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PflanzenreichBrockhaus 1882

Kalmus (Acörus I.) heißt eine zur Familie der Aroideen gehörende Pflanzengattung, deren wenige Arten in der nördl. gemäßigten Zone einheimisch sind. Die zwitterigen grünlichen Blüten sitzen dicht auf einem an der Seite eines blattähnlichen Schaftes stehenden Kolben, sie haben ein sechsteiliges Perigon, 6 Staubgefäße und einen 2— Zfächerigen Fruchtknoten. Die bekannteste Art ist der jetzt in Europa häufige, in Sümpfen und Teichen wa chsende gemeine K. (A. Calämus L.), der ehedem als Seltenheit aus Asien gebracht und in den Gärten gezogen wurde, jetzt bei uns aber völlig verwildert ist, sedoch keine reifen Früchte trägt. Sein langer, gegliederter, stark gewürzhafter, daumendicker Wurzelstock ist im geschälten Zustande unter dem Namen Kalmuswurzel (Rhizoma Calami) bekannt und als kräftiges, flüchtig-tonisches Arzneimittel, besonders bei schwacher Verdauung im Gebrauche. In Scheiben oder Stücken geschnitten wird er mit Zucker candiert und als magenstärkendes Mittel verspeist. In der Wurzel findet sich ein ätherisches Ol, das Kalmusöl (Oleum Calami), in der Menge von 0/25 Proz., das in der Medizin und in der Liqueurfabrikation angewendet wird. Die übrigen Arten des K. sind ebenfalls aromatisch und werden auf gleiche Weise angewendet. So wird in China der grasartige K. (A. gramineus 4t.) kultiviert. Den Ingwer nennt man oft Indischen Kalmus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 41Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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