
Ventilation, t., frz. airage, aérage, m., engl. airing, s. v. w. Lüftung (s. d.). Menschen und Thiere verbrauchen bekanntlich bei der Athmung Sauerstoff u. athmen dafür Kohlensäure und Wasserdampf aus, die sich der umgebenden Luft beimischen und diese immer mehr verunreinigen. In noch viel stärkerem Mäß konsumiren die Beleuchtungsflammen Sauerstoff unter Produktion von Kohlensäure u. Wasserdampf. Außer beiden letzteren entsteht sowohl bei Athmung wie bei Verbrennung noch lästige Wärme. Die Beseitigung dieser drei unliebsamen Produkte, resp. die Auswechselung der durch jene lästig und sogar schädlich gewordenen Luft gegen frische noch unverdorbene nennt man Ventilation. Da es unthunlich ist, die zum mehrstündigen Aufenthalt von Menschen bestimmten Räume so groß zu machen, daß das Luftquantum derselben ohne Erneuerung für die Athmung genügende Reinheit behalte, so ist diese Erneuerung eine der unerläßlichsten Anforderungen an die Gesundheit der Lokalitäten. Bei Lokalitäten, die mit künstlicher Beleuchtung versehen sind, kommt noch der Luftverbrauch der Flammen hinzu. Erleichtert wird die V. durch die vom Menschenkörper fortwährend ausgestrahlte Wärme, ferner durch die Porosität der Wände, durch die Ritzen u. Fugen an Thüren und Fenstern u. andere kleine Nebenumstände, welche aber alle nicht genügen, um bei immerwährendem Verschlossensein dieser Oeffnungen die Luft im Zimmer nur einigermaßen gesund zu erhalten. — Das Werkchen: „Gesunde Luft in unseren Häusern“, von Käuffer u. Co. in Mainz, sagt hierzu u. A.: „Die Wilden genießen in ihren Wohnungen bessere Luft als wir, weil sie dieselben nicht dicht von der äußeren Luft abschließen und nicht eng neben einander bauen; aus letzterem Grund könnten auch heute die Landleute bessere Luft genießen, wenn sie nicht ihre Häuser dicht abschlössen, sobald sie heizen müssen und wenn sie nicht ihre und ihrer Thiere Exkremente zu großen Haufen dicht vor ihren Häusern ansammelten. Im Mittelalter vereinten sich Handwerker, Kaufleute, Beamte in durch Schutzmauern eingeschlossenen Städten mit engen Gassen. In der ersten Zeit bauten sie ihre Häuser auf die einfachste und billigste Manier, aus Fachwerk, für jede Familie ein Haus. Nachher stieg der Bauplatz im Preis, weil die Stadt, von der Schutzmauer begrenzt, sich nicht ausdehnen konnte, weshalb man Stockwerke aufsetzte, so viel Fundament etc. zuließen. Neue Häuser erhielten dann sogleich schwerere Fundamente u. Begrenzungsmauern aus dichterem, tragfähigerem Material und drei, vier, ja fünf und sechs Obergeschosse, um zu billigerer Miethe für viele Menschen auf wenig Grundfläche Raum zum Wohnen zu schaffen. Man baute die Häuser oft zwei⸗ bis dreimal so hoch als die Straße breit war, verbaute das Licht in Straßen und Höfen, sorgte nicht für Luft u. Licht, oft nicht einmal für genügende Menge reinen Wassers, sondern verlangte nur und bewohnte Räume, in denen man vor nächtlichem Ueberfall, Diebstahl, Regen und Wind geschützt war und die man mittels Oefen recht warm machen konnte. War man unwohl, so legte man sich ins Bett und schloß sich ganz von der gesund erhaltenden Luft ab, während früher offene Kamine für genügenden Luftwechsel in den Häusern gesorgt hatten, allerdings nicht in gesündester Weise, weil kalter Zug die Füße abkühlte. Siechthum und Unzufriedenheit, Seuchen u. Epidemien suchten diese Bruthböhlen des Ungeziefers heim; Krankheiten, die man ansteckend glaubte, bis man erst in der 2. Hälfte unsers Jahrhunderts die Ursache in unreiner Luft, Mangel an direktem Sonnenlicht, unreinem Boden u. unreinem Wasser fand.“ Trotzdem baut man weiter Wohnkasernen. Man kehrt nicht zurück zu kleineren Wohnhäusern für 1—5 Familien, auch für Arbeiter, zu breiteren Straßen, sorgt kaum fürLicht Luft in allen Räumen, gute Be⸗ und Entwäfferung der Häuser u. des Grundes, auf dem sie stehen. Zu Fachwerken mit undichtem Abschluß wird man in Hinsicht auf Reinerhaltung der Luft in den Räumen in den seltensten Fällen zurückgehen, u. so ist es nun Aufgabe der Technik, zu sorgen, daß auch bei dichtem Material und bei beständiger Verschlechterung der Luft in den gegen außen abgeschlossenen Räumen die von der Hygieine gesteckte Grenze nicht überschritten werde. — Der V. hat man erst seit Anfang der 60er Jahre einige Aufmerksamkeit gewidmet. Unter den Forschern ragen besonders hervor Pettenkofer und Wolpert, unter den ausführenden Ingenieuren P. Käuffer, jetzt in Mainz u. Berlin, in Firma Käuffer u. Co., dessen Angaben wir das in Art. Lüftung Gesagte verdanken, sowie das hier sub D, E, F Gesagte. Das hier sub und O Gesagte ist zum größten Theil den Notizen des Herrn Adolf Müller in Köln entnommen. Wir geben beides neben einander, weil dadurch die beiden, jetzt vorzüglich herrschenden Richtungen repräsentirt werden. . Allgemeines, Bedarf. Selten treten die obigen drei lästigen Produkte gleichunangenehm hervor. In Verö sammlungslokalen, Restaurants, Theatern, Ballfälen etc. ist es vorzugsweise die Wärme dersehr reichen Beleuchtung, zu der sich schließlich die Kohlensäure gesellt. In engen Schullokalen ist es fast ausschließlich die Kohlenfäure, die Beklommenheit, Angstgefühl und Unfähigkeit zum Denken hervorbringt. In engen Familienwohnungen, besonders der ärmeren Klassen, wo viele Individuen in einem Zimmer wohnen, kochen u waschen, ist fast immer der Wasserdampf als lästigstes Produkt empfunden, indem er sich an den Wänden kondensirt, als Wasser herunterläuft und zu reicher Schimmelbildung Veranlassung wird. Da bei allen diesen Fällen die Kohlensäure nie fehlt, so ist es praktisch, dieselbe als Mäßstab für die V. zu nehmen und die Vorkehrungen auf sie zu basiren. Ein Mensch produzirt pro Stunde an Kohlensäure 19—20 J u. eine Gasflamme 65 bis 80J.„also so viel wie 3—4 Menschen. Um diese Kohlensäure wegzuschaffen oder auf das zulässige Mäß von 1—2 pro Mille zu verdünnen, braucht man Kubikmeter frische Luft pro Stunde: in ventilirten Wohnzimin Hörsälen u. Schulen „ 40—14 125—50 1—2 inRestaurants, Theaternetc. 14—8 50—30 2—3 in engen Kneipen 85 30—20 3—4 in überfüllten Schulen. 5—2 25—10 4—9 Luft, untauglich zu Verbrennung beili 25 „ wirkt absolut erstickend bei 30 die ausgeathmete Luft enthällk 50 tsbibliothek Heidelberg Aus dieser Zusammenstellung läßt sich für jeden Wohnraum das nöthige Quantum frischer Luft berechnen, das die V. per Stunde liefern muß. Die V. kann eine natürliche oder künstliche sein. B. Natürliche Ventilation. Alle Ventilationsvorrichtungen wirken durch Störung des Gleichgewichts in der wechselnden Luftmasse, nicht durch Störung des Gleichgewichts in Bezug auf Temperatur. Jeder zu ventilirende Raum muß mindestens mit 2 Oeffnungen versehen sein, die eine zu Einführung der atmosphärischen Luft, die andere zu Abführung der unreinen. Wird eine solche Oeffnung mit Drahtgitter od. dgl. versehen, so muß sie so viel erweitert werden, daß die Summe der kleinen Oeffnungen so groß wird, als die Rechnung verlangt. Ist Edie Temperatur des wärmeren Raums, t die des kalten, Edie Druckhöhe in Meter, so ist die Geschwindigkeit der Luftströmung pro differenz von 4—5 kann man mit genügender Genauigbeit % 7H annehmen. Sei der Querschnitt der Oeffnung in Quadratmeter, so ist die in der Sekunde durchströmende Luftmenge M X. =XO,/ H ebm. M aber findet man nach den oben gegebenen Ansätzen aus der Personenanzahl n. Sonach ist ad 3) X —in Quadratmeter. Kinder sind stets als volle Personen zu rechnen. Wenn ein Zimmer oder dergl. mit einem Schornstein od. Dunstrohr in Verbindung steht, so wird, dafern das Zimmer wärmer ist als die äußere Luft, eine Luftströmung vom Zimmer aus durch den Schornstein stattfinden; ist aber der Schornstein kühler als die Zußere Luft, so strömt die Luft aus dem Schornstein in das Zimmer. Man kann also im Winter natürliche V. schon dadurch herstellen, daß man Ausströmungsöffnungen an der Decke anbringt u. in Fallröhre od. Schornsteine leitet, dem Zimmer aber im Winter warme im Sommer kalte Luft, z. B. aus einem Brunnen, durch mehrere am Boden vertheilte Einströmungsöffnungen zuleitet. Bringt man an Decken und Fußböden Oeffnungen direkt ins Freie an, so wird, wenn die innere Luft kalt ist, dieselbe unten ausströmen, die äußere Luft oben eindringen; E ist dabei die Höhe zwischen beiden Oeffnungen. Kann man die reine Luft durch ein Rohr vielleicht bis zum äußeren Fußboden Ableiten, sowirddadurch Kvergrößert. Bei unterirdischen Räumen wird man die Ableitungsröhre oft heberartig Gin 3430 die äußere Luft unten ein⸗ u. oben ausströmen, und so die Füße erkältet (vgl. sub F). O. Künstliche Ventilation, die allein den manchfachen Bedürfnissen des praktischen Lebens genügen kann u. stets gemeint wird, wenn von V. schlechthin die Rede ist. Man trifft besondere Vorkehrungen für den Luftwechsel, u. zwar: durch Benutzung des Unterschieds im spez. Gewicht zwischen warmer u. kalter, feuchter u. trockener Luft zu Bewegung derselben. Auf diesen als den einfacheren u. billigeren Weg seine Hauptaufmerkfamkeit lenkend, hat Müller eine Anzahl Apparatekonstruirt u. nach langjähriger Erfahrung verbessert, welche, mit Sachkenntnis angewendet, in vielen Fällen genügen. Dieselben dienen theils a) der Aspiration oder Verdünnung, resp. Ablei verdorbener Luft, theils p) der Pulsion oder Verdichtung, resp. Zuleitung frischer Luft. ad a) Aspiration. Schon seit Jahrzehnten verwendet man Ventilationsröhren, in welchen die verdorbene warme Zimmerluft durcheine Oeffnung an der Decke emporsteigt. Um die Röhren etwas warm zu halten, brennt man gewöhnlich eine Gasflamme an ihrem Eingang, aber das Ziel wird niemals auchnurannähernd erreicht, weil das enorme Luftquantum, das für eine genügende V. durch die enge Röhre zu passiren hätte, die Geschwindigkeit eines Hochofengebläses annehmen müßste. Nimmtman die Querschnitte viel größer, so stürzt sehr häufig dieäußere kalte Luft durch die Röhre herab u. wird im Zimmer als kalter Zug empfunden. Um diesem Zug zu begegnen, erfand Müller eine Klappenvorrichtung aus Asbestpapier, welche sich je nach der Bewegungsrichtung der Luft selbstthätig öffnet oder schließt, und es zugleich ermöglicht, geheizte Schornsteine und Ruß in die Zimmer zu führen, wenn kein Rückstau stattfinden kann. Wegen der Höhe u. Wärme dieser Schornsteine ist ihr Effekt das Vielfache einer sonst üblichen Ventilationsröhre. Vor die Klappe setzte Müller eine Fächerrosette, um willkürlich schließen u. öffnen zu können. Ein solcher patentirter Aspirationslüfter (Fig. 3439 —- 3442) giebt in seinen verschiedenen Größen erfahrungsgemäß das für Wohnzimmer erforderliche Luftquantum ab, wenn Querschnitt der Kanäle und Sonstiges den Bedingungen entspricht. Große Räume mit vielen Personen und Gasflammen, wie Theater, Ballsäle, Restaurants etc., bedürfen auch größerer Abzugsröhren, am besten Ventilationsthürme, die man über die Kronleuchter setzt. Auch in diesen fällt die kalte Luft in Menge herab, wird aber durch den Müllerschen Klappenlüfter, bis 3445gänzlich zurückgehalten. Für Schul⸗ u. Sitzungssäle wie für Restaurants sind diese Lüfterthürme, mit Sachkenntnis und in genügenden Dimensionen aufgestellt, vollkommen ausreichend; für Theater, Konzert⸗ und Ballsäle muß außerdem mechanische Kraf zu Hülfe genommen werden; s. sub E, den Paragon betreffend. ad b) Pulston. Wo verdorbene Luft weggefuhrt werden soll, muß auch für Zuführung des gleichen Quantums frischer gesorgt sein. her die einströmende Luft als kalten Zug empfinden oder als am Boden lagernde kalte Schicht. Müller legt diese Einströmung deshalb möglichst hoch und zertheilt dieselbe in viele dünne Luftbündel, welche beim Herabfallen sich mit der warmen Zimmerluft theilweis mischen u. wärmen. Gestützt auf das Verhalten der Flüssigkeiten von verschiedenem spezif. Gewicht in kommunizirenden Röhren erfand er ein sehr einfaches Veutilationsgitter (Fig. 3446, 3447) von Guß Blech und Glas, welches in jedes Oberlicht an Thüren und Fenstern (Fig. 3448) sowie in die Wände eingesetzt werden, wobei die Ausbiegungen nach innen und oben gerichtet sind. Zum Verschluß der in Wänden eingesetzten Gitter werden Fächerrosetten (Fig. 3449 und 3450) angewendet. In farbiger Kunstverglasung⸗ (zu beziehen von J. J. Roß in Köln) nehmen sich dieselben 0u= gleich noch sehr hübsch aus. Sie genügen für schwach!“ belegte Krankensäle, Kasernen, Stallungen etc. bestimmt. Aehnliches wird durch die Ventilations-Glasjalousten von O. Wolff in Dresden, R.⸗P. Nr. 6419, erreicht. Für Wände übertrug Müller das Prinzip dieser Gitter auch auf Ziegelsteine und werden diese Pentilationssteine (angefertigt von den Kunstziegeleien J. R. Geith in Koburg; H. Wagner in Glatz; C. G. Mathes in Rathenow; Hüser & Co. in Oberkassel; Vereinigte Thonwerke in Ratingen; Splauer Thonwerke zu Schmiedeberg in Schlesien; E. Ephraim in Dresden; Lechler & Rathsack in Haynau und Herm. Jansen in Wesel), Fig.3451, in obigen Lokalitäten den angestrebten Zweck noch vollkommener erreichen lassen, wie die Gitter, da sie gestauten, die FJig. 3448. Einströmung des dünnen Luftbandes dicht an die Decke in ein vorspringendes Ornamentgesims zu legen, wo es auf seinem langen Niederfall um so leichtergewärmt wird. 2. Durch Anwendung mechanischer Vorrichtungen mit Maschinenkraft. Für kleine Verhältnisse reicht der Effekt der winterlichen Temperaturdifferenz zur V. vollkommen aus, da im Sommer bei Fehlen dieser Differenz die offenen Fenster die Stelle vertreten. Für große Verhältnisse oder wo unter kleinen auch im Sommer ein meßbarer Effekt erzielt werden soll, muß dagegen die mechanische Wirkung hinzutreten. Auch diese kann sowohl die Aspiration als auch die Pulsion zum Ziele haben. Für das Privathaus steht hierfür als mechasbibliothek Heidelberg verwendet letztere zu Bewegung geringem Wasserverbrauch, zuzerstäubende Wasserein kam zuerst zur Anwendung königlichen Loge des Opernhauses kühle Logenluft, nachdem andere Apparate und Ventilavergeblichversucht waren. Apparat Fig. 3452 (gleich sämtlichen patentirten Appa-Müllers, soweit sie aus Gußeisen gefertigt sind, von gräfl. Stolbergschen Werbeziehen) hat die Gestalteines außen geheizt wird, läßt sich vollkommen geräuschlos. er bes. zu empfehlen, da Kosten Unerwartetes leistet. Vorrichtung für kleine Verhält-Umständen der Atmosphäre, bald Unzulängliches der auf das Düsenvon Römheld in Mainz. Bei gutem Wind saugt er trefflich, bei ruhiger Luft gar nicht. Menwelche nach Tausenden zählen u. viele Hunderte vonBeleuchtungsflammen fordern, bedürfen der Ab⸗ u. Zuführung so großer Luftmengen, daß Ventilatoren größter Dimension und Dampf⸗ od. Gaskraftmaschinen von großer Leistung zur Anwendung kommen müssen, u. zwar sowohl für die Pulsion als auch für die Aspiration (s. jedoch sub F). Außerdem müssen solch große Luftmengen im Winter unbedingt genügend vorgewärmt werden, um nicht erkältend zu wirken. Aufs vollkommenste durchgeführt wurde dieses Prinzip von Professor Böhm beim Bau des Wiener Opernhauses und später in etwas verbesserter Form beim Frankfurter Opernhaus von Kautz. In letzterem liegen unter dem Parterre drei große Gewölbearme über einander. Das untere ereinen mächtigen Ventilator, Eisenrohr für Dampf zum dritte, ist Mischraum, um solchem Verhältnis zu mischen, frische Luft unter jedem den Logen und Gallerien, Zuschauerraum eintritt. Ein entverdorbener Luft saugt ein mächtiger über dem Kronleuchter ab. vollkommene V. erreicht, daß „selbst in den höchsten Gallerien kein lästiges Wärmegefühl bemerkbar wird. Derartige Vorrichtungen lassen sich aber nur da ausführen, wo fast überreiche Mittel zu Gebot 1stehen und selbst dann auch nur bei Neubauten. Bei schon bestehenden Gebäuden ist selten etwas Genügendes zu erreichen, ohne durchgreifende Veränderungen, die man stets scheut. Damit aber eine später einzurichtende V. nicht allzu viele Schwierigkeiten finde, ist jedem Baumeister zu empfehlen, bei Entwerfen von Wohnhäusern auch ohne )besonders gestellte Anforderung von Seiten des Auftraggebers oder zukünftigen Einwohners die Kaminröhren so weit als thunlich zu vermehren und zu erweitern, um sie eventuell zur Vbe⸗ „nutzen zu können. Fehlen dieseKamine )oder sind sie schon für die Heizung nur knapp ausreichend, so ist dieser Fehler „später zu Gunsten der V. nicht mehr „nachzuholen. Beim Neubau von Schultund Restaurationsgebäuden sowie von „Sitzungssälen ist aufs wärmste zu empfehlen, nach Fertigstellung des ganzen „Planes denselben der V. zu unterbreiten, damit er für die gegebenen Grenzen noch einen Ventilationsplan entwerfe, da nach Vollendung des Baues sich gewöhnlich nur noch Unvollkommenes und dieses meist nur mit übermäßigen Kosten erlangen läßt. D. Der genannten Broschüre der Firma Käuffer & Co. entnehmen wir mit deren Zustimmung das hier Folgende: Luftleitung. Zuführung frischer Luft u. Wiederhinausleitung eben so viel unreiner Luft, also Luftbewegung durch den zu lüftenden Raum kann bewirkt werden: a) durch Gebläsemaschinen, Schrauben ventilatoren, am richtigsten an der Zuführung, also durch Eindrücken von Luft; b) durch Störung des Gleichgewichts der inneren und äußeren Luftsäule infolge von Temperatur-Differenz, als Kühlung oder, 2 +2 was billiger, Erwärmung einer der g m.,. da die Räume wäh⸗ Fig. 3454. rend ca.7 Monaten geheizt werden, Erwärmung der Luftsäule im Haus. a) Eindrüchen von Luft (Pulsion, Verdichtung) mittels Maschinen, beansprucht einen Motor, Gasmaschine, kalorische Maschine od. Dampf-od. elektrische Maschine zum Betrieb, am besten eines Schraubenventilators, der bei geringer Umdrehungszahl geräuschlos arbeitet, bei gün-Fig. 3455. mNutzeffekt. Ist die Außenluft kälter als dienormale (18 20e C. in Kopfhöhe), so muß die einge-n Illustr. Bau-Lexiton. 4. Aufl. IV. Fig. 3456. drückte Luft vor ihrer Mischung mit der Zimmerluft wärmt werden, und zwar auf Zimmertemperatur, die Räume durch andere Heizmittel erwärmt sind od. auf 25—50, je nach Außenkälte, wenn diese Luft auch die Räume beheizen soll. Ist die Außenluft so warm oder wenig wärmer wie die Zimmerluft, 18— 206, so wird sie unveränderteingeblasen, ist sie wesentlich wärmer, so kann sie mittels Kühlapparaten und Eis im Keller gekühlt werden. Abflußkanäle für Rückfluß der Luft aus den Zimmern zurück in das allgemeine Luftmeer sind hier, wie überall, vor Abkühlung geschützt anzubringen. Während des Betriebes ist es gleichgültig, ob die durch den Ueberdruck sicher vorwärts geschobene Luft auf ihrem Weg abgekühlt wird, anders bei ununterbrochenem Betrieb. Liegen dann die Abflußkanäle in den Außenwänden, so fällt z. B. Nachts kalte Luft dort herunter und es dauert früh sehr lange, bis man den Fußboden wieder warm hat. Befeuchtung der Luft ist, bei Erwärmung derselben wesentlich über Zimmertemperatur, nöthig, gleichgültig, ob mittels Oefen, Kaloriferen, Dampf⸗ oder Wasserheizkörpern erwärmt wird. b) Bewegung der Luft durch Erwärmung oder Kühlung derselben auf ihrem Weg durch das haus. Störung des Gleichgewichts zweier kommunizirenden Luftsäulen — die eine liegt im Haus, von a bis , s. Fig. 3453 und 3454, die andere außerhalb, ebenfalls von der Höhe a bis , vom Gewicht der Außenluft. Die kältere Luft fällt, weil schwerer, und hebt die wärmere Luft, weil diese leichter ist. Es ist falsch, zu denken, daß die warme Luft ein Bestreben hätte, zu steigen. Schematisch dargestellt ist hier der Vorgang bei Erwärmung immer der in Fig. 3453 angegebene. Wir können hier die Luft in Bewegung bringen, wenn wir sie in a erwärmen, oder wenn wir sie in b erwärmen, oder wenn in a und in b Erwärmung eintritt. Eine Bewegung tritt schon ein, allerdings keine lebhafte, wenn die Luft in à z. B. auf 220 erwärmt ist, sich im Zimmer bis zu 16 am Fußboden abkühlt u. mit dieser Temperatur im Abflußkanal b in das Luftmeer zurückfließt, wenn auch die Außenluft selbst + 16 warm ist. Umgekehrt ist es bei Kühlung (Fig. 3454), wenn die Außenluft sehr heiß ist und durch Abkühlung z. B. mittels Eis bei o es dahin gebracht wird, daß die Luft aus dem Dachraum, durch das Zimmer hindurch, wo sie sich erwärmt, bis hinab in den Keller a fällt u. von da auf die Straße geht. Letzteres dürfte nur für sehr schwer Erkrankte, die im Bett liegen, von Vortheil sein, wo nicht eingeblasene Luft im Keller abgekühlt wird, sonst selten Anwendung finden, da es den Fußboden kühlt. Erwärmung der Luft, während ca.7 Monaten im Jahr nöthig, kann in aerfolgen mittels im Keller aufgestellten Kaloriferen, Dampf⸗ od. Wasserheizkörpern, oder mittels Einzelöfen im Zimmer, Schachtöfen oder mittels Dampf⸗ od. Wasserheizkörpern im Zimmer. Die Erwärmung in b kann erfolgen durch Gasflammen oder durch besondere Heizkörper, sogen. Locköfen in Aspirationsschloten. Bei Kombination beider Erwürmungen in 2 u. b ist dann Folgendes zu beachten: Der Arzt verlangt stündlich Durchfluß einer bestimmten Luftmenge, sagen wir 100cbm. od. richtiger 122Kg. Luft pro Kopf bei jeder Außentemperatur, u. er bittet, wenn thunlich, da Kühlung mit Eis für den Hochsommer nicht vorgesehen, an heißen Tagen noch stärker zu lüften als im Winter — Pulsion ist ausgeschlossen. Wir berechnen dann Lüftungsheizung z. B. mittels Kalorifere für Erwärmung der Luft in a im Keller, erwärmen diese Luft, bei außen — 200. bis etwa + 400, unten in der Heizkammer, führen sie durch a in das Zimmer, lassen sie dort unter Erwärmung des Zimmers sich abkühlen u. vom Fußboden des Zimmers durch b entweichen. Dieselbe Berechnung machen wir dann auch für höhere Außentemperatur, z. B. + 15C., mit weniger warmer Luft in a (der Abkühlung entsprechend), und berechnen hiernach die sich ergebende Geschwindigkeit, wenn b nicht erwärmt wird. Danach werden die Kanalquerschnitte für das Luftquantum, das stündlich hindurchfließen soll, bestimmt. Steigt nun die Außentemperatur ffüber + 15², soll aber die Zimmertemperatur keine höhere ewerden als z. B. 25e in einem Entbindungshaus, so muß die Luft in a weniger erwärmt werden, dafür muß aber b eschwach erwärmt werden, weil sonst die Luftgeschwindigkeit, für welche bei außen + 15e die Kanalquerschnitte „berechnet wurden, geringer, also auch die Lüftung eine geringere würde. Steigt die Außentemperatur bis zu „+ 25, wie die Temperatur im Zimmer sein soll, so darf die Luft in a gar nicht mehr erwärmt werden, um so mehr k muß b aber erwärmt werden, und mehr noch, wenn die tAußentemperatur über 25 steigt, und weiter ist dann b noch stärker zu heizen, weil der Arzt im Hochsommer stärkere Lüftung verlangte. So allein ist ein Aspirationsschlot richtig konstruirt, s. Fig. 3455 und 3456. Es ist tgrundfalsch, denselben z.B. durch das Rauchrohr des Heizapparates zu erwärmen. Dieses Rauchrohr ist amheißesten, heizt am besten, wenn der Apparat am stärksten in Gang, d. i. bei niedrigster Außentemperatur. Dann ist die Luft in a am wärmsten, folglich die Luftgeschwindigkeit durch das Haus die größte, u. es würde, da die Kanalquerschnitte auf Grund der viel geringeren Geschwindigkeit bei außen + 15² bemessen sind, der Luftwechsel ungefähr doppelt so groß sein als verlangt, wenn wir nicht durch theilweises „Schließen einer Klappe Vorrichtung träfen, daß so viel Luft überhaupt nicht durch das Zimmer gehen könne. Bei außen über + 15, z. B. 20 od. 236, ist die Erwärmung der Luft im Abflußkanal b nöthig, sie muß dann schon eine kräftige sein, aber dann geht ja der Kalorifere äußerst schwach, so schwach, daß sein Rauchrohr kaum handwarm ist, also da fehlt der Effekt. Es ist deshalb von solcher Anordnung unbedingt abzurathen, sie ist falsch. Allein richtig kann eine Erwärmung der aus den zu lüftenden Räumen abfließenden Luft nur in der Fig. 3455 und 3456 angegebenen Art geplant werden. Dort stehen in den verschiedenen Stockwerken verschieden große Heizkörper, alle durch ein Feuer im Keller erwärmt. Je nach höherer Lage der Räume im Haus ist die bestimmte abzufließende Luftmenge den gegebenen Kanalquerschnitten entsprechend um so mehr zu erwärmen, die Heizfläche muß oben um so größer sein, weil die Heizgase kühler in den Heizkörper eintreten; ferner wird die Erwärmung der Luft dort möglichst unmittelbar an ihrem Eintritt erfolgen u. sind Heizkörper und Rohrleitungen möglichst bequem vom Korridor des Hauses zu entrußen. Dies Alles ist in dieser Anlage vorzüglich vereint; Käuffer & Co. haben ganz speziell für diesen Zweck Heizkörper und überhauptzuerst diesen allein richtigen Aspirationsschlot konstruirt. Dabei ist die Feuerung im Keller eine an allen ihren neueren Apparaten, Dampfkesseln etc. angewendete äußerst sparsame und bequeme rußfreie Schüttfeuerung, so daß auch im Sommer der Betrieb dieses Schlotes eben so wenig belästigt wie die Apparate im Winter. bezüglich Rauch und Bedienung. Diese Anlage kann im Hochsommer bei Fieberkranken auch mit Eiskühlung der Luft, ehe sie in das Zimmer tritt, betrieben werden; dann ist ein größeres Lüftungsvolum, wie der Arzt es bei ungekühlter Luft fordert, nicht nöthig, weil der Fieberkranke abgekühlt wird und in dem geringeren Volum Luft schon die nöthige Sauerstoffmenge vorhanden ist. Es hat nur die Lockfeuerung etwas stärker zu brennen, weil die Luft im Zuflußkanal a schwerer geworden ist durch die Kühlung. Geschieht der Betrieb mittels Dampf, so werden im Schlot Dampfheizkörper aufgestellt, die dann im Sommer vom Dampfkessel der Kochküche aus betrieben werden müssen. E. Die Berechnung der Luftbewegung infolge gestörten Gleichgewichts durch Erwärmung od. Kühlung, bei Lüftung mit Kühlung, oder mit Heizung erfolgt in allen Fällen mittels der von Käuffer aufgestellten und begründeten, von der allgemein anerkannten Grundformel: ek Heidelberg DFC worin h. h. ha h... die Höhentheilstrecken, wobei diejenigen, in denen die Luft sich vom Mittelpunkt der Erde weg (aufwärts) bewegt, mit dem Zeichen —, diejenigen, in denen die Luft sich zum Mittelpunkt der Erde hin (abwärts) bewegt, mit dem Zeichen — eingesetzt werden und deren Summe (— — etc.) gleich O ist; hu⸗ die spezifisch schwerste Höhentheilstrecke; st s. 83 s. .... die Dichten der Luft in den mit gleichem Index bezeichneten Höhentheilstrecken; sn - die Dichte der spezifisch schwersten im System vorkommenden Luftsäule, deren Theilstrecke im Zähler allemal mit dem Vorzeichen „auftritt; gdie Beschleunigung des freien Falles, und der Koeffizient entsprechend der Hemmung durch Kontraktion und Reibung, dessen Höhe man in den verschiedenen Fällen nach Erfahrung einsetzt. Erst die Aufstellung dieser Formel hat die genaue Berechnung selbst der komplizirtesten Anlagen ermöglicht u. seitdem ist erst positive Sicherheit eingetreten; s. ferner d. Art. Lüftung. Nehmen wir, wie Käuffer, unter ausdrücklicher Zustimmung des Dr. Max v. Pettenkofer in München, dies thut, die bisher nach Volumen angegebene Lüftungsmenge als Luft von 16 O. als von der Temperatur, mit der sie aus unseren auf 18—20 O. in Kopfhöhe erwärmten Aufenthaltsräumen vom Fußboden abfließt, an, so resultirt, auf Gewicht umgerechnet, bei normalem Barometerdruck von 760 mm. Quecksilber folgender Lüftungsbedarf in Kilogramm per Kopf oder Stunde für den Grenzwerth per Mille der Luftverschlechterung: m — 1 Stunden Stunden 20 49 61 67 70,772,/½ 73,17 30 37 55 64 69,5 71, 73,05 Daraus folgt, daß eine Lüftung mit 73 — 75 Kkg. Luft stündlich per Kopf genügt, selbst bei ununterbrochener Benutzung eines Raumes, bei einem gesunden Menschen u. ohne weitere Verschlechterung, z. B. durch Flammen, durch Ausflüsse, Auswürfe re. bei Kranken. Sind die zu lüftenden Räume mit Fieberkranken belegt, so rechne man die Verschlechterung per Stunde höher als hier unten angegeben, z. B. K == 0, bis zu K 0,/60) also die Lüftungsmenge ungefähr doppelt so groß (bei Epidemien), als obige Tabelle angiebt. Obige Tabelle ist nach Morins ganz naturgemäß abgeleiteter, richtiger Formel berechnet, y = „oder ⸗— — worin y ⸗ der Lüftungsbedarf eines Raumes m für Stunden in ebm per Kopf; K = die Luftverschlechterung per Stunde per Kopf (in obiger Tabelle K =,3e Cbm. eingesetzt); m ⸗ der pro Kopf vorhandene Räum des Aufenthaltsortes in ebm.; p = der Grenzwerth der Verschlechterung pro obm. (im Maximum p 0,61); 4⸗ der Kohlensäuregehalt der zum Lüften benutzten Luft (in obiger Tabelle zu 9,, eingesetzt, als hoch gerechnet). Wird die Luft des Aufenthaltsortes auch durch Flammen verschlechtert, so rechnet man für je 30 J. Verschlechterung. je einen Menschen mehr, bestimmt auf Grund derermittelten totalen Kopfzahl den pro Kopf vorhandenen Aufenthaltsraum (m), wonach dann die obige Tabelle das zur Lüftung pro Stunde erforderliche Luftquantum zeigt, welches mit der totalen Kopfzahl zu multipliziren ist. Die Verschlechierung durch Beleuchtung beträgt nach Erismann pro Stunde: In einem gegen die Außenluft wärmeren (erwärmten) Zimmer tritt, je nach Größe der nach der Außenluft zugekehrten Wandung und je nach Beschaffenheit derselben, ein natürlicher Luftwechsel ein. Derselbe beträgt nach v. Pettenkofer in München und Märker in Halle a. S. für je 1C. Temperaturdifferenz und per Stunde für Mauern aus: Sandstein 1, obm., Kalkstein 2, cbm., Ziegelstein 2,8ebm., Lehmstein 30bm., Tuffstein 3, obm. Man kann sonach bei geheizten Wohnräumen mit viel Außenwand bei groß er Kälte stündlich ein halbmaligen Luftwechsel annehmen, wenn die Wände Kalkanstrich haben, wenn tapeziert weniger, etwa O„ aber nur, wenn mit Oel gestrichen. E. Ventilation mit Einfluß angewärmter frischer Außenluft und Abfluß der unreinen Zimmerluft. Paragon (D. R.⸗P. Nr. 22320) von Käuffer u. Co. in Mainz und Berlin. Ist für Erwärmung der zu lüftenden Räume schon gesorgt und handelt es sich um Anschung mittels gesunder Luft, so ist diese Außenluft anzuwärmen, damit sie nicht kalt wie sie ist, zu Boden falle und kalte Füße erzeuge, und es ist weiterhin eben so viel Zimmerluft abzuführen. Diese Luft wird sonach langsam durch den Raum geführt und derselbe gut ausgewaschen, dadurch gesund. Bisher half man sich in solchen Fällen dadurch, daß man entweder durch ein Blechrohr, einen Kanal etc. dem Raum frische Luft zuführte, oder durch Benutzung eines vorhandenen Schornsteines solche abzuführen suchte, ohne aber für Beides zu sorgen, was doch nöthig ist. Handelt es sich darum, Krankenzimmer und Schlafzimmer, Wohnräume, auch Bureaus, Sitzungssäle, Werkstätten im Winter und Som mer mit einem (resp. mehreren) Apparaten zu lüften, so ist der Paragon in Säulenform (Fig. 3457) zu nehmen. Die Anordnung ist kurz fol-Blechstutzen eingeführte frische Luft ge⸗ Fig. 3457 langt in den unteren Kasten V, von wo aus sie durch ein System von Röhren aufwärts in den gemeinschaftlichen Zuflußkanal geleitet wird. Ein Theil der frischen Luft tritt in die zwischen den Röhren liegende Trommel Lu vereinigt sich dann, stärker vorgewärmt, mit derübrigen frischen Luft. Um nun durch Vorwärmung das Quantum der ein⸗ und austretenden Luft möglichst zu erhöhen, wird am unteren Ende des Appatsbibliothek Heidelberg I rates eine Würmequelle eingesetzt (Bunfenscher Brenn Petroleumlampe). Im Sommer braucht die frische L nicht vorgewärmt zu werden, deshalb wird die Klappe so gestellt, wie punktirt; es tritt dann die Luft direkt in oberen weiten Mantel ein und die abgeführte Luft w um so wärmer, der Lüftungseffekt sonach erhöht. Luft durchstreicht den Raum nach Fig. 3458 und es w verschlechterte vom Fußboden durch das innere Rohr ins Freie geführt, indem sie die Röhren Rumspült u. eit Theil der erhaltenen Wärme an die eintretende Luft abgi-Das Abflußrohr wird entweder in einen vorhander Kanal geleitet oder über Dach geführt und mit einem? flektor bekrönt. Das mit diesem Apparat eingesührte L quantum hängt natürlich von tee Umständen und sind daher bei Bestellung folgende Angaben nöt seite, ungefähre Angabe des Rauminhaltes 1— der lick Höhe, seiner Benutzung (Personenzahl) u. seiner Lage Hause, d. h. wie viel Stock noch über demselben. D Apparate werden für Lüftung bis 300 Obm. stündlid Säulenform (Nr. —9 u. für 300 1000 cbm. u. m Schrankform (in Nischen oder an der Wand stehend), gefertigt. Dabei gilt für Außentemperatur 0e, erwärm-Apparat und mittlere Höhe des Abflußschlotes fol-Tabelle: Bewegte Luft⸗ Vortreten des Totalhöhe des mengen pro Beite Apparates ins 285 Apparates Stunde in Win am. Zimmer Apparates Wegen der Kniee ist es gut, den Leitungen einen diie Hälfte größeren Auerschnitt zu Je Gas oder Petroleum ist die Lüftung stärker oder schwächer, als hier oben angegeben. Für stärkeren Luftwechsel durch einen Apparat werden natürlich stärkere Apparate nöthig, z. B. für Bureaus mit vielen Insassen, Säle, Restaurationen, für welche Zwecke aber auch ein über dem hängender Apparat, Lüsterparagon, siehe Fig. 3459 und 3460, dient. Der für Luftzu- und ⸗Abfluß nöthige Blechkanal kann wie ein Unpassend dekorirt wer- auch über oder in der liegen. Dieser Apparat LR gebracht werden u. verursacht keine fsf Außenkälte genügend vorgewärmt, —‚ nen Gasflamme für Bureaus, EEE oben kommt die durch die Flammen Keontors rce zu haben. Hier wie Luft nicht in den Raum, sondern sie wird mit der verbrauchten, von außen zugeführten Luft nach deren Verschlechterung durch den Abflußschlot weggeleitet. Diese Lüsterapparate sind direkt über dem Lüster, den Gasflamfür Bureaus, Sizungssäle, Restaurants, Konzertsäle, Heidelberg DFC Theater etc. zu verwenden, unsichtbar über der Decke für große Theater, Konzert-und Festsäle. Vor Beginn der Vorstellung wird das Theater mittels Cirkulationsheizung erwärmt (die kleineren Räume, als Ankleidezimmer, Bureaus, Ateliers mit Lüftungsheizung) u. nach Aufziehen desVorhangs wird durch Klappenstellung der Paragon über dem Lüster in selbstthätige Funktion gebracht. Er lüftet und frischt um so mehr, je heißer es im Sale wird im Sommer u. Winter, er regulirt sich und die Temperatur im Säle selbst, nachdem, je nach Außenkälte, die Klappen eingestellt worden sind. Es wird dazu die Skala nach genauer zuverlässiger Berechnung geliefert. Fig. 3461 zeigt eine weitere Anwendung des Paragons, die Dechenventilation. Unter Benutzung der hohen Temperatur an der Decke eines Sales wird (für Sommer oder Winter) die einfallende frische Luft angewärmt, der Sal mittels reiner Luft ausgewaschen, ohne daß man es fühlt, ohne Zug zu veranlassen. Es kann die frische anzuwärmende Luft aus dem Dachraum entnommen werden, statt, wie hier oben gezeichnet, über Dach, es kann auch umgekehrt gemacht werden; dieses ganz naturgemäße Prinzip ermöglicht die verschiedenartigsten Kombinationen und wird in kurzer Zeit für Festsäle, Tanzsäle etc. als nahezu unentbehrlich gelten. G. Ventilation oder Lüftung unterirdischer Räume, Kasematten, unter Benutzung der äußeren Luftströmungen. Trockenhaltung von Kellern, Kriegspulvermagazinen etc. von Käuffer u. Co. in Mainz und Berlin. Da fast stets die äußere Luft, das Luftmeer, in Bewegung, so ist auch in einem nach Fig. 3462 eingerichteten Raum fast stets Luftbewegung, u. zwar immer in dem gewünschten Sinn von oben nach unten unter Erhaltung der Wärme und Wegnahme der Feuchtigkeit; links sitzt eine windeinlenkende, rechts eine wind ablenkende Kappe, Deflektor. Der Luftpresser ist ein fester Kaminhut, der das Gegentheil von den soeben angeführten Apparaten bezweckt, der nämlich Luft in den Schlot hineindrückt, sobald Wind außen geht. Diesen Apparat konstruirte Käuffer, um bei jeder äußeren Luftbewegung auch eine Luftbewegung in dem abgeschlossenen, auch unterirdischen Raum hervorzubringen, behufs Trockenhaltung. Käuffer betont in allen seinen Veröffentlichungen, daß man nie einen Abflußkanal zu machen brauche, wo nicht für Zufluß gesorgt, durch einen Zuflußkanal; so hat er auch hier es durchgeführt, daß für Beides gleichzeitig gesorgt ist, und zwar solange außen die Luft bewegt ist, solange Wind geht. Windstille ist ja äußerst selten, also wirken die Apparate fast beständig. H. V. der Bergwerke, s. d. Art. Wetterrad, Wetterwechsel etc. J. Noch seien kurz einige nenerdings empfohlene Ventilations-Vorrichtungen erwähnt: a) Der Ventilationsofen von Max Müller in Gera (D. Reichs-Patent Nr. 2222), der für Erzeugung einer meist genügenden V. in solchen Wohnräumen, bei deren Erbauung nicht an die V. gedacht wurde u. woman nicht wesentliche bauliche Veränderungen vornehmen kann, zu empfehlen ist. b) Der Abzugsventilator, System Tippner, eine Rädelrosette mit Treibrad und Saugvorrichtung. c) Verschiedene Ventilationsvorrichtungen von Raven in Leipzig. d) Die im Art. Lüftung, Ventilator und Wetter etc. angeführten Vorrichtungen. Dentilationsdach, n., s. d. Art. Dach.

















