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VerkehrBrockhaus 1882

Malmö, Hauptstadt des schwed. Län Malmöhus, in der fruchtbarsten Gegend von Schonen am Oresund, Station der Linie Falköping-M. (Südbahn) der Schwedischen Staatsbahnen und der Privatbahn M.⸗Ystad, umgeben von einem Kanale, jenseit dessen die beiden Vorstädte Oster⸗ und Wester-Wäng liegen, ist wohlgebaut und hat breite und gerade Straßen, einen schönen, von Alleen umgebenen Markt mit dem Wasserreservoir der Stadt und einen künstlichen Hafen. Von den öffentlichen Gebäuden sind außer drei Kirchen zu nennen: das Rathaus mit dem großen Knutssaale und im Westen das alte Schloß Malmöhus, welches jetzt als Kaserne und Gefängnis benutzt wird. Die Stadt hat ein Gymnasium, eine technische und eine Navigationsschule, mehrere Wohlthätigkeitsanstalten und Hospitäler, darunter eine reichdotierte Irrenanstalt, und 101 (1883) 41678 E. Zu M. befindet sich eine bteilung der Reichsbank, bedeutende Tabaksfabriken, Schiffswerfte, mechan. Werkstätten und Gießereien, Gerbereien, Spiegel⸗, Seifen⸗, Zucker⸗, Karten⸗, Wagen⸗, Handschuhfabriken u. s. w. Der Hauptausfuhrartikel ist Getreide, sodann Branntwein, Butter, Holz, Vieh u. s. w. M. wird zuerst 1259 unter dem Namen Auen Eilenbo erwähnt, von r den Hanseaten gewöhnlich Ellenbogen genannt. Es wurde 1319 an seine gegenwärtige Stelle ver-d setzt und war einer der wichtigsten Handelsplätze fr Dänemarks. Durch die langen Kriege zwischen Schweden und Dänemark jedoch, in denen M. 1643 von den Schweden und 1677 von den Dänen belagert wurde, litten Handel und Wohlstand der d Stadt bedeutend. Erst seit Ende des 18. Jahrh.t blühte sie wieder rasch empor. In M. wurde 1524 der Rezeß abgeschlossen, welcher die Kalmarische Union aufhob, 1662 der Vertrag, welcher das Verhältnis der von Dänemark an Schweden abgetretenen Provinzen regelte, und 26. Aug. 1848 kam hier der Waffenstillstand zwischen Deutschland und Dänemark zu Stande. Das Län Malmö oder Malmöhus, der südlichste administrative Bezirk Schwedens, nimmt den südwestl. Teil der Provinz Schonen ein, hat 4784 qhm, wovon 101 akm Wasser, zählt (1883) 350848 E. und grenzt an Kristianstad-Län, das Kattegat, Sresund und die Ostsee. Es hat die größte absolute und relative Bevölkerung unter den schwed. Län und besteht fast ganz aus einer fruchtbaren Ebene. Die Einwohner treiben Ackerbau, Fischerei und Schiffahrt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 387Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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