Kalliöpe (grch., d. i. Schönstimmige), nach Hesiod die vorzüglichste unter den Musen (s. d.), wird wenigstens in späterer Zeit einigemal in der Litteratur und auf einem pompejanischen Wandgemälde, wo sie eine Rolle in der Hand trägt, ausdrücklich als Vorsteherin der epischen Dichtung bezeichnet. Wie andere Musen erscheint auch sie zuweilen nicht als Jungfrau, sondern als Mutter, namentlich mythischer Sänger. Dem thraz. König Bagros oder dem Apollon soll sie den Orpheus und Linos, dem Strymon den Rhesos, dem Apollon den Jalemos und Hymenäos, dem Acheloos die Sirenen geboren haben.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 38Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei