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ErdkundeBrockhaus 1882

Kalmar, schwed. Stapel⸗ und Hauptstadt des Kalmar-⸗Län (s. d.), von der Ostsee-Insel Oland durch den hier 7,5 Km breiten Kalmarsund getrennt und auf dem mit dem Festlande durch eine Brücke verbundenen Eilande Qvarn-Holmen so- wie auf der Insel Angö gelegen, durch eine Privatbahn nach Emmaboda mit dem schwed. Eisenbahnnetz verbunden, ist Sitz des Landhauptmanns und eines Bischofs, hat einen guten Hafen, ein Gymnasium mit Bibliothek, naturhistorischem und Münzkabinett und zählt (1883) 11 605 E., die nicht unansehnlichen Schiffbau, Zündhölzchen⸗, Tabaks- und andere Fabriken unterhalten und bedeutenden Handel, besonders mit Holzprodukten, sowie Fischerei treiben. Die wohlgebaute Stadt besitzt eine herrliche Domkirche, welche auf Anordnung Karls XI. von Nikodemus Tessin dem Jüngern von Olandsstein 1660 — 99 erbaut wurde. Vor dem Brande 1647 lag die Stadt auf dem Festlande. Von den ehemaligen starken Festungswerken sind außer den Wallgräben nur wenige Reste übrig. Das alte, ehedem feste Schloß Kalmarhus, welches einst, als die Dänen noch Halland, Schonen und Blekinge besaßen, als Schlüssel des Gotischen Reichs galt und oft der Sitz der schwed. Könige war, jetzt aber ziemlich verfallen ist, liegt auf einer kleinen Insel südlich von Qvarn-Holmen, dicht am Festland und mit diesem verbunden, und wird jetzt teilweise zu Magazinen benutzt, doch sind in neuerer Zeit mehrere Säle prachtvoll restauriert worden. Stadt und Schloß sind uralt und durch viele Reichstage, Verträge und Belagerungen denkwürdig geworden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 39Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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