Kampfer (Kampher, Kamphor, Camphöra) ist ein eigentümlicher, einem festen ätherischen Ole vergleichbarer Stoff, welcher aus dem Holze und den Blättern des in China und Japan wachsenden Kampferlorbeerbaums (s. Camphora) und des auf Borneo einheimischen Kampferbaums (Dryobalanops Camphora Coleb.) durch Destillation des Holzes mit Wasser gewonnen wird und außerdem in dem ätherischen Ole aller Labiaten sich findet. Beide sind chemisch verschieden, der Japantampfer ist Camphol CIoH16O, der Borneokampfer Borneol C10 Hrs O. Der Borneokampfer gilt zwar für den besten, kommt aber nicht in den europ. Handel, da er in dem Kampferbaume nur in sehr geringer Menge enthalten (14—1600 Bäume geben durchschnittlich nur w100 Kg), deshalb sehr teuer ist und gänzlich auf den Sunda-Inseln und in Ostindien verbraucht wird. Der Lorbeerkampfer (Laurineenkampfer, gemeiner, chinesischer, japanischer K.) kommt in allen Teilen des Kampferlorbeers häufig vor und wird in Europa durch nochmalige Sublimation gereinigt (raffiniert). Er ist weiß, glänzend, durchscheinend, krystallinisch, von penetrantem, eigentümlichem Geruche und Geschmacke, leicht entzündlich und selbst auf Wasser brennend, verflüchtigt sich nach und nach an der Luft schon bei gewöhnlicher Temperatur, noch schneller in der Wärme, schmilzt bei 175 C., siedet bei 204* C. und löst sich nur wenig in Wasser, auf welchem er schwimmt, leicht dagegen in Alkohol, Ather, fetten und ätherischen Olen. Sein spezifisches Gewicht =0,s. Durch Behandeln mit Salpetersäure wird er in eine besondere Säure, die Kampfersäure, übergeführt. Den Griechen und Römern war er unbekannt; durch die Araber kam er zuerst nach Europa. In der Medizin wird er ebenso wie der Kampferspiritus, das Kampferöl und Kampferliniment äußerlich als flüchtiges Reizmittel angewendet. Der K. wirkt schmerzstillend und krampfwidrig und findet bei Gicht, Rheumatismus häufige Anwendung, gilt auch für ein Antiaphrodisiacum. Außer dem Kampferlorbeerbaume liefern noch andere Gewächse K., so das ätherische Ol der Labiaten; derselbe wurde auch im Lavendelöl, Baldrianöl, Wurmsamenöl, Reinfarrnöl u. s. w. gefunden. Eine besondere Art von K. setzt sich aus dem Pfefferminzöl ab; er heißt Menthenkampfer. Der sog. künstliche Kampfer ist eine dem K. ähnlich riechende Verbindung, welche man durch Einwirkung von Chlorwasserstoffsäure auf Terpentinöl und einige andere ätherische Ole erhält.