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GeschichteBrockhaus 1882

Kaleit, s. Kalkspat. Kalckreuth (Friedr. Adolf, Graf von), preuß. Feldmarschall, geb. 22. Febr. 1737 zu Sottershausen bei Sangerhausen, trat 1752 als Junker in die preuß. Garde-du-Corps, wurde bald Offizier und 1758 Adjutant des Prinzen Heinrich. Für seine ausgezeichneten Dienste bei Freiberg (29. Okt. 1762) ernannte ihn Friedrich d. Gr. zum Major. Nachdem er 1786 in den Grafenstand erhoben worden, machte er als Oberst den Bayrischen Erbfolgekrieg und als Generalmajor 1787 den Zug nach Holland mit und wurde 1790 Generallieutenant. In dem Kriege mit Frankreich belagerte er 1793 Mainz und erzwang die Kapitulation diefer Festung. Zu den Siegen bei Kaiserslautern 1793 und 1794 trug er wesentlich bei. Auch vertrieb er die Franzosen aus Zweibrücken und drang bis Saarlouis vor. Nach dem Frieden von Basel (1795) übernahm er den Oberbefehl in Pommern, und im Mai 1806 wurde er Gouverneur von Thorn und Danzig und General der Kavallerie. Im Herbst befehligte er zwei Divisionen bei dem Hauptheere in Thüringen, die aber während der Schlacht bei Auerstädt in Reserve blieben. K. verteidigte 1807 das von Lefebvre belagerte Danzig mit solcher Einsicht und Tapferkeit, daß man ihm, als die Festung sich nicht länger halten konnte, 24. Mai dieselben ehrenvol-⸗ len Bedingungen zugestand, welche er 1793 der franz. Besatzung in Mainz bewilligt hatte. Hierauf zum Feldmarschall ernannt, schloß er 25. Juni 1807 zu Tilsit den Waffenstillstand mit Berthier und 7. und 9. Juli nebst Goltz den Frieden mit Talleyrand ab. Im Jan. 1810 ernannte ihn der König zum Gouverneur von Berlin; später war er Gouverneur von Breslau, bis er 1814 das Gouvernement von Berlin wieder übernahm, wo er 10. Juni 1818 starb. Seine interessanten Memoiren sind nur für seine Familie als Manuskript gedruckt. Von seinen zwei Söhnen hat sich Graf Friedrich von K., geb. 15. März 1790, gest. 15. Dez. 1873, durch Dramatische Dichtungen» (2 Bde., Lpz. 1824) litterarisch bekannt gemacht, der auch die Paroles du feldmaréchal K. 5 (Par. 1844), sowie den Anfang der Biographie seines Vaters (bis Hoch-N reichend) in der cMinerva 1840 herausgab. alckreuth (Stanislaus, Graf von), Landschaftsmaler, Neffe des vorigen, geb. 25. Dez. 1820 zu Kozmin in Posen, empfing seine künstlerische Bildung auf der Akademie in Düsseldorf. Ein großes Verdienst erwarb sich K. durch die Gründung (1859) der Kunstschule in Weimar. Er leitete diese Anstalt 16 Jahre. Auf seinen ausgedehnten Reisen hatte K. Gelegenheit, in der Gebirgsnatur eingehende Studien für sein Fach zu nuchent be⸗ * ers liebte er die Apenninen, die Pyrenäen und ie Alpen für seine Gemälde auszubeuten. Von diesen sind in erster Reihe zu nennen: das Schloß des heil. Graal, Las Casas de Peuna, der Vierwaldstättersee, die Jungfrau, der Lac d'Oo, Schloß Trotzberg u. s. w. Die Cavalierzimmer der potsdamer Orangerie enthalten eine Serie von 25 Landschaften von seiner Hand. Seit der im Jan. 1876 erfolgten Niederlegung seines Postens als Direktor der weimarischen Kunstschule lebt K. in Kreuznach. Kaldani, s. unter Chaldäa. Kaldaunen (niederdeutsch), Eingeweide, besonders die eßbaren Gedärme. Kaldaunenkapelle, eine Bezeichnung, die mit der bereits sehr frühzeitig vorkommenden Sitte der Ind Prabalen in Meaie Eingeweide fürstl. Personen und Prälaten in Beziehung steht. Diese wurde zunächst dadurch veranlaßt, daß, wenn der Tod in der Fremde erfolgt war, die Sektion und Einbalsamierung des Leichnams zur bessern Erhaltung auf dem Kondukt in die Heimat oder nach dem von dem Verstorbenen vorher bestimmten Begräbnisorte erforderlich wurde. Die herausgenommenen Intestina wurden dann gewöhnlich da begraben, wo der Tod erfolgt war, oder man brachte dieselben auch nach einem dritten Orte, zu welchem der Verstorbene im Leben in näherer Beziehung gestanden hatte. Für derartige Begräbniskapellen, worin die Eingeweide beigesetzt wurden, entstand dann die Bezeichnung (K. », wie z. B. für eine Kapelle des Moritzklosters bei Hildesheim, welche die Intestina des heil. Godehard aufnahm, während sein Leib im hildesheimer Dome begraben wurde. Ein anderes Beispiel bot die abgebrochene St. Cyriakskirche zu Lüneburg, die gleichfalls eine K. hatte. Kaldenkirchen, Stadt in der preuß. Rheinprovinz, Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreis Kempen, 6 Km im SO. von Venloo, an der niederländ. Grenze, Station der Linien Kempen-Venloo und Viersen-Venloo der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Hauptzollamts und zählt (1880) 3026 E., welche Samt- und Seidenweberei, Cichorien- und Cigarrenfabrikation und Färberei betreiben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 20Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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