FeedKallipölis
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Kallipölis, der alte Name von Gallipoli (s. d.). Kallipygos (grch., d. h. mit schönem Hintern) ist in der Archäologie ein Beiname der Aphrodite (Venus). Nach der Sage stritten sich zwei schöne sicil. Mädchen, Töchter eines Landmanns, welche von ihnen an jenem Teile schöner sei. Ein Jüngling wurde zum Schiedsrichter aufgerufen; er entschied sich für die ältere und verliebte sich in sie. Sein Bruder, dem er den Streit erzählte, verliebte sich in die jüngere. Der reiche Vater willigte endlich ein, daß beide Brüder die Mädchen heirateten. Aus Dankbarkeit errichteten beide Schwestern der Venus einen Tempel zu Syrakus mit ihrem Bilde, und zwar in der Stellung, daß sie nach hinten blickt. Die berühmteste derartige Statue steht im Museum zu Neapel; sie hat aber außer andern Ergänzungen einen modernen Kopf. Auch auf Vasengemälden und bei Erzfigürchen kommt jene Stellung vor. Altertum Name einer Quelle im Süden der Akropolis von Athen, am Fuße des Hymettos.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 38Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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