Kama, auch Kleine Wolga, von den Tataren Tscholman-Idel, d. h. der Weiße Fluß, genannt, der größte Nebenfluß der Wolga, entspringt unter 58° nördl. Br. im Gouvernement Wjätka am flachen Westabhange des Ural auf einer unbewohnten, sumpfigen Waldhöhe und fließt, schon nach 45 km Laufs schissbar, erst 225 km durch eine Wildnis geen Norden, dann nach Osten in das Gouvernement Perm, in diesem nach Süden bis zur Stadt Perm, endlich in einem sehr gewundenen Laufe südwestwärts, zum Teil die Grenze zwischen Perm und Wjätka, dann zwischen letzterm und Ufa bildend. Sodann tritt der Strom bei Mamadusch in das Gouvernement Kasan und ergießt in diesem nach einem Laufe von 1710 km sein weißliches Wasser zwischen der Stadt Kasan und den Trümmern der alten Bulgarenresidenz Bolgary in die Wolga, welche er an Länge, Breite, Wasserfülle und früh eintretender Schiffbarkeit übertrifft. In ihrem Unterlaufe 2—5 mutief, hat die K. keine Stromschnellen und ein völlig freies, für den Schiffsverkehr ganz geeignetes Fahrwasser. Die Zahl der Werfte an ihren Ufern ist sehr groß und der durch sie vermittelte Handel aus Sibirien nach Nishnij-Noworod und Petersburg sehr bedeutend. Von der Grenze der Gouvernements Wjätka und Ufa an berührt sie reiche Flecken und Dörfer sowie eine Menge größerer und kleinerer Städte. Die K. sammelt alle Gewässer, die vom mittlern Ural nach Westen abfließen. Links nimmt sie unter vielen andern auf: die Südliche Keltma (s. d.), die 450 km lange Wischera, die 750 km lange Tschussowaja mit einem kurzen Wolok (Trageplatz), mittels dessen das Wolga⸗ mit dem Obigebiete verknüpft ist; die Bielaja (s. d.). Rechts gehen in die K. die 970 km lange Wiätka mit zahlreichen schiffbaren Zuflüssen, wie die Tschepza und die Maloma.