig zu machen, so bes. Odenat und Zenobig um 170 n. Chr. Bei der Theilung des römischen Reichs, 395, fiel Syrien an Byzanz; Antiochien wurde 111,438 und 528 durch Erdbeben, 540 von Kosru Nuschirwan theilweis verwüstet, von Justinian wieder hergestellt; aber 616 eroberte Kosru ganz Syrien; 612 nahmen es die Byzantiner wieder ein, 638 der arabische Khalif Omar. Von 1098 an hatten die Christen Antiochien inne; aber schon 1146 nahm Nureddin Edessa, 1183 Saladin den Rest von Syrien ein; 1291 vertrieb der ägyptische Sultan Melik die letzten Kreuzfahrer; 1518 entriß Selim I. Syrien den Aegyptern und verleibte es dem türkischen Reich ein. — Das Land bewahrt nun gemäß diesen Schicksalen Bauwerke aus verschiedenen Perioden. I. Syrisch-heidnische Denkmale. Aus den Zeiten assyrischer, persischer etc. Herrschaft, die sich natürlich auch auf die baulichen Leistungen erstreckte, blieben Ruinen zu Nisibis, Amida (jetzt Diarbekr) mitihren Basaltmauern auf hoher Felswand am Tigris, Edessa (jetzt Orfa, das Ur der Chaldäer), Haran (Carrhae der Römer mit dem Brunnen der Rebekka), Dara, Mordin, zu Serug (assyrische Löwenfiguren); zu Bir am Euphrat, ein Tell, d. h. Burg, deren in den Dörfern zwischen Bir u. Aleppo viele noch stehen. Es sind theils rechteckige, theils ovale künstliche Berge, oft mit Benutzung natürlicher Kreidekuppen angelegt, die im Innern mächtige Gewölbe enthalten, nach außen aber theils schräg gestufte, theils nur geneigte Lehmwände haben, die mit kolossalen Steinen pflasterähnlich belegt sind. — Ferner ein Quaderthurm zu Hermel in Cölesyrien, d. h. im Thal zwischen Libanon und Antilibanon, bestehend aus einem Würfel von 10m. Seiten, auf dem ein zweiter von 9m. Seiten steht, der eine Pyramide trägt u. mit Jagdscenen besetzt ist. Aehnliche Grabthürme finden sich auch in Nordsyrien; babylonische Backsteinhügel u. assyrische Königsfiguren zu Damaskus etc. Aus der Seleukidenzeit blieben Ruinen in Hie rapolis oder Bambyke (heute Membidsch), welche den frühgriechischen Stil in ähnlicher protoionischer Formung zeigen, wie einige der Gräber in Lykien etc., also noch vom persischen beeinflußt; Beröag (vorher Chalib, jetzt wieder Haleb, Aleppo), wo hier und da noch griechische Baureste in neuen Häusern verbaut vorkommen, und wo das Tell griechische Verkleidung hat, zu Antiochia (Antakia) einige Reste der alten Mauer und der beiden Hauptstraßen mit ihren vier Säulenreihen, in deren Durchkreuzung nach-Durchschnitt und Details der Basilika zu Tafkha (4. Jahrh.) mals Könstantin seine Kirche baute, u. von der noch Marmorfußboden übrig ist; in Antiochiens Hafenstadt Seleukia Pieria zeugen zählreiche Säulenreste u. Quaderwände, Trümmer der Thore, auch noch Hafendämme, Brücken, ein Stück Tunnel, Grabkammern etc. von der Baulust des pel fin koratit Noche ter 2 ist hall hat ge zopfige die 1 Unter ö bung d ö der Bu Umiversitätsbibsiothek Heic Fig. 3286. Fenster der Kapelle zu Kokanaya. Selkeukus u. seiner Zeitgenossen; zu Apa⸗ (heute Famya) ist eine Säulenstraße erhalten, allerdings nur zwei Reihen und von verschiedenen Formen, alfo eine Reihe von Vorhallen der einzelnen Häuser, ähnlich in Hama, Emefa etc. Aus römischer Zeit blieben vollständigere Trümmer. Die Tempelburg von Baalbek (Heliopolis) hat hinter einer breiten Säulenhalle von 12 Säulen u. 2 Flügelgebäuden einen sechseckigen Vorhof, dahinter einen größern viereckigen Hof von Priesterpalästen umzogen, von denen noch die dem Hof zugekehrten, nach diesem zu offenen viereckigen Säle und halbrunden Exedren stehen; dahinter stehen 2 Tempel, von denen der spätere, von Antonin um 120n. Chr.erbaute, tiefer stehende noch ganz ist, während von dem älteren, höher und in der Achse des Hofes stehenden nur 6 Säulen aufrecht blieben; s. Fig. 3280 u. 3281. Die Formen sind spätrömisch, das Ganze aber ist eine lateinische Uebersetzung und Ergänzung altsyrischer Fragmente auf altsyrischem Plan. — Die Exedren haben Rundbogennischen, in 2 Reihen über einander, Pilastern. Die viereckigen Säle von Säulchen flankirt. Auch in dem 3289. Thürsturz aus Dana. altsyrisches oder assyrisches Vorbild, aus alter Zeit, sowie die Quadern. einzelne bis zu 18 m. lang u. 4 m. Gönner des Bischofs Paulus vonSamosata, aber ihre Wne in Palmyra, welche 272 bei der Belagerung durch Aurelian starkbe⸗ EEEEEEE schädigt, aber von diesem und von Diocletian glänzend restaurirt wurden, tragen wie die zu Baalbek noch ganz das Gepräge heidnischrömischer Kunst. — Nordöstlich von Damaskus liegen in der Wüste die Trümmer von Palmyra. Unter den freien vierseitigen Grabhügeln sind mehrere, die an ältere Perioden gemahnen. Die Gräber des Elabelus, Jamblichus u. s. w. sind quadratisch, in 3— 5 Fig. 3290. Ruinen Stockwerken allmählich schmäler werdend und mit einer Pyramide bedeckt, andere sind haben die Form eines E wie das in Fig. 3283 beh) dargestellte Grab der Heliodora, gest. d. 3. dees-Monats Dystron (April) 71 n. Chr. zu Dana. Die meisten sind mit römischen Pilastern etc. ausgestattet und innerlich als Columbarium eingerichtet; ähnliche kommen auch in Chelibi (dem alten Zenobia) am Euphrat vor, deren wohlerhaltene Häuser und Paläste, Mauern und Thürme aus Alabaster das Material zu Ergänzung des Bildes von Palmyra bieten, wo die Häuser und Tempel fast völlig verschwunden sind. Die mehr als 200 noch stehenden Säulen (Fig. 3282) gehören zur Hauptstraße, welche über 1100 m. lang war u. über 2000 Säulen in vier Reihen hatte; die Mittelbahn war nicht bedeckt, die seitlichen aber überdacht; in der Kreuzung mit der querliegenden Hauptstraße, die ebenso disponirt war, stand unter einem von 4 Säulen getragenen Schutzdach die Erzfigur der Schutzgottheit der Stadt. Die kleineren Nebenstraßen mündeten mit Bögen in die Hauptstraße u. hatten nur 2 Säulenreihen, so daß die Häuser die Rückseite der überdachten Trottoirs bildeten; auf Konsolen an den Schäften der Säulen standen Statuen wohlverdienter Bürger. Am Ende der Hauptstraße steht ein Thor mit 3 Bögen, das zur Tempelburg führt, die jetzt die kleine Stadt birgt, deren Häuser sämtlich im Tempelhof Platz haben, einer Plattform mit Säulengallerien, und zwar an 3 Seiten doppelte Gallerien (einst 376 Säulen). Der nördliche Theil von Syrien, von Antiochien, Aleppo und Apamea begrenzt, blieb am längsten heidnisch. Hier finden sich viele heidnische Grabdenkmale, in den Felsen gehauen, die aus der Zeit vom 6. April 130 bis 3. März 324 datiren. Dieser Zeit gehört wohl auch noch die sogenannte Basilika zu Chaqqua an, sowie der Palast (Kaisarieh) daselbst. II. Syrisch-allchristliche Denkmale. 325 mit dem Konzil von Nikäo ward das Christenthum zur herrschenden Religion in Syrien; jedoch Fig. 3291. Ge BISLIOTHEK HEIDELBERG O Universitätsbiblio 1von El Barah, Syrien (6. Jahrh.). vauch ältere Bauten erhalten, z. B. eine Kapelle (Kalizu Omm-es-Zeitun vom Jahr 283. Vom Jahr 331 zoldenes Thor im Mariyrium zu Jerusalem (um 330 gebaut). othek Heidelberg ILDF datirt das Wohnhaus des Thalasis zu Refadi; vom 3. Mai 378 das Grab des Agrippa zu Häß; von 399, 409, 420 Gräber zu Deir-Sombil, von 430 eins zu Kherbet-Häß. Am 29. Januar 378 finden wir einen Künstler Damos, die Holzlosigkeit der Gegend u. die Härte des einzigen Bau-ELBERG O Universitätsbibliot Jerusalem, vermuthlich Anastasis des Kon-Sachhara, sogen. Moschee des Omar. materials, eines harten Granits, ein strenges einfaches Bausystem, indem Steinbalken od. Steinplatten auf weit ausladende Kragsteine gelegt sind, um die langen schmalen Räume zu überdecken. Die Basilika ist dreischiffig angelegt, indemsechs enggestellte Pfeilerpäre, in den Seitenschiffen Emporen auf niedrigen Arkaden zwischen sich fassend, über dem Mittelschiff große Quergurte tragen etc. — Ganz ähnlich disponirt ist die schristliche Basilika zu Tafkha (Fig. 3284), nur daß hier die Emporenfußböden nicht auf Gewölben ruhen, sondern aus, auf einer Kragschicht gelegten Platten bestehen; s. Fig. 3284. — Die Apsis ist in Form eines gedrückten Halbkreises angelegt u. bereits ein Thurm beigestellt, an der Nordseite des westliches Joches. Eine kleine Kapelle (Kalybe) zu Chaqqua gleicht der erwähnten zu Ommes-Zeitun; eine stattliche Vorhalle führt in den quadratischen Raum, den sie rechts und links überragt. Dieser Raum ist gleich dem Thurm zu Tafkha (Fig. 3284) überdeckt in einer besonders bezeichnenden Weise, welche auf Einfluß von Ost⸗ 0 indien hindeutet, indem auf den Ecken Platten übereck gelegt sind, die dann noch einen achteckigen Kranz von Platten tragen, auf welchem erst die Kuppel beginnt (vgl. d. Art. Dschainistisch).. Die Fagadenbildung steht mitten inne zwischen den sassanidischen und römischen Bauten (Baalbeku. Palmyra). Nischen, bisweilen in zwei Geschossen über einander, von gekuppelten Säulen flankirt, die einen Bogen u. Giebel tragen, römische Gebälke mit theilweis veränderten Details etc. geben eine ziemlich wirksame Gliederung. Aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrh. stammen 2 Kirchen zu Qennawät (Canatha) im Haurangebirge, dem südlichen Theil Centralsyriens, welche bereits Säulenreihen haben, allerdings mit Pfeilern wechselnd; eine davon hat eine innerlich halbrunde Apsis zwischen zwei Nebenkapellen, die äußerlich soeachirt sind, wie an 915 armenischen u. georgischen irchen. — Aus dem Anfang aaaen des 5. Jahrhunderts datirt die fünfschiffige Säulenbasilika zu Sueideh mit gegliederter Vorhalle und dreischiffigem Antititulus vor den 3 Apsiden, deren beide seitlichen in der Mauerdicke ausgespart sind. Die 510 vollendete Kirche zu Eßra folgt, wie einige andere, dem Vorbild der Konstantinischen Kirche zu Antiochia, d. h. sie ist ein Centralbau; in einen quadratischen Raum ist ein Achteck von Pfeilern eingesetzt, an dessen Schrägseiten Nischen angelegt sind, in ähnlich unklarer Auffassung der Centralanlage wie in S. Sergius und Bacchus zu Konstantinopel. Die Apsis ist außen in 3 Seiten eines Achtecks geschlossen. Auf dem achteckigen Mittelraum steht ein Kegelgewölbe, während die Nebenräume in hergebrachter Weise mit Platten bedeckt sind. — In Antiochien wurde die ähnlich disponirte Kirche von Konstantin jedenfalls auf der Durchkreuzungsstelle der 4 Hauptstraßen errichtet und ein Stück von jeder dieser Straßen mit zu der Kirche gezogen. — Die Straßenkreuzungen mit Statuen auf der Mitte u. die vier in drei Schiffen angelegten Straßen finden sich auch in Apamea, Gerosa (Dscherasch), Gadara etc. Auch die größere Kirche des Symeon Stylites zu Kalaat-Semahn (5. Jahrh.) ist in Nachahmung der zu Antiochien auf einer solchen Straßenkreuzung angelegt; während aber in Antiochien die in der Mitte der Kreuzung stehende Statue der Tyche beseitigt ward, blieb hier eine daselbst aufgestellte Säule stehen u. diente dem Symeon zum Aufenthalt. Das Postament steht noch in Mitte der Ruinen der durch die Benutzung von dreischiffigen Straßenstücken kreuzförmigen Kirche, in dem aus dem Zusammentreffen der vier dreischiffigen Arme, sich organisch ergebenden achteckigen Centralraum, um dessen Schrägseiten die Seitenschiffe der Kreuzarme herumgeführt sind, so daß in den 4 Winkeln sich nur von Justinian in des Herodes Halle eingebauten Basilika, 637 Moschee el Aksah, zu Jerusalem. Fig. 3296. Moschee el Aksah zu Jerusalem. kurze Verbrechungen ergeben, an welchen noch Nischen angesetzt sind, wodurch das Quadrat voll wird. An den östlichen Kreuzarm ist ein Querschiff mit 3 Apfiden angelegt. Auch eine kleinere Kirche zu Kalaat-Semahn hat ähnlichen Grundriß wie die zu Eßra, aber hier ist das Quadrat noch durch ein Säulenschiff umzogen. — Die Kirchen zu Deir-Seta und zu Baquouza haben gerade Schlußwand, die zu Dana von 540 hat eine verlängerte eingebaute Apsis mit zwei viereckigen Nebenräumen, in den Arkaden gestelzte Rundbögen, an der Apfis einen Hufeisenbogen. Die 505 gegründete Kathedrale zu Bosrah ist zwar central angelegt, doch läßt es der Zustand der Ruinen unsicher, ob sie eine Kuppel gehabt haben. — Zu Mudja-laia ist das Schiff am Westende ebenfalls polygon“ bald einzeln, bald in Nekropolen vereint u. sind größtentheils Felsenhöhlen; auch hier kommt unter den freistehenden am häufigsten die hohe hohle Steinpyramide auf quaüten durch Abd el Melek (um 690) und die Fatimiten (um 980). dratischem Unterbau von mehreren Geschossen vor, der hier und da mit Säulenstellungen verziert ist. — Die Kirchen der nördlichen Gruppe sind meist dreischiffige Säulenbasiliken ohne Querhaus u. ohne Emporen. Die auf den Säulen ruhenden Rundbögen tragen die Lichtgadenmauern, und diese eine hölzerne Decke od. einen freiliegenden Dach-Jerusalem (1140 ff.). stühl. Die zu Qualb-Luzeh (6. Jahrh.) hat Pfeiler, an denen oben kleine Wandsäulen als Träger für die Binderbalken angesetzt sind; die zu Rueiha Pfeiler mit viereckigen Ansätzen als Stützen für die Quergurte, die auf giebelähnsiothek Heidelberg IDFC( licher Uebermauerung das Dachwerk tragen. Die Apsisansicht von Qualb-Luzeh, Fig. 3285, und die Westansicht der schönen Kirche zu Turmanin, Fig. 3286, geben den besten Begriff von der hohen Ausbildung dieser Bauweise. Zu Turmanin ist die Apsis übrigens äußerlich polygon. Noch geben wir in Fig. 3287 ein pär Kapitäle aus Kolaat-Semahn, in Fig. 3289 einen Thürsturz aus Dana und in Fig. 3288 Fenster einer Kapelle zu Kokanaya. Wenn einige dieser Details an Ravenna, andere an Georgien und Armenien gemahnen, wie auch die vielfach vorkommenden Tauumfassungen der Fenster, so findet sich 3z. B. in Behiah sogar der Kreuzungsbogenfries vorgebildet. — Klösterliche Anlagen von ziemlich großer Ausdehnung finden sich vielfach, z. B. in El Barah und Kherbet Häß. Die Grabmale sind hier in ihren Formen sehr manchfach. Am Euphrat kommen auch Grabmale vor, welche an die Form der alten Tells anschließen; eins der bedeutendsten ist das Grab des Ezechiel in Kefeli bei Bagdad, Fig. 3292. Häufiger ist es, daß ein Sarkophag Unter einem tempelähnlichen Tabernakel steht, dessen Giebeldach von Säulen getragen wird, oder in einem kleineren Antentempel; andere Grabbauten sind quadratisch und mit einer Kuppel bedeckt. Die Felsengräber schließen sich den lykischen an, bilden aber das Motiv der dortigen Felsenfagaden allmählich aus, und zwar in sehr manchfacher Form von der Pilasterfagade bis zu der giebelbekrönten Vorhalle auf freistehenden Säulen; andere öffnen sich in weitem Bogen. Von der reichen Gruppirung und Ausstattung der meist ganz massiven Wohnhäuser giebt Fig. 3290 eine Idee. In etwa 20 Städten um den Landstrich Ledsche herum, z. B. in Eßra, Schoba, Gadara etc., sind große ausgedehnte Gruppen von Wohnhäusern in ähnlichem Grade gut konservirt. Den Zusammenhang dieser Bauweise Centralsyriens mit der römischen Kunst vermittelt deutlich die Gruppe in Palästina. Der Brunnen zu Na-½ areth ist aus dieser Zeit, zeigt aber eine künstlerischen Formen. In Samaria liegt die Kirche Johannis des Täufers in Ruinen auf dem östlichen Stufenring des runden 903 Berges, dessen Fuß von Herodes mit einer Säulenhalle im Kreis umzogen ward, deren westlicher Theil noch aufrecht steht. Auf dem Gipfel stehen noch einige Säulen des Temnels, in dem die Samariter beteten. In Jerusalem ist von dem Tempelbau des Herodes nicht viel übrig, aber von seiner dreifachen Halle stehen noch die gewölbten Souterrains u. ein Theil der Mauern, vielleicht sogareinige der Säulen, wenn sie auch unter Justinian, der die Trümmer zum Bau einer Basilika benutzte, andere Kapitäle erhielten. Die Basilika wurde 637 zur Moschee gemacht u. dann umgebaut ((unten). Von dem Martyrium, der von Konstantin der Grabkirche gegenüber um 320—336 erbauten Basilika, ist nur das goldene Thor Bab el Daharieh übrig, obschon in vielem Bezug verändert. Die Pilaster mit dem Gebälk auf der Wand rechts in Fig. 3291 sind zweifelsohne aus SIBLIOTHEK „Konstantins Zeit; die Säulen vermuthlich von der Restautrirung 628 nach Kosru's Zerstörung. Von der Grabrotunde ist wenig mehr geblieben als die Grundgestalt. Glücklicher war ein anderer Centralbau, in dem wir jedenfalls die Anastasis des Konstantin besitzen, während Einige in dem Felsen, um den er erbaut ist, die Stätte des Engels sehen, der zu Davids Zeit die Pest über die Stadt verhängte, Andere hier die Grabkirche suchen. Es ist der achteckige Bau Es-Sachhara, der gewöhnlich als Moschee Omars gilt lüber diese s. unten), und dessen Außengestalt von Abd el Melek herrührt. Fig. 3293 giebt Grundriß, 9. Portal der Grabkir he zu Jerusalem (1140 ff.). Säulenordnung und Wanddekoration des Innern. Die bon Helena erbaute Himmelfahrtskirche auf dem Oelberg, deren einst unbedeckten Mittelraum jetzt ein Moscheekuppel deckt, ähnelt in der Anlage der Es-Sachhara. Von der 325 ff. von Helena erbauten, um 540 von Justinian umgeänderten Geburtskirche zu Bethlehem gaben wir in Fig. 447 den Grundriß u. geben hier in Fig. 3294 eine innere Ansicht. Von Justinians Bauten imübrigen Syrien waren die bedeutendsten zwei Kirchen in Antiochien, für Maria und für den Erzengel Michael, aber von beiden ist nichts geblieben. III. Aeltiere mohammedanische Bauten. Omar erbaute gleich nach der Einnahme Jerusalems 637 dort eine Moschee; es ist dies nicht die gewöhnlich mit seinem Namen belegte Es-Sachhara, sondern ein kleiner Anbau an der sbibliothek Heidelberg Südostecke der justinianischen Basilika, s. Fig. 3295. Die schwarzen Stellen in diesem Grundriß sind die Theile, welche theils von dem Bau des Herodes, theils von dem des Justinian herrühren, von welch Letzterem auch die Säulen, Fig. 3296, noch beibehalten wurden, als Abd el Melck 686—691 die Basilika bedeutend vergrößerte u. in der Architektur erheblich umgestaltete, auch in dem dreischiffigen Querhaus eine Kuppel einfügte, dafür aber die Apsiden beseitigte. Betreffs dieser Disposition sowie der architektonischen Form vergl. d. Art. Arabisch, Maurisch, Moschee u. Sarazenisch. Abd el Melek richtete auch den in Fig. 3293 dargestellten Rundbau des Konstantin, welcher ebenfalls unter Justinian eine Restaurirung erfahren hatte, zu der Moschee Es-Sachhara (Felsendom)ein, indem er über dem inneren Achteckeinen kurzen Tambour mit hölzerner Kuppel aufführen ließ, s. Fig. 3297. Die Grabkirche, welche, wie erwähnt, 628 wieder hergestellt worden war, scheint von den Sarazenen nicht verändert worden zu sein, wurde aber 1011 von Hakem zerstört. Die Moschee zu Damaskus, von Khalif Walid 705—717 an der Stelleeiner Kirche Johannis des Täufers, mit Benutzung einiger Theile, darunter z. B. des Westportals vom Atrium, erbaut, ist eine dreischiffige Basilika, welche ihrer Länge nach von Ost nach West etwas über 150 m. lang sich erstreckt u. in der Mitte ein Querschiff hat, mit einer Kuppel über der Vierung und dem Mihrab im südlichen Kreuzarm, während der nördliche sich gegen den 150 m. langen u. 75 m. breiten Hof öffnet. Die Schiffe haben auch hier Holzdecken, die Arkaden sämtlich stumpfe Spitzbögen, aber von regelrechterer Form wie die Moschee el Aksah. — Möglich ist, daß hier, ähnlich wie in Antiochien und in Kalaat-Semahn, die Johanniskirche zu Konstantins Zeit mit Benutzung der Kreuzung zweier Säulenstraßen gebaut worden war und dadurch die Kreuzform erhielt. Die weiteren Bauten, welche die Mohammedaner von etwa 700 bis um 969 in Syrien errichteten, z. B. die Bauten des Harun al Raschid in Damaskus u. Bagdad, scheinen etwas reinere Formen wie die sarazenischen Bauten Aegyptens, ähnliche wie die Persiens, zu tragen, doch fehlt es bisher noch an genügenden Abbildungen, um die Unterschiede festzustellen, welche die syrischen Bauten einerseits von den Bauten Persiens, anderseits von denen Aegyptens trennen. Seit 969, wo die Fatimiten Jerusalem einnahmen, herrschte hier die ägyptisch-sarazenische Bauweise. Aus dieser Zeit dürfte die Dekoration der Außenseiten des Felsendoms in Jerusalem stammen; s. Fig. 3297. IV. Christlich-mittelalterliche Sauten. Schon kurz nach 900 hatten die Amalfitaner Verkehr mit Syrien, u. die Grafen von Amalfi hießen sogar Vikare von Antiochien, unterhielten dort wie in Jerusalem Hospize, besaßen in Jerusalem eine Kirche Sa. Maria de latina etc. 1048 baute Patriarch Nikophoros mit Erlaubnis des Khalifen Dahor die Grabeskirche, welche 1011 zerstört worden war, neu auf. An der Eroberung von Antiochien und Jerusalem hatten die Normannen Tankred u. Bohemund hervorragenden Antheil. 1140 begann ein Umbau der 1048 ff. wohl von sarazenischen Bauleuten im üblichen Stil erbauten Grabeskirche, der 1149 geweiht werden konnte, aber bis nach 1169 fortgesetzt ward. Diesem Bau gehört das Portal der Südseite, der Glockenthurm etc. an, s. Fig. 3298 u. 3299. Die Formen sind völlig normannisch, ganz wie auf Sizilien; auch die Anlehnung an antike Formen, die Benutzung und Verarbeitung altchristlicher Theile (u. A. ist ein Stück altchristliches Gebälk, wohl ein Rest des ersten Konstantinischen Baues, als Gurtsims benutzt) entspricht völlig der normannischen Art. Leider ist die eigentliche Grabkirche 1807 abgebrannt und von Komeano Kalfa aus Konstantinopel zwar auf dem alten Grundriß, aber mit Pfeilern statt der 12 Säulen u. in modernen Formen restaurirt worden. Ein Hospiz der Johanniter ist samt Kreuzgang als Gerberei erhalten. Die Kirche St. Anna mit ihrem rautenverzierten Spitzbogenportal, ist ebenfalls normannisch. Die Kirche Sa. Maria la grande mit den Darstellungen der Monatsbeschäftigungen an dem rundbogigen Portal ist longobardisch und dürfte wohl jene von Amalfi aus gegründete sein. Die Peterskirche mit ihren Eckfalzsäulchen an den Pfeilern deutet auf deutschen Einfluß. Alle drei sind Basiliken mit Querschiff u. polygoner Apsis, Kreuzungskuppel und rippenlosen Kreuzgewölben. St. Jacobus minor ist einschiffig u. hatein Tonnengewölbe mit Kappen. Die Himmelfahrtskirche auf dem Oelberg wurde, da sie in Ruinen lag, wieder hergestellt u. erst nach 1180zur Moschee eingerichtet. Der Umgang zeigt Formen wie die früheren Normannenbauten, an denen noch Longobarden arbeiteten u. die daher Vielen als romanisch gelten. Die Kathedrale, jetzt Moschee zu Beiruth und die Kirche von Djebeil (Gebel, Byblos), der Stadt der steinhauenden Giblitier, welche die Quadern zu Salomo's Bauten lieferten, haben spitzbogige Tonnengewölbe; andere, wie die Johauniskirche zu Sebaste (Samaria), haben schon Dienste, Knospenkapitäle u. Rippengewölbe oder doch, wie die zu Lidda, schmale Gewölbjoche u. kreuzförmige Pfeiler mit schlanken Halbsäulen. In St. Jean d'Acre, welches bis 1291 von den Kreuzfahrern behauptet ward, zeigt sich die völlig entwickelte Gothik. Das Kastell Schefik (Belforte) bei Tyrus ruht wie das von Djeibeil und mehrere andere, auf phönikischen Grundmauern. Die vielen Burgruinen und andere Trümmer, von Hospizen, Kirchen, Brücken dc., sind theilweis noch zu durchforschen. V. Die zweite Periode der Sarazenenherrschaft, 1183 bis 1518, hat zahlreiche Bauten hinterlassen, welche zum größten Theil wohl dem Stil der sub III. gen. Bauten folgen mögen; leider sind hier formale wie historische Forschungen noch resultatlos. Vermuthlich gehört dieser Periode der kleine offene Kuppelbau in Fig. 3297 an, ferner die Kuppel der Himmelfahrtsmoschee auf dem Oelberg, die Umwandlung der Kirchen zu Beiruth, Antiochien re. zu Moschéen. — Im Osttheil des Landes drang der persomohammedanische Stil siegreich ein, doch blieben die Kuppeln in ganz Syrien niedriger als in Persien u. in Aegypten; s. z. B. auf Fig. 3290 den niedrigen Anbau; die Minarets aber wurden sehr schlank aufgeführt. VI. Türkenbanten. Von 1518 an herrschte auch in Syrien die türkische Bauweise, od. vielmehr eine Bauweise, welche sich gleich der türkischen als Verfallstil aus Formen der perso-mohammedanischen, ägypto-sarazenischen etc. zusammensetzt und ziemlich willkürlich diese Formen umstaltet. Auch hier fehlen noch genauere Aufnahmen.






