Verbrennung ist die unter Entwickelung von Licht und Wärme (s.d.),jedoch nichtimmer mit eigentlicher Flamme stattfindende chem. Verbindung eines Körpers mit Sauerstoff, wobei die Produkte dieser Vereinigung teils gas- und dampfförmig entweichen, teils in Form eines festen Körpers zurückbleiben. Solche Körper, die vorzüglich geeignet sind, sich dergestalt lebhaft mit Sauerstoff zu vereinigen,‚ nennt man brennbare. Eine Anzahl davon, die sog. Brennmaterialien und Leuchtstoffe, benutzt man zur Heizung und Beleuchtung. Die elektrochem. Theorie hat den Begriff der V. auf jede lebhafte Vereinigung elektrisch entgegengesetzter Stoffe zu erweitern gesucht; wirkliche V. mit Licht und Wärme findet allerdings auch in andern, dem Sauerstoff ähnlichen Gasarten und Dämpfen, z. B. Chlorgas, Schwefeldämpfen, Bromdämpfen u. s. w. statt. Im gewöhnlichen Leben versteht man unter V. jede Zerstörung eines Körpers durch hohe Temperatur, wenn auch im chem. Sinne keine eigentliche Verbrennung eingetreten ist. Die bei der V. frei werdende Menge von Wärme ist für jeden Körper eine konstante Größe, deren Ermittelung Aufgabe der Thermochemie oder Calorimetrie ist. Diese Größe ist verschieden für jeden Körper, sie ist abhängig von seiner Zusammensetzung und von der Lagerung der Atome im Molekül. Die Verbrennungswärme der meisten organischen Verbindungen ist geringer als die der Elemente, aus welchen sie gebildet sind, bei einigen wenigen, z. B. dem Schwefelkohlenstoff, dem Benzol, ist das Umgekehrte der Fall. Die Kenntnis der Verbrennungswärme ist von großer wissenschaftlicher und technischer Bedeutung, so z. B. zu der Beurteilung des Wertes verschiedener Brennmaterialien. In physiologischer Beziehung hat man ermittelt, daß solche Nährstoffe, welche sich gegenseitig vertreten können, wie Fett, Stärkemehl, Zucker, sich in ihrem Werte ihren Verbrennungswärmen proportional verhalten.